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Ofen qualmt wie verrückt? Daran kann es liegen!

Veröffentlicht am 01.09.2021 16:20 | 1 Kommentar
Kamin qualmt stark
Sie haben sich einen Ofen angeschafft, ihn installiert und bemerken plötzlich, dass der neue Kaminofen qualmt? Dies kann unterschiedliche Ursachen haben.

Wenn der Kaminofen qualmt, sollten Sie die Ursachen ergründen
Wichtig ist zunächst: Nehmen Sie es nicht auf die leichte Schulter, wenn der Ofen qualmt. Überflüssiger Rauch bringt sehr viele Nachteile mit sich. Sehr offensichtlich werden Sie es zuerst daran merken, dass es bei Ihnen plötzlich stinkt. Auf Dauer ist das kaum zu ertragen. Nicht zuletzt ergibt sich dadurch natürlich eine Gefahr für Sie (und andere dort wohnhafte Personen).
Sie provozieren eine überflüssige Umweltbelastung, wenn der Kamin qualmt und Sie nichts dagegen unternehmen. Entsteht der Rauch beispielsweise durch das Brennen von Holz, das mit anderen Stoffen wie Lack belastet ist, wird sich dies unweigerlich negativ auf die Umwelt auswirken. Unangenehmer, dunkler Qualm, der aus dem Schornstein abzieht, kann sich zu guter Letzt auch in der Nachbarschaft ablegen. Mit anderen Worten: Es gibt viele gute Gründe, warum Sie handeln sollten, wenn der Ofen qualmt.
Stellen Sie sicher, dass der Schornstein sauber ist - und zwar wirklich sauber. Schauen Sie bei Gelegenheit mit einer Taschenlampe hinein:

  • Entdecken Sie sehr viel Ruß und Teer?
  • Haben über den Sommer vielleicht Vögel Nester im Inneren gebaut oder brechen Steine heraus?

Das kann den Abzug der Abgase deutlich erschweren. Falls der Kamin qualmt, reinigen Sie möglichst auch das Ofenrohr sowie die Innenteile des Ofens. 

Wenn Sie das nicht alleine schaffen, wenden Sie sich an Ihren Schornsteinfeger. Es wird nicht das erste Mal sein, dass er einschreitet, wenn ein Ofen qualmt.
Ofen qualmt
2. Gestörter Schornsteinzug durch eine Lüftungsanlage
Lüftungsanlagen und Öfen im gleichen Zimmer sollten Sie vermeiden. Dunstabzugshauben lüften den Raum und entziehen ihm dabei Sauerstoff, der aber vom Kamin benötigt wird. Infolgedessen qualmt der Kaminofen. Eine einfache Lösung besteht darin, die Dunstabzugshaube einfach nicht zu benutzen, wenn Sie ein Feuer entzünden. Da diese Methode aber sehr unsicher ist, schreibt der Gesetzgeber die Nutzung eines Druckwächters bzw. die Installation eines DiBt-geprüften Ofens vor. Lesen Sie hier hier weiter, um mehr darüber zu erfahren. Falls der Kamin trotzdem qualmt, hat dies vielleicht an anderen Ursachen - wie die Schornsteinhöhe.
3. Schornstein passt nicht zum Ofen
Sowohl Höhe als auch Querschnitt des Schornsteins sind sehr wichtig, da ein Unterdruck erzeugt wird. Im besten Fall hat der Schornstein mindestens vier Meter Höhe (maximal sind zwölf Meter denkbar). Um genauer zu beurteilen, welche Querschnittsfläche und Höhe richtig sind, sollte eine Schornsteinberechnung durchgeführt werden. Das können Sie entweder einen Fachmann erledigen lassen oder direkt hier über ofenseite.com in Angriff nehmen. Wichtig ist in jedem Fall, dass Höhe und Querschnitt am Ende denjenigen Daten entsprechen, die sich bei der Berechnung ergeben. Andernfalls werden Sie garantiert eine Anpassung vornehmen müssen.
4. Ungünstige Wetterlage
Möglicherweise sind Sie gar nicht direkt selbst schuld, wenn der Kaminofen qualmt. Das Wetter beispielsweise können Sie nicht beeinflussen. Wenn Sie nicht in einem dicht bebauten Wohngebiet leben, kommt es unter anderem auch auf die Position der Schornsteinmündung an. Stauwinde, die vor großen Objekten wie Bäumen entstehen, können sich negativ auf den Zug auswirken. Auch das führt dazu, dass ihr Kamin qualmt.

