Unser Ratgeber für Sie

So reinigen Sie Ihren Küchenofen!

Veröffentlicht am 03.09.2020 08:00 | 0 Kommentare
Küchenofen auf linker Seite dreckig auf rechter seite sauber
Es macht Spaß, aber verursacht auch Schmutz: das Kochen mit dem Holzofen. Küchenherd und Herdplatte müssen regelmäßig gereinigt werden. Jedoch erschweren die unterschiedlichen Materialien die Reinigung, da Sie nicht auf ein einziges Reinigungsmittel zurückgreifen können. Wir geben Ihnen einen Überblick, welche Teile des Holzherdes Sie mit welchen Mitteln sauber bekommen.

Inhalt:
Für alte Küchenöfen wurde in der Regel Stahl verwendet. Das hat den Vorteil, dass das Material überaus robust und unempfindlich gegenüber Kratzern ist. Bei hartnäckigen Verschmutzungen, die sich partout nicht lösen möchten, können Sie einfach Schleifpapier einsetzen, um die Platte aus Stahl zu reinigen. 

Anders sieht es aus, wenn der Holzherd aus Emaille besteht: Diese Beschichtung ist sehr empfindlich. Mit Schleifpapier oder einem Stahlschwamm sollten Sie den Emaille-Elementen nicht zu nahe kommen. Verwenden Sie stattdessen einen weichen Schwamm und einfaches Seifenwasser. Vermeiden Sie aggressive Reiniger. Die Reinigung der anderen Teile eines alten Holzherdes gleicht der eines neuen Modells. Mehr dazu im Folgenden.

Küchenofen mit heller Kachelverkleidung
Ein neuer Ofen kann sich hinsichtlich des Materials der Verkleidung und der Herdplatte von einem alten Holzherd unterscheiden. Für die Herdplatten werden neben dem altbekannten Stahl auch Gusseisen oder Glaskeramik (z.B. Ceran) angeboten. Die Verkleidung kann zudem aus Keramik, Naturstein, Edelstahl oder Guss bestehen. Eine weitere Neuerung sind die Sichtfenster aus Glas in den Türen des Backfachs und der Brennkammer. Für gewöhnlich finden Sie Hinweise zur Reinigung in der Bedienungsanleitung des Holzherdes, an diese sollten sie sich halten, damit die Garantie bei eventuellen Schäden nicht erlischt. 

Modernern Küchenofen mit Edelstahlverkleidung
Heißer Tipp:  Überprüfen Sie bei der Komplettreinigung des Herdes auch sämtliche Dichtungen und ersetzen Sie diese gegebenenfalls.
Damit der Herd immer effizient arbeitet ist es wichtig die Rauchzüge regelmäßig zu reinigen, denn hier setzten sich Ruß und Asche ab und verringern so die Leistung und Funktionalität. Dazu nehmen Sie das Ofenrohr ab, oder kehren es über die Reinigungsöffnung aus. Je nach Modell Ihres Holzherdes können Sie die Herdplatte abnehmen und können so schon den oberen Teil des Zuges aussaugen/kehren. Vergessen Sie jedoch auch nicht den Zug, der um die Backkammer führt, auch hier sammeln sich die Ablagerungen an. Oftmals gibt es hierfür eine gesonderter Reinigungsöffnung, bei anderen Modellen wiederum müssen Sie den Boden des Backofens entnehmen, um an diesen Stellen den Ruß zu entfernen.
Querschnitt der Rauchgasführung in einem Küchenofen
Hinweis: Achten Sie darauf, alle Teile nach der Reinigung wieder ordentlich zusammenzusetzen, damit beim nächsten Betrieb kein Rauch in den Wohnraum tritt.
Die Brennkammer wird gereinigt wie bei anderen Kaminöfen auch: Mit einem Schürhaken können Sie die Brennkammer schon recht ordentlich von Rußablagerungen reinigen. Ist ein Rost vorhanden bürsten Sie diesen auch ordentlich ab und fegen oder saugen Sie danach die Brennkammer aus. Arbeiten Sie nur dann, wenn der Ofen völlig kalt ist. Bei Schamottestein in der Brennkammer müssen Sie vorsichtiger sein: Reinigen Sie diese, wenn nötig, vorsichtig mit einem kleinen Spachtel, damit die Steine nicht kaputt gehen. Das Fenster der Brennkammer können Sie mit einem feuchten Tuch und der Holzasche reinigen. 
Heißer Tipp: Feuchtes Holz führt zu einer verstärkten Rußbildung - und diese Partikel lagern sich auch in der Brennkammer ab, verwenden Sie deshalb immer Holz mit einer maximalen Restfeuchte von 20 %.
Den Backofen reinigen Sie am besten gleich nach dem Gebrauch, damit sich gar nicht erst hartnäckige Verkrustungen bilden. Da es sich auch hier meist um emaillierten oder lackierten Stahl oder Guss handelt, sollten Sie auch in der Backröhre nicht mit scheuernden oder schleifenden Mittelchen arbeiten, um die Emaille/ Lackierung nicht zu zerkratzen. Gute Ergebnisse für stark eingebrannten Schmutz erzielen Backofenreiniger. Die darin enthaltene Lauge wirkt stark alkalisch und lässt Fettreste & Co. aufquellen. Wer auf solche Reiniger verzichten will, kann auch eine Paste aus Wasser Backpulver, Natron oder Soda nutzen. Wischen Sie Schmutz und Reiniger mit einem feuchten Lappen weg. 

