Wasserführender Kamineinsatz - Wie wird er angeschlossen?

Veröffentlicht am 04.10.2018 15:48 | 0 Kommentare
wasserführenden Kamineinsatz anschließen
Ein wasserführender Kamineinsatz hat den Vorteil, dass Sie nicht nur in den Genuss einer heimeligen Feuerstelle kommen, sondern gleichzeitig auch Wasser erhitzt wird. Egal ob Fußbodenheizung, Brauchwasser für Badezimmer und Küche, oder Unterstützung der Zentralheizung, mit einem Kamineinsatz als wasserführende Komplettanlage können Sie nur profitieren. Ein wasserführender Kamineinsatz verlangt jedoch nach einer präzisen Installation! Wie das funktioniert und welche Fehler dabei vermieden werden sollten erfahren Sie hier.

Inhalt:
Einen wasserführenden Kamineinsatz anzuschließen ist auch mit grundsätzlichem technischem Verständnis kein Kinderspiel. Beachtet werden muss der richtige Anschluss des Ofens an den Pufferspeicher mittels Vor- und Rücklaufleitung. Die Anschlüsse am Ofen sind vom Hersteller gekennzeichnet und auch in der Bedienungsanleitung beschrieben. Vor dem Pufferspeicher wird zusätzlich noch über eine Bypassleitung die Rücklaufanhebung, der Laddomat, eingebaut. Dieser ist dafür zuständig die vorgeschriebene Temperatur im Rücklauf zum wassergeführten Kamineinsatz einzuregeln um diesen vor niedrigen Temperaturen zu schützen. Bei heißen Abgastemperaturen und ständig niedrigen Temperaturen in der Wassertasche des Einsatzes kann es zu Kondensatbildung kommen, welches den Kamin auf Dauer schädigen kann. Um dem entgegen zu Wirken wird eine Rücklaufanhebung eingebaut, welche die Rücklauftemperatur über 60 °C hält. Im weiteren Verlauf der Einbindung muss ein Überdruckventil installiert werden. Neben dem Pufferspeicher wird zwar ein ausreichend dimensioniertes Ausdehnungsgefäß montiert, sollte dies jedoch defekt sein, entsteht ein Überdruck in den Leitungen.

Auch durch ein blockiertes Ventil, oder einem nicht aufgedrehten Kugelhahn kann ein Überdruck in der Anlage auftreten. Wenn der Druck in der Anlage auf über 3 bar steigt, löst das Ventil aus und leitet den Druck aus dem System. Am Ventil besteht die Möglichkeit eine Ablaufleitung zu montierten um das Heizungswasser sachgerecht ableiten zu können. Unsere Empfehlung ist, die Sicherheitsgruppe mit Überdruckventil, Manometer und Entlüfter einzubauen. Es kann immer passieren, dass technische Komponenten einen Defekt aufweisen und dadurch das erwärmte Heizungswasser aus dem wassergeführten Kamineinsatz nicht an den Pufferspeicher abgegeben wird. Beispielsweise durch einen Stromausfall, einen Defekt am Temperaturdifferenzregler, welcher die Pumpe steuert oder aber die Pumpe selbst verweigert ihren Dienst. Um den Einsatz zu schützen wird eine thermische Ablaufsicherung direkt am Heizgerät installiert. Diese hat die Aufgabe bei einer Wassertaschentemperatur größer 97 °C kaltes Wasser durch den Sicherheitswärmetauscher des Kamineinsatzes strömen zu lassen um diesen wieder zu kühlen. Hierbei ist bei der Installation zu beachten, dass nicht nur eine Vor- und Rücklaufleitung zum Pufferspeicher benötigt wird, sondern auch eine Kaltwasserzuleitung, sowie eine freie Abflussleitung für die thermische Ablaufsicherung.
Benötige Anschlusskomponenten - wasserführender Kamineinsatz
Möchten Sie einen wasserführenden Kamineinsatz anschließen, sollten Sie zuerst wissen, aus welchen einzelnen Komponenten der Ofen und das komplette System bestehen und wozu die einzelnen Bauteile überhaupt dienen. Natürlich ist es auch möglich, bei uns ein Komplettset zu bestellen oder sich hinsichtlich der benötigten Komponenten von unserem freundlichen Fachpersonalberaten zu lassen.
Ofenrohre
Wie beim Kaminofen muss auch der Einsatz fachgerecht an den Schornstein angeschlossen werden. Dazu benötigen sie die passenden Rauchrohre.

Außenluftanschluss: 
Ist Ihr Kamineinsatz für den raumluftunabhängigen Betrieb gedacht, bedarf es eines Außenluftanschlusses. Die Luft kann mittels Flachkanälen oder Lüftungsrohren entweder von außen oder aus dem Keller zugeführt werden. Möglich ist auch die Luftzufuhr durch einen Luft-Abgas Schornstein (LAS).

Rauchrohr und Außenluftzufuhr
Thermische Ablaufsicherung (TAS): 
Die thermische Ablaufsicherung sorgt dafür, dass bei einer zu hohen Vorlauftemperatur die Wärme durch die Zufuhr von kaltem Wasser (Einspeisung von Trinkwasser) reguliert wird. Dies ist besonders wichtig, wenn der Heizkreislauf bei einem Stromausfall nicht mehr richtig arbeitet.

