Kamin selber einbauen & anschließen - In 5 einfachen Schritten!

Für den Einbau eines Kaminofens benötigen Sie nicht immer einen Fachmann. In fünf einfachen Schritten können Sie selbst Ihren Kamin einbauen und anschließen. Trotzdem sollten Sie, wenn Sie Ihren Kamin einbauen, auf das Expertenwissen eines Schornsteinfegers nicht verzichten. Die offizielle Abnahme des Kamins durch einen Schornsteinfegermeister vor der ersten Inbetriebnahme ist gesetzlich vorgeschrieben. Hierbei wird überprüft, ob der Einbau des Kamins sowie dessen Anschluss den gesetzlichen Bestimmungen entsprechen.


Schritt 1 - Wählen Sie einen Standort, an dem Sie den Kaminofen anschließen wollen

Wenn Sie Ihren Kamin einbauen, besteht der erste Schritt in der Wahl des passenden Standorts, an dem Sie Ihren Ofen anschließen können. Falls Sie einen Kaminofen einbauen wollen, der mit Holz, Pellets oder Briketts beheizt wird, richtet sich Ihre Standortwahl nach der Position des Schornsteins im Gebäude. Zudem müssen Sie, wenn Sie einen Kamin einbauen und auch für den Kaminofen Anschluss verschiedene gesetzliche Vorschriften beachten. Der Gesetzgeber schreibt vor, dass ein Schornsteinzug eine Mindestgröße von 15 x 15 Zentimetern haben und mindestens 4,5 Meter über den Kaminofen hinausreichen muss. Wenn in Ihrem Haus bisher kein Schornstein vorhanden war, ist es in der Regel möglich, das Gebäude mit einem Außenschornstein nachzurüsten. Ihren Kaminofen einbauen, können Sie danach problemlos.


Den Standort für Ihren Kamin sollten Sie mit einem Schornsteinfeger besprechen und sich auch im Hinblick auf den passenden Ofen von ihm beraten lassen. Bei einer Vor-Ort-Begehung stellt der Experte fest, wo Sie den Kaminofen anschließen können und ob für den Kamin Anschluss bautechnische Veränderungen nötig sind. Er kennt die behördlichen Auflagen im Hinblick auf Sicherheit und Emissionsschutz. Natürlich wird er auch den Schornsteinzug überprüfen und sich um dessen Reinigung sowie gegebenenfalls um Reparaturen kümmern. Wenn Sie nach einer solchen Beratung Ihren Kamin einbauen, drohen in der Praxis kaum noch Pannen.

Schornstein Querschnittsberechnung

Schritt 2 - Kaminofen anschließen: Funkenschutzplatte auslegen und Sicherheitsabstände beachten

Bei Ihrer Entscheidung, wo Sie den Ofen anschließen werden, spielen auch die gesetzlichen Brandschutzvorgaben eine Rolle. Zu brennbaren Materialien sind für den Kamin und für das Ofenrohr Mindestabstände vorgeschrieben. Wenn Sie Ihren Kamin einbauen, müssen Sie diese Vorgaben unbedingt beachten.

Falls der Hersteller des Ofens keine konkreten Vorgaben hierzu macht, beträgt er für doppelwandige Kamine 40 Zentimeter. Die Feuerraumöffnung muss nach vorn 50 Zentimeter und seitlich 30 Zentimeter von brennbaren Gegenständen entfernt sein. Bei einwandigen Ofenteilen kann ein Sicherheitsabstand von bis zu 60 Zentimetern nötig sein. Welche Sicherheitsabstände Sie beachten müssen, wenn Sie Ihren Kaminofen einbauen, erfahren Sie durch die Beratung Ihres Schornsteinfegers.



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Falls der Kaminofen auf brennbaren Materialien wie Holzdielen oder Teppichboden steht, schreibt das Gesetz vor, eine Funkenschutzplatte zu verwenden. Sie schützt den Boden vor der Wärmeabstrahlung des Ofens und vor Funkenflug. Sie haben dabei in der Regel die Wahl zwischen Glasbodenplatten oder auch Kaminbodenplatten aus Metall. Diese sind in vielen unterschiedlichen Designs erhältlich. Wenn Sie den gesamten Kamin auf einer solchen feuerfesten Unterlage platzieren wollen, wird sie verlegt, bevor Sie den Ofen anschließen. Für Wandkamine können Sie eine Kamin-Vorlegeplatte verwenden, die den Bereich vor der Ofentür vor herabfallender Glut und Funken schützt. Seitlich muss eine Funkenschutzplatte den Grundriss des Ofens um mindestens 30 Zentimeter und nach vorn bei geöffneter Ofentür um mindestens 50 Zentimeter überragen. Bevor Sie den Kamin einbauen, müssen Sie diese Sicherheitsabstände überprüfen.

