Kaminöfen mit Backfach

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Kaminöfen mit Backfach sind aufstellfertige Kaminöfen, die neben der Brennkammer auch ein aufgesetztes Backfach haben. Sie bieten somit die Möglichkeit Speisen warm zu halten oder bei relativ niedrigen Temperaturen zu garen. Die Temperatursteuerung im Backfach erfolgt über die Brennstoff- und Luftzufuhr, es gibt jedoch keine Möglichkeit das Rauchgas umzulenken und das Backfach abzustellen. Eine solche Steuerung findet man üblicherweise in klassischen Küchenöfen.

Aufbau von Kaminöfen mit Backfach

Kaminöfen mit Backfach sind nur unwesentlich anders aufgebaut als "klassische" Kaminöfen. Die Besonderheit liegt hier im aufgesetzten Backfach, bei dem die Hitze der Verbrennungsgase zusätzlich genutzt wird. Durch den etwas längeren Weg der Rauchgase um die Backkammer herum sind die Abgase beim Austritt in den Schornstein also etwas kühler, als bei Modellen ohne Backkammer.

Das Backfach ist bei Kaminöfen mit Backfach stets oberhalb der Brennkammer angesiedelt und wird durch diese beim Betrieb des Kaminofens erhitzt. Hierzu strömen bei den meisten Modellen die heißen Verbrennungsgase um die Backkammer herum und erhitzen diese von mehreren Seiten. Naturgemäß ist hierbei die Unterseite immer am heißesten - was bei der Benutzung gut zu wissen ist.

Da das Innere der Backkammer von den Verbrennungsgasen getrennt ist, können Sie die Tür auch während des Betriebs bedenkenlos öffnen oder offen stehen lassen. Es kann kein Rauchgas austreten.

Im Inneren der Backkammer sind Führungsschienen für (meist optional erhältliche) Gitterroste und Backbleche angebracht, so wie Sie es auch aus der Küche kennen. Bei einigen Modellen - wie beispielsweise den Produkten von La Nordica findet sich auch ein integriertes Thermometer, was die Benutzung doch deutlich vereinfachen kann, speziell wenn man nach Rezepten mit Temperaturangaben kocht oder bäckt.

Kaminofen mit Backfach von La Nordica

Einen Kaminofen mit Backfach richtig benutzen

Möchte man einen Kaminofen mit Backfach zum Kochen oder Backen benutzen, gibt es einige Besonderheiten zu beachten:

  • alle Modelle arbeiten primär mit Unterhitze im Backfach
  • kurzfristig lassen sich auch hohe Temperaturen >150 °C erreichen
  • langfristig sind meist 80-150 °C zu erreichen, häufig stabil über mehrere Stunden
  • die Temperatursteuerung erfolgt stets über Brennstoffzufuhr und Verbrennungsluftregelung
  • die Backkammern sind in der Regel sehr dicht und verfügen über keine Abluft

Kaufberatung: So finden Sie den richtigen Ofen mit Backfach!

Sie wissen, dass Sie einen Ofen mit Backfach kaufen möchten! Darüber hinaus sollten Sie allerdings noch weiteren Kriterien Ihre Aufmerksamkeit schenken, damit Sie garantiert den Richtigen für Ihr Zuhause finden.

Darunter zählen zum Beispiel:

  • die Heizleistung: Je größer die zu beheizende Fläche ist, desto mehr Heizleistung braucht Ihr Kaminofen. Ist er zu klein dimensioniert, bleibt es kalt. Ist er jedoch zu groß, überhitzt der Aufstellraum. Gerne beraten wir Sie bei der Ermittlung der benötigten Nennwärmeleistung.
  • der Wirkungsgrad: Der Wirkungsgrad gibt an, wie viel Prozent der erzeugten Wärme in den Aufstellraum abgegeben wird. Dabei gilt, je höher der Wirkungsgrad, desto besser.
  • die Verbrennungsluftzufuhr: Kamin- und Küchenöfen können raumluftabhängig oder -unabhängig betrieben werden. Letztere sind vor allem dann Pflicht, wenn die Luft im Aufstellraum nicht genügt, um ausreichend Sauerstoff für den Verbrennungsvorgang bereitzustellen. Sprechen Sie mit Ihrem Schornsteinfeger darüber, welches System für Sie in Frage kommt.
  • die Ausstattung: Wünschen Sie neben dem Backfach auch einen Kaminofen mit Kochplatte? Oder soll der Ofen die Wärme besonders lange speichern können? Je nachdem, was Sie von Ihrem Kamin erwarten, sollten Sie auch nach den passenden Ausstattungsmerkmalen Ausschau halten.
  • die Verkleidung: Auch Kaminöfen mit Backfach gibt es in den unterschiedlichsten Verkleidungen. Unsere Angebotspalette reicht dabei von rustikalem Naturstein wie Speckstein bis hin zum zeitlosen Guss- oder Stahlkorpus.
  • das Design: Ihr Kamin mit Backkammer wird zum zentralen Hingucker in Ihrem Wohnzimmer oder Ihrer Küche. Dann sollte Ihnen auch das Design ausnahmslos gefallen. Wir bieten Ihnen zahlreiche attraktive Öfen in verschiedensten Designs. Da finden Sie garantiert den Richtigen.

