Der neue Kaminofen stinkt? Wie Sie den Kaminofen richtig einbrennen

Veröffentlicht am 05.12.2019 08:00 | 0 Kommentare
Frau hält sich Nase zu, weil Kaminofen stinkt
Beim Heizen stinkt es? Am Anfang ist das normal, später jedoch nicht mehr. Um diesen unangenehmen Nebeneffekt zu vermeiden, sollten Sie den Kaminofen durch einen Einbrennprozess richtig einweihen. Wie das funktioniert, wo die Stolpersteine liegen und was es mit einem stinkenden Ofen auf sich hat, erfahren Sie im Folgenden.

Inhalt:
Der Kamin stinkt beim Heizen? Ursachen für einen unangenehmen Geruch aus dem Ofen kann es viele geben. Zunächst muss man zwischen einem frisch in Betrieb genommenen, neuen Kaminofen und einem Modell, das bereits geraume Zeit an Ort und Stelle steht unterscheiden. Bei einem neuen Modell ist es nämlich gar nicht so ungewöhnlich, dass er sozusagen "ausdünstet" und demzufolge nicht nur der Rauch schlecht riechen wird. Das ist sogar ein gutes Zeichen - Handlungsbedarf ist also nicht gegeben! (Außer vielleicht lüften).

Anders sieht es aus, wenn der Kaminofen schon eine Weile in Betrieb ist. Dann können folgende Ursachen vorliegen:

  • Sie verwenden Holz, an dem Rückstände von Lackierungen oder ähnliche Materialien hängen. Auch Abfall, der im Haus im Alltag so anfällt, verfeuern einige Personen. Beides führt unter Garantie zu schlechter Luft und ist nicht erlaubt.
  • Möglicherweise zieht auch der Schornstein nicht richtig. Das kann dann der Fall sein, wenn er für die Größe des Kamins unterdimensioniert ist oder wenn er einfach nicht richtig gereinigt wurde oder durch ein Vogelnest oder Glanzruß verstopft ist.
  • Zu guter Letzt könnte es auch an einer falschen Bedienung des Ofens liegen. Wenn Sie sich nicht auskennen und etwas falsch machen, hat das direkt Auswirkungen auf Brennwirkung, Luftqualität und mehr.
Zusammengefasst können wir sagen, dass ein wenig Stinken beim Heizen bei einem neuen Ofen sogar gewünscht ist; bei einem älteren Modell ist es aber Anzeichen für einen Mangel.
Starker Rauchaustritt aus Schornstein
Handelt es sich um einen im wahrsten Sinne des Wortes brandneuen Ofen, sollte Sie ein unangenehmer Duft nicht stören - auch bei sauberem Holz. Dann nämlich muss die Lackierung, mit der der Ofen gestrichen ist, zuerst aushärten. Das geschieht, wenn Sie das Holz einfach brennen lassen. Während brennendes Holz und Lack arbeiten, wird es oft ein wenig unangenehm riechen. Glücklicherweise ist das für Sie ein Zeichen, dass der Kamin einwandfrei funktioniert. Halten Sie es nicht aus, gibt es nur eine wirksame Abhilfe: Fenster öffnen und lüften! Ja, dann entweicht erst einmal die Hitze, aber eine andere Möglichkeit haben Sie mit einer neuen Feuerstätte nicht.
Frau öffnet Fenster
Wichtig ist der Einbrennprozess sowohl aus wirtschaftlicher als auch ästhetischer Sicht: Brennt das Holz schließlich, wird nämlich (wie bereits erwähnt) das Aushärten des Lacks in Gang gebracht. Das sollten Sie auch "richtig" machen, denn Laien können hier auch Fehler passieren. Wichtig ist diese Aushärtung, weil sonst beim Putzen des Kamins oder auch bei Wartungsarbeiten am Ofen Schäden entstehen können. Das wäre ärgerlich, denn dann müssten Sie den neuen Kaminofen nachlackieren. Im Extremfall, wenn gar kein Einbrennprozess stattgefunden hat, kann selbst beim Abstellen eines Gegenstandes - vielleicht eines Glases - auf dem Ofen schon Spuren hinterlassen. Beißen Sie also lieber in den sauren Apfel, lassen Sie es stinken und kümmern Sie sich um die Aushärtung.
Feuer lodert im Kamin
Anleitung Kamin einbrennen
Fachmännische Hilfe brauchen Sie für diesen Schritt nicht, wenn Sie sorgsam und umsichtig vorgehen. Los geht's:

