Kugelhähne

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Mit einem Kugelhahn sperren oder öffnen Sie den Durchfluss einer Flüssigkeit in technischen Anlagen durch eine 90°-Drehung. Je nachdem, in welche Richtung die darin enthaltene, durchbohrte Kugel zeigt, gibt das Bohrloch den Durchgang frei oder verschließt ihn. Damit gehören Sie zum unverzichtbaren Installationszubehör von Heizanlagen. Denn Kugelhähne bzw. Absperrhähne regeln den Wasserzulauf und die Wärmeversorgung im Heizkreislauf. Als eine Art Ventil sind sie mit den Heizungsrohren verbunden und leiten das Wasser bei geöffnetem Hahn in das Heizungssystem. Angeschlossen wird er über Verbindungsteile wie Gewinde, Muffen oder Flansche. Die Bedienung kann manuell, pneumatisch oder elektrisch erfolgen. Grundsätzlich gibt es Kugelhähne aus Messing oder Edelstahl, die über Hebelgriffe oder Flügelgriffe verfügen.

Wie funktioniert ein Kugelhahn?

Im Inneren des Kugelhahns befindet sich eine Kugel mit Bohrloch. Diese dient als Absperrkörper. Deshalb ist sie mechanisch unmittelbar mit einem Hebel über einen Drehantrieb verbunden. Wird der Absperrhahn aufgedreht, dreht sich die Kugel im Hahn um 90 Grad, sodass das Loch sich zur Leitung hin öffnet und die Flüssigkeit durchlaufen kann. Kugelhähne sind mit schwimmender oder geführter Kugel erhältlich. Die schwimmende Kugel wird in der Regel mithilfe von mehreren Dichtringen aus Kunststoff, meist Teflon, oder aus Metall abgedichtet. Teflondichtringe werden generell bis zu einer Betriebstemperatur von 220° C verwendet, Metalldichtungen auch bei höheren Temperaturen. Bei dieser Konstruktion wird die Kugel durch den Fluiddruck in die Dichtung gedrückt. Beim Absperrhahn mit geführter Kugel erfolgt die Dichtung über im Gehäuse gelagerte Zapfen und einem Dichtring. Hierbei wird die Dichtung durch das Wasser gegen Gehäuse und Kugel gepresst.

KugenventilJe nach Anwendungsbereich kann die Größe der Bohrung in der Kugel variieren. So unterscheidet man allgemein zwischen einem Kugelhahn mit vollem Durchgang und einem Kugelhahn mit reduziertem Durchgang. Bei vollem Durchgang ist der Durchmesser des Lochs genauso groß wie der Durchmesser des Heizungsrohrs. Das hat zur Folge, dass in der Leitung nur geringe Strömungsverluste auftreten. Ist der Durchgang reduziert, wird weniger Wasser durch den Hahn geleitet.

Der innere Durchmesser der Rohrleitung wird als Nennweite, englisch Diameter Nominal (DN), bezeichnet und ist ausschlaggebend für die Wahl des richtigen Kugelventils. Ebenso bei der Installation zu beachten ist der Nenndruck, Pressure Nominal (PN). Dieser beschreibt den maximalen inneren Überdruck bei einer Raumtemperatur von 20 °C, mit dem die Heizanlage laufen darf.

Gibt es einen Unterschied zwischen Kugelhahn und Kugelventil?

Absperrhahn

Den Absperrhahn gibt es mit verschiedenen Funktionsprinzipien zum Beispiel als Dreiwegekugelhahn oder Mini-Kugelhahn. Beim ersten kommt eine Kugel mit L-Bohrung zum Einsatz, die das Wasser auf zwei Leitungen verteilt. Der Mini-Kugelhahn hingegen ist durch seine kleine Bauform geprägt. Er wird üblicherweise in einem Temperaturbereich von 0 °C bis maximal 90 °C verwendet.


Kugelhahn

Der Kugelhahn wird manchmal fälschlicherweise auch als Kugelventil bezeichnet. Zwischen beiden Konstruktionen bestehen jedoch Unterschiede. Das Kugelventil wird als Rückschlagventil eingesetzt, dass in Leitungen den Rückfluss der Flüssigkeit verhindert. Hier ist die Kugel frei beweglich und das Wasser kann erst durchfließen, wenn der Druck auf die Kugel groß genug ist, um sie aus dem Ventilsitz zu drücken.

Kugelventile werden als Saug- und Druckventile auch in den einfachsten Mechanismen des Alltags, wie in der Kaffeemaschine verwendet.


Kugenventil
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