Schwedenofen mit Backfach: Unsere Tipps für perfekte Ergebnisse

Das Backen in einem Ofen mit aufgesetztem Backfach funktioniert ein wenig anders als in Ihrem normalen Backofen. Doch mit den folgenden Tipps werden Ihnen die verschiedenen Ofengerichte spielend gelingen.

Pizza backen im Kamin

Wird der Ofen angefeuert, erreicht man die höchsten Temperaturen im Backfach, und zwar konkret am Boden des Backfachs. Dies ist praktisch für alles, was für relativ kurze Zeit hohe Temperaturen benötigt wie beispielsweise Flammkuchen oder Pizza.

Praktisch ist es hier auch auf keramische Pizzasteine zurückzugreifen, die die hohen Temperaturen gleichmäßig speichern und wieder abgeben können - diese finden Sie natürlich auch in unserem Grillsortiment.

Hohe Temperaturen über einen längeren Zeitraum erreichen Sie jedoch nur durch permanente, starke Brennstoffzufuhr - was natürlich den ganzen Ofen und den Aufstellraum stark erwärmen wird. Dies kann im Winter mitunter recht angenehm sein - aber sicher nicht dauerhaft. Als alternativen Pizzaofen sollten Sie einen Kaminofen mit Backfach nur in Ausnahmefällen sehen.

Um hohe Temperaturen zu erreichen, greifen sie auf besonders fein gespaltenes Holz zurück - eine Größe wie Anzündholz reicht völlig aus. Die größere Oberfläche bewirkt, dass das Holz schneller ausgasen kann und sie dem Feuer kurzfristig mehr Brennstoff zur Verfügung stellen - die Flamme wird größer, die Temperatur im Ofen steigt. Sie müssen dabei natürlich auch häufiger Holz nachlegen.

Achtung! Dauerhaft sollte man den Ofen nicht über der Vollast fahren, Sie riskieren damit langfristig das Ofenrost zu schädigen, in seltenen Fällen kann sich auch die Sichtscheibe eintrüben.

Brot backen

Ein Brot zu backen, ist in einem Kaminofen mit Backfach auch möglich. Jedoch kann man sich von der klassischen Backweise (bei 250 °C anbacken (Kruste) und bei 200 °C fertig ausbacken) verabschieden, denn diese Temperaturen werden Sie ohne Saunaeffekt im Aufstellraum nur schwer über den benötigten Zeitraum halten können.

Verwenden Sie am Besten eine Brotbackform und setzen sie auf Niedrigtemperatur - Backmethoden. Was früher gang und gäbe war, ist im Zeitalter von E-Herd und Umluft etwas in Vergessenheit geraten - schmökern Sie mal in Urgroßmutters Rezeptbuch oder in den gängigen Rezeptseiten - Sie werden garantiert fündig.

Das Geheimnis bei allen Rezepten liegt hier 1.) in den kleineren Portionen und 2.) in der längeren Backzeit.
Brötchen sind also gut machbar, auch kleine Kastenbrote gelingen mit etwas Übung. Sollten Sie primär Appetit auf 4 Pfund Brote haben, sollten Sie sich nach einer Alternative umsehen.

Praxistipp! Setzen Sie die Brotbackform auf eine niedrige Schiene, nie direkt auf den Boden des Backfachs, sonst brennt ihnen das Backwerk (durch die Unterhitze) schnell an.

Kuchen im Kaminofen backen

Zum Backen von Kuchen benötigt man in der Regel niedrigere Temperaturen als bei Brot. So findet man bei Rührkuchen häufig 160 - 180 °C und 45 - 60 Minuten als Angabe, bei Tortenböden 170 °C (für 15 Minuten) und bei Blechkuchen 200 °C (für 20 - 30 Min)

Auch hier gilt wie beim Brot: weniger ist mehr!