  • Zuerst bestellen Sie einen Schornsteinfeger, der die Abnahme durchführt und sich bei der Gelegenheit auch den Schornstein noch einmal anschauen wird.
  • Danach stellen Sie sicher, dass der Ofen komplett (!) frei ist. Das heißt: Kein Zubehör, keine Sicherungen, keine Reste der Verpackung, keine Aufkleber (ausgenommen das Typenschild) und so weiter. Nur der "nackte" Kamin sollte vor Ihnen stehen.
  • Achten Sie darauf, den Lack auch selbst nicht zu berühren, da selbst dies ihn beschädigen könnte.
  • Los geht's mit dem eigentlichen Brennprozess: Öffnen Sie alle Luftregler sowie die Drosselklappe und legen Sie dann Holz in die Brennkammer. Wichtig: Das Holz muss wirklich komplett trocken sein. Gehen Sie vorsichtig vor, Stichwort: empfindliche Lackierung. 
  • Zünden Sie jetzt das Feuer an, am besten mit ein wenig Holzwolle. Lodert das Feuer und die Scheite brennen gut, regeln Sie die Luftzufuhr auf das Normalmaß zurück. Achten Sie darauf, während dieser Zeit die Tür nicht komplett zu schließen, sondern sie nur geschlossen anzulehnen.
Vergessen Sie während dieser Zeit nicht, dass Sie beim Heizen den Wohnraum gut lüften, denn stinken wird es garantiert.
Hinweis:  Auch der Lack der Ofenrohre wird durch das Einbrennen ausgehärtet.
Eine wirklich pauschale Empfehlung gibt es dafür nicht, aber für gewöhnlich stehen konkrete Anweisungen vom Hersteller in der Bedienungsanleitung der jeweiligen Feuerstätte. Dass die Zeiten abweichen, liegt unter anderem daran, dass die unterschiedlichen Hersteller auch unterschiedliche Lacke für ihre Öfen verwenden. Befragen Sie im Zweifelsfall also einen Fachmann oder die Betriebsanleitung, um die Einbrenndauer in Erfahrung zu bringen.

Erfahrungswerte haben jedoch ergeben, dass die Feuerstätte nach dem Einbrennprozess etwa drei Stunden auskühlen sollte. In dieser Zeit härtet die Lackierung weiter aus. Achten Sie darauf, dass Sie die Lackierung in dieser Zeit nicht berühren, denn dann entstehen vielleicht schon kleine Schäden. Stellen Sie sich am besten einfach einen Wecker: Nach drei Stunden ist der Kamin garantiert weitgehend abgekühlt.

Wollen Sie es professionell angehen, werden Sie danach mit weiterem Holz weitere Einbrennvorgänge vornehmen, um Stinken zu vermeiden. Steigern Sie währenddessen die Temperatur immer ein wenig. Fangen Sie langsam an und tasten Sie sich dann über fünf bis sieben Brennvorgänge vor. So erreichen Sie die maximale Aushärtung und erreichen ein professionelles Ergebnis, das garantiert lange vorhalten wird.
Sanduhr
Möchte der unangenehme Geruch nicht weichen, liegt die Ursache woanders. Prüfen Sie zuerst das Holz: Es muss immer trocken und frei von Rückständen anderer Materialien sein. Fällt diese Fehlerquelle weg, könnte der Schornstein verdreckt sein und durch schlechten Zug den Rauch (oder einen Teil davon) wieder in den Raum leiten. Ein Schornsteinfeger weiß in diesem Bereich am besten Bescheid. Vielleicht ist auch der Ofen nicht komplett dicht oder ein Schaden an den Ofenrohren liegt vor. Oft können Sie das als Laie nicht erkennen - sodass wieder ein Fachmann notwendig ist, um Klarheit zu bringen. Nur ignorieren sollten Sie einen dauerhaft auftretenden beißenden Geruch auf keinen Fall, schon gar nicht, wenn er in Verbindung mit Qualm auftritt.
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