Achtung Kohlenmonoxid: So betreiben Sie Ihren Kaminofen sicher!

Veröffentlicht am 25.10.2018 15:50 | 1 Kommentar
Kohlenmonoxid beim Kaminofen vermeiden
Immer wieder stößt man in den Medien auf Berichte über Vergiftungen durch Kohlenmonoxid. Hervorgerufen meist durch Abgase von Verbrennungsmotoren oder durch unsachgemäße Bedienung von Holzkohlegrill, Wasserpfeife oder Holzofen. Als aktueller oder zukünftiger Besitzer eines Kaminofens haben Sie sich vielleicht schon einmal gefragt, ob auch Ihr Kaminofen Kohlenmonoxid in gefährlichen Mengen in den Raum abgeben könnte. Schließlich wird auch hier organisches Holz verbrannt. Aber kein Grund zur Panik: Moderne Kamine sind bei sachgemäßer Installation und Handhabung sicher. Lesen Sie weiter, um alles Wichtige für Ofenbesitzer zum Thema Kohlenmonoxid und seiner Vermeidung zu erfahren.

Inhalt:
Was ist Kohlenmonoxid?
Kohlenmonoxid - in der Fachsprache heißt es Kohlenstoffmonooxid - ist eine gasförmige Verbindung von Kohlenstoff mit Sauerstoff und entsteht meist bei unvollständiger Verbrennung. Das Gas ist farb- und geruchslos, was eine Erkennung ohne Hilfsmittel schwierig macht. Es wird als giftig bezeichnet, weil es die Sauerstoffversorgung der Organe über das Blut verhindert, beziehungsweise einschränkt, und so zu schweren organischen Schäden und sogar zum Tod führen kann. Bei einer "normalen" Verbrennung von Holz oder Kohle mit ausreichender Sauerstoffzufuhr entsteht als Abgas zum größten Teil Kohlendioxid oder CO2. Ein Kohlenstoffatom (= C) bindet dann zwei Sauerstoffatome (= O2) an sich. Bei mangelhafter Sauerstoffzufuhr kann nur ein Sauerstoffatom gebunden werden, es entsteht Kohlenmonoxid oder CO.
Kohlenmonoxid im Ofen kann entstehen, wenn:
Kohlenmonoxid kann im Holzofen entstehen, wenn insgesamt die Sauerstoffzufuhr im Holzofen zu gering ist oder an bestimmten Stellen im Brennraum die Sauerstoffkonzentration zur vollständigen Verbrennung nicht ausreicht.
Beim funktionierendem Kaminzug - unproblematisch.
Normalerweise ist die Entstehung kleinerer Mengen dieses Gases im Kaminofen nicht problematisch. Es ist etwas leichter als Luft und wird daher bei einem funktionierenden Kaminzug rasch aufwärts nach außen abgeleitet. Problematisch wird es eigentlich nur, wenn das Kohlenmonoxid aus dem Ofen in den Wohnraum strömt.
Vorbeugende Maßnahmen
Egal ob Feuer oder Kohlenmonoxid, das Betreiben eines Kaminofens ist sicher, wenn Sie sich an gesetzliche Vorschriften halten und einer Fehlfunktion vorbeugen.
Um zu verhindern, dass Ihr Kaminofen Kohlenmonoxid in den Raum abgibt, sollten Sie ihn nur erster Abnahme des Schornsteinfegers betreiben und vor jeder Heizperiode auch alle wichtigen Elemente überprüfen, die für die ungehinderte Abführung der Verbrennungsgase zuständig sind. Dies sind das Rauchrohr und der Schornstein. Hier ist zunächst wichtig, dass alle Komponenten dicht miteinander verbunden sind und in ihrer Dimension zur Leistung des Ofens passen. Ist die sichere Abführung der Verbrennungsgase nicht gewährleistet, dringen sie durch den Ofen in den Raum und mit ihnen auch das Kohlenmonoxid.
Außerdem muss ein guter Zug gewährleistet sein. Mancherorts ist der Einfluss des Wetters ausschlaggebend, hier würde eine Schornsteinabdeckung oder ein Zugverstärker Abhilfe schaffen. Aber auch ein verrußtes Ofenrohr oder ein mit Ruß verengter Schornstein kann die Gefahr auslösen. Deshalb ist eine regelmäßige Reinigung und Inspektion wichtig.

Prüfen Sie vor dem Betrieb nach längerer Pause, ob sich auch keine Fremdkörper wie Laub oder gar ein Vogelnest im Schornstein befinden. Gerade Dohlen suchen sich gerne Schornsteine zum Brüten, was nicht nur für sie, sondern auch für den Besitzer des Schornsteins gefährlich werden kann, denn dieser wird so teilweise oder gänzlich verschlossen und die Abgase werden nicht abtransportiert. Zusätzlichen Schutz bietet hier ein Dohlenschutzgitter.
Auch die Bildung von Unterdruck im Raum sollte vermieden werden, denn dieser führt dazu, dass die Luft aus dem Ofen in den Aufstellraum gesogen wird. Unterdruck kann entstehen, wenn Sie einen raumluftabhängigen Kaminofen betreiben, ohne für ausreichende Belüftung des Raumes zu sorgen. Nützlich sind auch Kaminöfen, die mit externer Zuluft betrieben werden können. Diese beziehen neben der Raumluft auch Luft aus einem anderen Raum, wie dem Keller, oder von außen. So wird die Luft im Aufstellraum langsamer verbraucht und Sie müssen nicht ganz so häufig lüften.