Dies gilt insbesondere bei der Wahl der Kuchenform. Zwar kann man durchaus die Temperaturen erreichen, die z.B. für einen Gugelhupf notwendig sind, doch will man diese für eine Stunde halten kann es schon sehr warm in der Wohnung werden. Sinnvoller wäre es, von vornherein auf kleinere Kuchenformen zu setzen. Muffins und Cupcakes beispielsweise gelingen sehr gut in Kaminöfen mit Backfach. Tortenböden haben einen mittleren Temperaturbedarf und brauchen nur eine sehr kurze Backzeit.
Auch beim Kuchen backen daran denken: stets die Form auf eine Schiene setzen, damit nichts anbrennt.

Kuchen im Kaminofen backen

 

Schmoren im Holzofen mit Backfach

Bei Schmorgerichten liegt klar die Stärke von Kaminöfen mit Backfach.
Beim Schmoren werden die Zutaten üblicherweise zunächst angebraten und anschließend in heißer oder siedender Flüssigkeit weitergegart. Beim Anbraten entstehen Röstaromen, die wesentlich zum Geschmack des Gerichts beitragen. Dies sollten sie idealerweise auf einem Herd vornehmen, denn die wenigsten Kaminöfen mit Backfach bieten auch eine Kochfläche - der Austroflamm Pallas Back bildet da eine Ausnahme, er hat beides - Backfach und Herdplatte.

Nach dem Anbraten kommen die Zutaten in ein dickwandiges Gefäß mit Deckel, um bei mäßiger Temperatur weiterzugaren. Hier reichen Temperaturen von 80- 100 °C schon aus, um den Effekt des Schmorens zu erreichen: Bindegewebe wird in Gelatine umgewandelt, damit wird das Fleisch zart und mürbe. Durch die Flüssigkeit und den drucklosen Dampf bleibt die Kerntemperatur in einem Bereich, in dem die Aromen erhalten bleiben und sich im Gericht anreichern.

Im Gegensatz zu Backwerk kann hier der Schmortopf auch direkt auf den Boden gestellt werden, damit die Hitze direkt über den Boden ans Schmorgut gelangen kann.

Niedrigtemperaturgaren im Kaminofen mit Backkammer

Wie beim Schmoren wird bei der Niedrigtemperaturgarmethode auf moderate Temperaturen zumeist im Bereich zwischen 80 und 100 °C gesetzt. Perfekt also für einen normal beheizten Kaminofen mit Backfach, der bereits brennt und bei dem ab und zu Brennstoff nachgelegt wird.

Im Wesentlichen findet im Gargut der gleiche Prozess wie beim Schmoren bereits geschildert statt, das Essen wird sehr zart und bleibt (da kaum Wasser verdampft) auch schön saftig.

Hier gibt es eine schier unendliche Auswahl an Rezepten, probieren Sie auf jeden Fall mal eine mit Niedrigtemperatur gegarte Ente aus - auch die gelingt im Kaminofen mit Backfach wirklich super und verströmt einen unbeschreiblichen Duft im Aufstellraum.

Warmhalten im Kaminofen

Auch für das pure Warmhalten von Gerichten sind Kaminöfen mit Backfach perfekt geeignet. Hierbei wird (im Gegensatz zum E-Herd) keine zusätzliche Energie verschwendet, sondern auf die Wärme des Kaminofens zurückgegriffen. Eine sehr smarte Lösung für alle, die auf den Verzehr der Gerichte länger warten müssen oder wollen.

Nützliche Tipps und Tricks bei Kaminöfen mit Backfach

  • Kondenswasser: Die Backkammern der Kaminöfen verfügen (anders als E-Herde) über keine Umluftfunktion und sind naturgemäß relativ dicht. Somit kann sich Schwitzwasser an den kältesten Bereichen der Backkammer bilden. Wischen Sie dies nach der Benutzung aus, oder lassen Sie es zwischenzeitlich mal beim Backvorgang ab (einfach die Tür öffnen) - dies beugt Rost vor.
  • Unterhitze: Die Backkammern werden primär an der Unterseite beheizt. Man sollte dies bei den Rezepten beachten und empfindliche Gerichte auf Roste oder Backbleche stellen.
  • Temperaturregelung: Hohe Temperaturen erreicht man im Backfach des Kaminofens nur durch Nachlegen von Brennstoff und Zufuhr von Verbrennungsluft. Dabei wird natürlich auch der Rest des Ofens wärmer - mitsamt dem Aufstellraum.
  • Sinnvolles Zubehör: stellt auf jeden Fall ein Gitterrost, ein Backblech und feuerfeste Formen für die Zubereitung der Speisen dar. Grillhandschuhe helfen gegen Verbrennungen, wenn man die Gerichte aus der Backkammer holt, kompakte Formen für Brote und Kuchen sind (wie weiter oben geschildert) ebenfalls sehr zweckmäßig.
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