Schritt 3 - Ofen anschließen: Rauchrohranschluss setzen, um den Kaminofen anschließen zu können

Der nächste Arbeitsschritt besteht im Setzen des Rauchrohranschlusses an den Schornstein. Hierfür messen Sie aus, welche Rohrlänge benötigt wird und markieren an der Wand die Höhe, in der Sie den Ofen anschließen wollen. Danach führen Sie das Wandfutter des Rohres an diese Stelle und markieren seinen Umriss. Die Anschlussstelle für das Rauchrohr stemmen Sie mit Hammer und Meißel aus der Wand. Wenn Sie den Ofen anschließen, fixieren Sie den Rohransatz dort mit Mörtel. Wichtig ist, dass weder das Wandfutter noch das Ofenrohr in das Schornsteininnere ragen. Für den Kaminofen Anschluss benötigen Sie nicht nur ein gerades Rauchrohr, sondern außerdem ein Rauchrohrknie.



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Wichtig: Wenn Sie als Rauchabzug einen Keramikschornstein nutzen, ist für den Kaminofen Anschluss eine Kernbohrung mit einer speziellen Bohrmaschine nötig. Diese Arbeit sollten Sie einem Fachmann überlassen. Nur so stellen Sie ein fachgerechten Einbau sicher.

Schritt 4 - Kaminofen einbauen: Montage und Einbau des Kaminofens

Wenn Sie schließlich Ihren Kaminofen einbauen und anschließen, gehen Sie exakt nach der Bedienungsanleitung des Herstellers vor. Als erstes platzieren Sie den Ofen an seinem Standort. Hierbei sollten Sie das Einhalten der Sicherheitsabstände überprüfen. Danach nehmen Sie die eingentliche Montage vor. Diese umfasst die Fixierung des Rauchrohrs und die Abdichtung der Anschlussstellen mit feuerfestem Glasfaserband. Vor der endgültigen Montage wird der Ofen waagerecht ausgerichtet. Anschließend setzen Sie den Feinstaubfilter ein. Die beiden letzten Arbeitsgänge bestehen in der Montage der Deckkacheln und der seitlichen Ofenverkleidung.

Schritt 5 - Die Abnahme durch den Schornsteinfeger ist Pflicht!

Wenn Sie Ihren Kamin einbauen und ihn nun zum ersten Mal verwenden wollen, muss er durch einen Schornsteinfegermeister abgenommen werden. Der Experte prüft, ob der Einbau und der Anschluss sachgerecht vorgenommen wurden. Außerdem prüft er, ob dabei alle gesetzlichen Bestimmungen eingehalten wurden.

Schritt 6 - Der letzte Schritt: Kaminofen anheizen und einbrennen

Unabhängig davon, ob Sie selbst Ihren Kaminofen anschließen oder diese Arbeit einem Fachmann übertragen: Zum fachgerechten Kaminofen-Einbau gehört auch das richtige Anheizen und Einbrennen des Kamins. Der Ofenkörper von neuen Kaminen ist mit einer Lackschicht überzogen. Nach dem Aufbau muss sie in die Oberflächen eingebrannt werden und anschließend härten. Außerdem stellt sich während des Einbrennens das Material des Ofens auf die Hitzebelastung ein. Sehr wahrscheinlich werden Sie deshalb während der ersten Brennvorgänge in Ihrem Kaminofen knackende und knisternde Geräusche hören.

Kaminofen aufstellen & einbrennen

Für das erste Anheizen des Kamins dürfen nur trockenes Holz sowie etwas Holzwolle als Anzündhilfe zum Einsatz kommen. Den Ofen heizen Sie dabei unter Volllast. Hierfür müssen die Drosselklappe des Kamins und alle Luftregler vollständig geöffnet werden. Die Ofentür wird während des Einbrennens nicht verschlossen, sondern nur angelehnt. Wenn Sie die Tür verriegeln, wurde auch die Lackierung der Türdichtung eingebrannt - die Ofentür ließe sich danach nicht mehr öffnen.

Die Hersteller von Kaminöfen empfehlen, das Einbrennen mindestens zwei Mal zu wiederholen. Experten raten dagegen zu fünf bis sieben Einbrenngängen. Wichtig ist, dass Sie Ihr Kaminzimmer während des Einbrennens sehr gut lüften. Die Ausgasungen des Ofenlackes machen sich durch den typischen Lackgeruch bemerkbar. Auch die Entwicklung von Rauch während des Einbrennvorgangs ist nicht ungewöhnlich.

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Veröffentlicht am 23.07.2018 11:11 | 0 Kommentare

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