Auch Faktoren wie Temperatur, Luftdruck und Windgeschwindigkeit können sich auf den Zug auswirken. Bei Temperaturen von etwa 15°C und höher werden Sie es oft schwer haben, den Kaminofen überhaupt in Gang zu bringen. Testen Sie in einem solchen Fall Starthilfen wie ein Blatt Papier, um für ein wenig Start-Auftrieb zu sorgen.
Heißer Tipp: Hier können Sie genauer nachlesen, welchen Einfluss das Wetter auf Ihren Ofen hat.
5. Falscher Schornsteinaufsatz
Aufsätze auf dem Schornstein werden normalerweise angebracht, um das Nisten von Vögeln zu vermeiden oder den Schornstein anderweitig zu schützen. Sie können sich aber auch so negativ auf die Zugfähigkeit auswirken, dass am Ende der Ofen qualmt. Das kann der Fall sein, wenn der Aufsatz zu nah an der Mündung des Schornsteins montiert ist. Dann zieht die Luft nicht ab und der Kamin qualmt. 

Falls Sie es sich alleine zutrauen, montieren Sie testweise den Aufsatz ab. Prüfen Sie dann, ob der Ofen noch immer qualmt. Die Rücksprache mit einem Schornsteinfeger ist allemal empfehlenswert.
6. Fehlende Isolierung
Möglicherweise entsteht das Problem auch durch eine mangelhafte Isolierung des Schornsteins. Kühlen die Rauchgase deshalb zu schnell ab, können sie nicht mehr aufsteigen und werden zurück in den Ofen und dann auch in den Raum gedrückt. Auch in diesem Fall vertrauen Sie am besten Ihrem Schornsteinfeger. Er schafft das Kaminproblem gemeinsam mit Ihnen aus der Welt.
Die häufigste Ursache ist aber feuchtes Kaminholz.  Kaminholz sollte generell nicht mehr Restfeuchte haben als 20 %. Haben Sie kein Messgerät zur Kontrolle, können Sie den Feuchtigkeitsgrad natürlich nicht genau in Erfahrung bringen. Der Seifentest, wie unten im Video gezeigt, gibt Ihnen einen ersten Anhaltspunkt. Um sicher zu gehen, legen Sie ganz einfach trockenes Holz nach, von dem Sie wissen, dass es bereits seit langer Zeit lagert. Qualmt der Ofen dann nicht mehr, wissen Sie sicher, dass es am Holz liegt.

Falls der Ofen qualmt, sollten Sie daher immer zuerst das Holz als Schuldigen in Betracht ziehen.

8. Falsche Luftzufuhr beim Anheizen
Falls der Kamin qualmt, könnte es auch daran liegen, dass die Luftzufuhr nicht korrekt eingestellt ist. Öffnen Sie während des Anheizvorgangs alle Luftzuführungen vollständig. Haben Sie das Gefühl dass dies immer noch nicht ausreicht, lassen Sie die Brennraumtür einen kleinen Spalt offen. 

Sobald die Flamme ordentlich brennt, schließen Sie die Tür und regeln die Luftzufuhr herunter. Sprich: Die Primärluftzufuhr wird geschlossen, die Sekundärluft bleibt weiterhin geöffnet.
Achtung:
Bitte drosseln Sie die Luftzufuhr nicht unnötig, um "Brennstoff zu sparen". Dieses Vorgehen sorgt nur für eine unvollständige und stark rußende Verbrennung.
9. Qualmentwicklung beim Nachlegen
Allgemein können Sie davon ausgehen, dass die Verbrennung im Kaminofen nicht optimal läuft, wenn dieser qualmt. Das ist obendrein gefährlich, weil auch eine erhöhte Versottung des Kamins eintritt. Kaminrauch entsteht unter anderem, wenn es im Inneren des Ofens eher schwelt als brennt. Außerdem sollten Sie die Tür nicht ruckartig öffnen. Der schnell aufgebaute Unterdruck zieht sonst den Kaminqualm aus dem Ofen. Öffnen Sie die Tür daher immer langsam und gleichmäßig. Fachen Sie über den Luftregler das Feuer kurz an, falls der Ofen qualmt.

Kommentare

Unser Kamin stinkt,ist aber vom Schornsteinfeger abgenommen,,wir haben den sei gestern aus aber es stinkt weiter ,mein Mann hat Kerzen gegen den Geruch angemacht

Antwort Redaktion ofenseite.com:

Guten Tag Frau Menzel,

vielen Dank für Ihre Nachricht. Dass der Kaminofen bei der ersten Benutzung stinkt, ist nichts Ungewöhnliches. Die unangenehmen Gerüche entstehen meist durch das Einbrennen des Lacks. In dieser Zeit sollten Sie für eine ausreichende Lüftung des Aufstellraums sorgen. Wird die Geruchsbelästigung auch nach mehrmaligem Anfeuern nicht weniger, kann es auch am verwendeten Holz liegen. Wir haben zu diesem Thema auch einen extra Beitrag in unserem Ratgeber, der Ihnen evtl. weiterhelfen kann: https://www.ofenseite.com/kamin-stinkt-einbrennen. 

Viele Grüße, Ihr ofenseite-Team

Menzel, 08.10.2020 10:46
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