Besteht die Tür des Backofens aus Gusseisen sollten Sie auch hier auf eine besondere Pflege achten. Meist kommen die Türen schon geölt, diese Schicht sollten Sie von Zeit zu Zeit erneuern und darauf achten, dass der Backofen nach dem Backen nicht feucht bleibt.
Heißer Tipp: Lassen Sie sich Zeit. Backofen und Bleche werden leichter sauber, wenn sie ordentlich einweichen können. 
Stahl

Eine Herdplatte aus Stahl sollten im warmen (nicht heißen) Zustand gereinigt werden. Hier eignen sich herkömmliche Scheuermittel für die Reinigung. Einige Hersteller liefern sogar ein besonderes Tuch mit, um hartnäckige Verkrustungen entfernen zu können. Nachdem die Flecken entfernt sind, wird die Platte feucht abgewischt und abgetrocknet. Danach sollten Sie die betreffenden Teile leicht einfetten, säurefreie Öle wie Nähmaschinenöl oder ein spezieller Stahlplatten-Reiniger eignen sich gut dafür.

Guss

Für die Reinigung von Gussringen und Gussherdplatten können Sie feines Schleifpapier, zum Beispiel 150er Körnung, nutzen. Achten Sie aber darauf mit dem Schleifpapier keine emaillierten oder lackierten Bereiche zu berühren. Gleiches gilt für die Verwendung von Stahlwolle oder Schmirgelpasten. Hier sollten Sie aber mit einem Küchenkrepp oder Zeitungspapier nachpolieren. Um die Platte aus Guss dauerhaft zu schützen, empfiehlt es sich, auch hier die wichtigen Teile mit einem neutralen und hitzebeständigen Öl einzufetten.
Heißer Tipp: Um die Stahl- oder Gusskochstelle vor Rostflecken zu schützen, empfehlen die Hersteller keine Töpfe und Co. auf der kalten Herdplatte oder den Ringen stehen zu lassen.
Glaskeramik

Bei Küchenöfen mit Glaskeramik-Herdplatte sollten Sie auch nach jedem Kochen gleich jegliche Reste entfernen - das beugt starken Verschmutzungen am besten vor. Für Glaskeramik finden Sie im Handel wirksame Reiniger: Diese meist weiße Flüssigkeit verteilen Sie auf dem Herd und lassen es dann für wenige Minuten einwirken. Danach wischen Sie mit einem trockenen Tuch darüber. Auch grober Schmutz sollte sich damit entfernen lassen. Eine Alternative ist auch hier Backpulver.  Drei Esslöffel davon in 150 ml kochendem Wassser ergeben eine dünnflüssige Mischung, die Sie mit einem Tuch auf der Herdplatte verreiben. Dann warten Sie einige Minuten und wischen den gelösten Schmutz weg. Leichte Verkrustungen können auch mit Salz entfernt werden.
Bei der Verkleidung kommt es auf das Material an. Verfügt Ihr Holzofen über eine Verkleidung aus Keramik oder Emaille, müssen Sie sich keine großen Sorgen machen, mit Seifenlauge und einem nur leicht damit befeuchteten weichen Tuch können Sie diese problemlos säubern. Anders sieht es bei Stahl oder Gusseisen aus, hier sollte das weiche Tuch nur mit warmem Wasser befeuchtet werden. Sind die Oberflächen pulverbeschichtet, können Sie auch Seifenlauge verwenden. Ist die Verkleidung aus Naturstein kommt es auf die Art des Steines an. Ungeschliffener Stein kann mit einem Schleifpapier gesäubert werden, Tücher sind wegen der Fusselbildung eher ungeeignet. Weniger poröse Verkleidungen wie Speckstein und geschliffene Oberflächen können hingegen mit einem Baumwolltuch und Seifenlauge gereinigt werden.

La Nordica Küchenofen mit Natursteinverkleidung
Achtung: Säurehaltige Hausmittel wie Zitronensaft oder chemische Reiniger sollten Sie auf Naturstein nicht anwenden, diese Oberflächen reagieren äußerst empfindlich auf Säure.
Kommentar eingeben