Bei Passiv- und Niedrigenergiehäusern wird der Kauf eines raumluftunabhängigen Kaminofens empfohlen. Solche Feuerstätten beziehen die benötigte Luft über ein Leitungssystem von außen und lassen die Raumluft unangetastet. Auch der gleichzeitige Betrieb von einem Kaminofen und einer Dunstabzugshaube, welche die gefilterte Luft nicht zurück in den Raum leitet, kann zu Unterdruck führen. Halten Sie in solchen Situationen immer ein Fenster geöffnet.
Wichtig ist es auch, Fehler beim Heizen und der Bedienung des Kaminofens zu vermeiden, die zu unvollständiger Verbrennung führen. So sollten Sie nie zu viel Brennmaterial auf einmal oder zu große Holzscheite in den Kaminofen legen. Auch eine zu geringe Sauerstoffzufuhr erhöht die Gefahr einer unvollständigen Verbrennung. Wenn Sie also die Luftzufuhr an Ihrem Kaminofen stark drosseln, um einen möglichst langen Abbrand zu erreichen, kann die Entstehung von Kohlenmonoxid die Konsequenz sein.
Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen und gefährliche Situationen mit dem Gas vermeiden wollen, dann können Sie auf die Hilfe der Technik zurückgreifen. Möglich ist die Installation eines sogenannten Unterdruckwächters, der bei Unterdruck die Lüftungsanlage abschaltet. Zudem können Sie elektronische CO-Melder installieren. Diese warnen, ähnlich wie ein Rauchmelder, vor gefährlicher Kohlenmonoxidkonzentration nicht nur aus dem Ofen, sondern auch aus Verbrennungsmotoren oder Zentralheizungen.
Symptome der CO-Vergiftung
Wie äußert sich eine Kohlenmonoxidvergiftung? Wie bei jedem Gift kommt es auch bei Kohlenmonoxid auf die Dosierung an. In der normalen Wohnraumluft ist es mit bis zu 5 ppm (fünf Anteile pro einer Million) nur sehr gering vertreten. Da es sich aber bevorzugt an das Hämoglobin in den roten Blutkörperchen anlagert und dort den Platz des lebenswichtigen Sauerstoffs einnimmt, kann schon eine zahlenmäßig geringe Konzentration in der Luft schädlich sein. So wird bei einer Kohlenstoffmonoxid-Konzentration in der Atemluft von nur etwas über einem halben Prozent die Hälfte des Hämoglobins im Blut an der Sauerstoffaufnahme gehindert.
Dieser bedrohliche Vergiftungs-Zustand äußert sich durch:

  • Unspezifische Symptome wie Übelkeit und Kopfschmerzen
  • Schwindelgefühl und Sehschwäche
  • Rosa-Färbung der Haut
  • Bewusstlosigkeit und Lähmungserscheinungen.

Was tun, wenn Sie die Symptome an sich beobachten? Eine starke Konzentration von Kohlenstoffmonoxid im Blut kann relativ schnell zum Tod führen. Behandelt wird die Vergiftung durch die Beatmung mit reinem Sauerstoff, für Vergiftete ist also schnellstens ärztliche Hilfe notwendig. Als Notfallhelfer bei einer Kohlemonoxid-Vergiftung sollten Sie Folgendes tun:

  • Sich selbst schützen (Mund und Nase abdecken)
  • sofort lüften
  • Betroffene zügig aus dem Gefahrenbereich bringen
  • Notruf absetzen
  • Bewusstlose Personen in stabile Seitenlage bringen
  • bei Herzstillstand Reanimationsmaßnahmen durchführen
Tipps & Empfehlungen
Hier finden Sie unsere Zusammenfassung zum Thema. So betreiben Sie Ihren Kaminofen sicher:
Vorbeugende Maßnahmen:
  • sachgemäße Abgasleitung
  • ausreichende Schornsteinzug
  • Unterdrucksituationen ausschließen
  • richtiges Heizen
  • Warnsysteme
Unsere Empfehlungen:
  • Abnahme des Schonrsteinfegers
  • Schornsteinwartung
  • raumluftunabhängige Kaminöfen
  • 7 Tipps: Kaminofen richtig heizen
  • Unterdruckwächter
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Kommentare

Hallo, gibt es einen Grenzwert für verfügbare Raumluft m³, der nicht unterschritten werden darf, wenn man einen Kamin (offene Stelle, mit Glastür schließbar) betreiben möchte? Unser Schornsteinfeger verlangt eine Schaltung, die die Abzugshaube nur bei geöffnetem Fenster einschaltet. Da wir den Kamin seit 20 Jahren 4 bis 5 Mal im Jahr betreiben und im Wohnbereich ein offenes Treppenhaus in die obere und untere Etage haben, sind wir von der Notwendigkeit dieser Einrichtung nicht überzeugt. Vielleicht können Sie uns etwas schlauer machen? Vielen Dank, Hans Boerner

Antwort Redaktion ofenseite.com:

Hallo Herr Boerner,

ein solcher Grenzwert ist uns leider nicht bekannt. Tatsächlich liegt es jedoch in der Entscheidung des Schornsteinfegers, einen Fensterkontaktschalter zu fordern. Seine Entscheidung wird dabei nicht davon beeinflusst, wie oft Sie den Ofen betreiben, sondern wie oft Sie ihn betreiben könnten. Wenn Ihnen das Urteil Ihres Schornsteinfegers nicht angemessen erscheint, haben Sie zumindest die Möglichkeit, sich die Meinung eines anderen Schornsteinfegers einzuholen.

Mit freundlichen Grüßen, die ofenseite.com Redaktion

Hans Boerner, 24.09.2019 11:03

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