Kamin anzünden - so wird's gemacht!

Veröffentlicht am 15.11.2018 14:23 | 0 Kommentare
Kaminofen richtig anzünden
Lieben Sie es auch, abends dem Spiel der Flammen im Kamin zuzuschauen? Für viele ist das Entspannung pur. Doch vor diesem Genuss kommt bekanntlich das Anzünden des Kamins. Eine Aufgabe, bei der zugegebenermaßen manches schiefgehen kann - nicht nur bei frischgebackenen Kaminbesitzern. Doch wenn Sie einige Grundregeln beachten und den einen oder anderen Tipp beherzigen, dann wird Ihnen das Anzünden in Zukunft ganz leicht von der Hand gehen. Wir sagen Ihnen hier, wie Sie Ihren Kaminofen richtig anfeuern.

Inhalt:
Vor dem Ofen-Anzünden
Was müssen Sie beachten, bevor Sie den Ofen anzünden? Voraussetzung für ein schönes Kaminfeuer ist ein funktionierender Zug, der zur Verbrennung nötige Luft ansaugt und die Verbrennungsgase durch den Schornstein ableitet. 

Sie können leicht erkennen, ob in Ihrem Kaminofen ausreichender Zug herrscht: Eine Flamme am Streichholz oder Zündspan wird dann deutlich nach oben gezogen. Besonders bei ungünstiger Wetterlage oder wenn Sie den Kamin länger nicht zum Heizen benutzt haben, kann die Flamme nach unten zeigen oder nur schwach glimmen. Dann ist kein ausreichender Luftzug vorhanden und Sie müssen aktiv werden. Ist der Schornstein gereinigt und nicht blockiert, dann können Sie die stehende Luft leicht durch dosierte Warmluft in Bewegung bringen. Ein sogenanntes Lockfeuer treibt die Kaltluft aus dem Schornstein. Dieses Feuer entfachen Sie am besten mit einigen Holzspänen, die schnell entflammen und rasch Warmluft erzeugen, die nach oben steigt. Im Nu greift dann der sogenannte Kamineffekt und Ihr Ofen hat wieder den nötigen Zug. 

Ein Hilfsmittel ganz anderer Art taucht immer mal wieder beim Experten Tipp auf: Der Heißluftfön. Wer kein Lockfeuer entzünden möchte, kann vor dem Anzünden für einige Minuten mit dem Fön heiße Luft in das Rauchrohr blasen, die dann aufsteigt und weitere Luft von unten nach sich zieht.
Grundsätzlich muss man zwischen dem eigentlichen Brennholz zum Heizen und dem Holz zum Kaminofen-Anzünden unterscheiden. Das Holz soll lange und langsam brennen, um dabei stetig Wärme abzugeben. 

Beim Holz zum Anfeuern ist dagegen schneller Brand und schnelle Hitzeentwicklung gefragt. Späne oder Stäbchen aus Kiefer- und Fichtenholz oder anderem trockenen Weichholz sind dazu gut geeignet. Einmal entflammt, setzen sie ein größeres Holzscheit in Brand.