Kesselsicherheitsgruppe (KSG): 
Die Kesselsicherheitsgruppe sorgt für den sicheren Betrieb. Ausgestattet mit Manometer, Sicherheitsventil und Schnellentlüfter hält dieses Bauteil den Druck der Komplettanlage permanent auf einem sicheren Niveau.

Thermische Rücklaufanhebung: 
Die Rücklaufanhebungsgruppe erschafft einen kleinen Wasserkreislauf und mischt bei Inbetriebnahme der Feuerstätte das heiße Wasser aus dem Ofen mit kaltem Wasser aus dem Pufferspeicher. Dadurch entsteht im internen Kreislauf die optimale Betriebstemperatur für den wassergeführten Kamin oder Kamineinsatz. Ist eine Temperatur von 63 °C erreicht, wird der interne Kreislauf geöffnet und das Wasser wird in den entsprechenden Pufferspeicher eingespeist.

Temperaturdifferenzsteuerung (TDS/TDC/TDR): 
Mit einem Temperatur-Differenz-Regler wird die Pumpe der Rücklaufanhebung gesteuert. Die Steuerung sorgt für den perfekten Temperaturunterschied zwischen Wassertasche  im Kamineinsatz bzw. Kaminofen und dem Pufferspeicher. Solange die Temperatur in der Wassertasche des Kamineinsatzes 5 Kelvin höher ist als im Pufferspeicher, wird dieser geladen. 

Temperaturfühler: 
Damit die Temperaturdifferenzsteuerung funktioniert werden Temperaturfühler in die Wassertasche der Feuerstätte und im Speicher platziert. 

Druckausgleichsbehälter: 
Das Membranausdehnungsgefäß ist notwendig, um einen konstanten Wasserdruck im Heizkreislauf sicherzustellen und einen Überdruck zu vermeiden. Als richtige Dimensionierung (Volumen, Liter) für das Ausdehnungsgefäß sollten 10 % des gesamten Heizkreislaufes inklusive des Pufferspeichervolumens gewählt werden.

Speicher
Mit einer wasserführenden Feuerstätte erhitzen Sie Wasser, welches dann in einem Puffer-, Hygiene- oder Schichtspeicher gespeichert werden kann. So steht die erzeugte Wärme immer dann bereit, wenn sie benötigt wird.
Sollten Sie einmal nicht weiter wissen, steht es Ihnen natürlich frei, einen Fachmann zu Rate zu ziehen. Gerne können Sie auch unsere Fachberater kontaktieren, welche Ihnen umfassenden kostenfreien telefonischen Support bieten. Gern unterstützen wir Sie bereits in der Planungsphase, um den richtigen wassergeführten Kamineinsatz, sowie die notwendigen und passende Komponenten zusammenstellen. Natürlich erhalten Sie ein individuelles Angebot von uns.
  • Anschlüsse hinten oder unten max.
  • Länge der Leitungen erst speicher
  • einbauen und anschließen, dann Ofen-Druckprüfung 
  • Flussrichtung bei Ventilen und Mischern beachten
Ein wasserführender Kamineinsatz ist kein Spielzeug. Anfänger, die auf eigene Faust handeln, können viele Fehler machen. Beispielsweise könnte es sein, dass der falsche Wandabstand gewählt wird, Entlüftungsmöglichkeiten auf den Anschlussleitungen fehlen oder dass viele Anschlüsse auch ohne wichtige Verschraubungen ausgeführt werden. Es könnte auch passieren, dass das Sicherheitsventil im hydraulischen Kreislauf falsch montiert wird. Kurz gesagt: Es könnte sein, dass der Ofen durch diese kleinen Missgeschicke keine Wärme abgeben kann. Bei fließendem Wasser ist das kein Problem, aber sollten die Stadtwerke das Wasser abstellen, kann sich extreme Hitze entwickeln. Das Volumen kann sich stark verändern, da aus Wasser der wesentlich leichtere Wasserdampf wird. Der Ofen kann den Druck nicht mehr abführen - und so drohen schwere Schäden am Kamin und auch in der Umgebung. Das Beispiel zeigt, was bei einem nicht sachgerechten Anschluss infolge einer fehlerhaften Installation droht.
Möchten Sie auf eigene Faust einen wasserführenden Kamineinsatz anschließen, kann ohne Fachwissen und technisches Verständnis sehr viel schiefgehen. Die Installation ist, wie Sie den vorherigen Abschnitten bereits entnehmen konnten, keine Sache, die Sie auf die leichte Schulter nehmen sollten. Daher raten wir unbedingt dazu, einen Fachmann zu Rate zu ziehen. Das lohnt sich bereits alleine dadurch, dass es normalerweise keine Gewährleistung vom Hersteller gibt, wenn Sie Puffer & Co. ohne Fachmann einbauen. Mit anderen Worten: Sind Sie nicht selbst zufällig darin versiert, eine Komplettanlage einzubauen, sollten Sie sich unbedingt professionelle Hilfe holen.
Wir raten Ihnen außerdem dazu, am besten gleich komplette Installations-Sets zu kaufen. Dies reduziert die Gefahr, Fehler zu machen, da alle wichtigen Verbindungselemente schon im Paket enthalten sind. Außerdem sparen Sie sich viel zeitlichen Aufwand, da Sie die Teile nicht mühsam einzeln heraussuchen müssen. Zu guter Letzt wird sich diese Entscheidung positiv auf Ihren Geldbeutel auswirken, da Sets günstiger sind als der Kauf einzelner Elemente.
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