Als Brennstoff eignet sich gut getrocknetes Scheitholz von Laubbäumen. Laut Verordnung darf das Holz nicht mehr als 20% Restfeuchte (=Wasser) enthalten. Höhere Restfeuchte im Holzscheit bedeutet schlechtere Wärmeleistung und mehr Abgase. Mit feuchtem Holz heizen Sie nicht nur schlechter, sondern verärgern auch die Nachbarschaft durch Rauchentwicklung und Geruchsbelästigung
getrocknetes Buchenholz
Richtige Methoden
Bestimmt haben Sie schon die verschiedensten Meinungen zum Thema "Wie zünde ich am besten einen Kamin an?" gehört oder gelesen. Ob es nun "die" beste Methode zum Kamin Anzünden tatsächlich gibt, ist fraglich - schließlich haben bei einem Ofen die Bauweise, der Zug im Kamin, die Restfeuchte des Brennholzes und die Wetterlage Einfluss auf das Anzünden. Man kann allerdings die verschiedenen Methoden in zwei Gruppen einteilen. Und die haben ihre speziellen Vor- und Nachteile.
"Von oben" bedeutet, dass Sie hier das Anzündholz im Kaminofen über die großen Scheite legen und das von oben angezündet wird. 
Dabei wird das feinere Anmachholz in mehrere Schichten angeordnet. So brennen die Stäbchen länger und das Feuer kann besser auf das darunterliegende Brennholz übergreifen. Zusätzlich können Sie eine Anzünder auf den Holzstapel legen.
Dieser Methode wird nachgesagt, dass sie wenig Rauch entstehen lässt und Sie weniger Brennstoff benötigen. Dafür kann es aber etwas dauern, bis das Scheitholz Feuer fängt. Mit etwas Übung werden Sie bald die optimale Art der Holzschichtung für Ihren Kamin und Ihr Brennholz herausgefunden haben.
Holzschichtung für das Anzünden von oben
Vorteile:
  • geringe Rauchentwicklung & Brennstoffverbrauch
Nachteile:
  • langsamere Wärmeentwicklung
Bei dieser Methode wird die Schichtung des Brennmaterials von unten nach oben aufgebaut. 
Zuunterst liegt dann oft eine Anzündhilfe. Das fingerdicke Anmachholz wird entweder kegelförmig darüber aufgestellt, sodass es wie ein kleines Indianerzelt aussieht. Die nächste Schicht besteht aus Scheitholz, das ebenso aufgestellt und kegelförmig angeordnet wird, Holzscheit an Holzscheit. 
Oder Sie schichten gleich mittlere Scheite erst parallel zur Scheibe und dann quer über die Anzündhilfe. Angezündet wird das Holz von unten. Das innere Anmachholz fängt rasch Feuer und seine Flammen setzen ein stärkeres Holzscheit von unten in Brand.
Mit dieser Methode beginnt das Holz in der Regel schnell zu brennen. Um eventueller Rauchentwicklung vorzubeugen, sollten Sie auf gute Luftzufuhr beim Anzünden achten.
Holzschichtung für das Anzünden von unten
Vorteile:
  • Scheitholz entflammt schneller
Nachteile:
  • höhere Rauchentwicklung
Wie legt man Holz nach, wenn noch ein Glutbett vorhanden ist? Ist noch Glut im Aschebett können Sie auf Anzündhilfen und Anmachholz verzichten. Legen Sie die neuen Scheite parallel zur Sichtscheibe auf das Glutbett und sorgen Sie mit Hilfe des Zuluftreglers für ordentlich Sauerstoff. Haben die Holzscheite sich entzündet, können Sie die Zuluft wieder zurück fahren.
Geeignete Hilfsmittel
Welche Hilfsmittel eignen sich, um den Kamin richtig anzuzünden? Feuer machen im Kaminofen verlangt nach geeignetem Werkzeug: lange Kaminstreichhölzer, ein langes Feuerzeug, einen Fidibus oder Holzspan - wichtig, um Verbrennungen an den Fingern beim Anzünden zu vermeiden. Außerdem können Sie Anzündhilfen für das Holz in den Brennraum legen. Diese brennen länger als ein Streichholz und sind nützliche Helfer beim Anfeuern. Es gibt im Handel Anzündwürfel auf Paraffin- oder Petroleumbasis, aber auch solche aus gepresstem Holzmehl und Wachs. Auch Bio Anzünder aus Holzwolle haben sich bewährt. Verzichten sollten Sie auf Papier, wenn Sie ein Feuer in Ihrem Kamin entfachen wollen - besonders auf Zeitungs- und Altpapier. Druckerschwärze und schädliche Chemikalien gelangen hier beim Verbrennen in die Luft. Außerdem verbrennt Papier schneller im Kaminofen als die eben beschriebenen Anzündhilfen und ist daher wenig effektiv.
Richtige Luftzufuhr
Aus zwei Gründen braucht Ihr Kaminofen viel Luft beim Anzünden: erstens sorgt die Zufuhr von viel Sauerstoff für einen guten Brand des Anzündholzes und zweitens wird ein schneller Abtransport der Verbrennungsgase aus dem Brennraum durch den Schornstein ermöglicht. Sauerstoff ist für jeden Verbrennungsvorgang notwendig, doch gerade beim Ofen Anmachen muss er für die rasche Erzeugung von Flammen und Verbrennungshitze in ausreichender Menge zur Verfügung stehen. Sie sollten daher beim Anfeuern alle Luftzuführungen am Kamin öffnen. Das Anmachholz sollte außerdem so geschichtet sein, dass die Luft am Brennmaterial vorbei strömen kann. Mit der Erwärmung der Brennkammer verstärkt sich dann der Kamineffekt im Ofen. Die erwärmte Luft steigt nach oben, mit ihr das brandhemmende Kohlendioxid. Gleichzeitig wird durch den entstehenden Unterdruck frische Luft und neuer Sauerstoff in den Ofen gesogen. Die Verbrennung kommt so in Gang und erfasst schließlich auch das dickere Scheitholz. Sobald beim eigentlichen Brennholz der Abbrand beginnt, kann die Luftzufuhr zum Kamin gedrosselt werden.
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