Die Funkenschutzplatte: Vorschriften und nützliche Tipps

Veröffentlicht am 11.05.2020 08:00 | 0 Kommentare
Kaminofen auf Glasplatte
Wenn Sie einen Kamin aufstellen wollen, ist der Brandschutz oberstes Gebot. Das gilt auch für den Fußboden, denn nicht jeder Untergrund ist feuerfest. Deshalb ist eine Funkenschutzplatte Vorschrift, wenn der Kaminofen auf Teppich, Holz oder anderen brennbaren Materialien stehen soll. Was die Vorschriften regeln, was Sie explizit beachten müssen, welche unterschiedlichen Formen und Materialien es gibt und wie die Platte letztendlich eingebaut wird, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Inhalt:
Aufgaben
Das Risiko, das von fliegenden Funken und glühenden Materialien ausgeht, sollten Sie nicht unterschätzen. Vor allem, wenn Ihr Kamin- oder Pelletofen auf einem brennbaren Boden steht. Landen Funken auf dem teuren Parkett, beschädigen sie die Dielen. Kommen die Funken mit Teppichboden oder einem angrenzenden Teppich in Kontakt, besteht echte Brandgefahr. Eine Kaminofen-Bodenplatte erfüllt deshalb drei wesentliche Aufgaben:

  • Die Funkenschutzplatte bietet einen zuverlässigen Schutz vor Brandschäden am Boden rund um den Kamin.
  • Zusätzlich bewahren Sie die schützenden Platten vor Schmutz auf dem Teppichboden, Laminat oder beispielsweise Parkett. Außerdem wird der Fußboden nicht beschädigt, falls Sie einmal das Kaminbesteck, Kohlebriketts oder Holzscheite versehentlich fallen lassen.
  • Darüber hinaus gleichen Funkenschutzplatten die Druckbelastung des Bodens durch den Ofen aus. Verzichten Sie auf Platten dieser Art kann das Gewicht des Kaminofens den Boden beschädigen. Entscheiden Sie sich dabei für ein Modell aus Glas oder etwa aus Granit, profitieren Sie zudem von einer optischen Aufwertung.
Die rechtliche Grundlage für die Nutzung einer Bodenplatte für einen Kaminofen wird, wie andere Kaminofen Vorschriften auch, durch die Feuerungsverordnung der Bundesländer (kurz: FeuVO) geregelt. Laut der Vorschrift ist eine Montage der Platten immer dann verpflichtend, wenn Sie Ihren Kaminofen auf einem Teppichboden, Holz, Laminat oder auf einem anderen Untergrund, der brennbar ist, platzieren. Lediglich bei Fliesenböden können Sie auf die schützenden Platten verzichten. Bei Fußböden aus brennbaren Materialien gibt die FeuVO demgegenüber explizit an, welche Abmessungen mindestens ein Funkenschutzplattenmodell aufweisen muss.
Ausgehend von der Ofen-Größe muss sich in diesem Fall die Bodenplatte auf mindestens 50 Zentimeter nach vorne und jeweils mindestens 30 Zentimeter seitlich über die Feuerungsöffnung hinaus erstrecken. Diese Vorschrift zu den Abständen müssen Sie beim Kauf zum Beispiel einer Glasplatte oder einer sandgestrahlten Ausführung zwingend einhalten. 
Kaminofen mit Bodenplatte und der vorgeschriebenen Größe
Material
Funkenschutzplatten für Ihren Ofen können aus unterschiedlichen Materialien bestehen. Beliebt bei Kamin- bzw. Kaminofen-Besitzer sind vor allem Bodenplatten aus Glas, Stein und Stahl. Bei der Materialauswahl sollten Sie folgende Aspekte berücksichtigen.
Eine Bodenplatte aus Glas besteht aus bruchsicherem Einscheibensicherheitsglas (kurz: ESG). Dabei reichen bei einer solchen Platte bereits Stärken von sechs Millimetern. Sie können sich dabei zwischen einer Glasplatte aus Milchglas, mit einem transparenten Erscheinungsbild oder mit grauer bzw. schwarzer Tönung entscheiden. Hochwertige Glasplatten verfügen meistens zusätzlich über einen optisch hervorstechenden, geschliffenen Rand. Eine solche Platte wertet Ihren Ofen zusätzlich auf. Auch bei leicht unebenen Böden können Glasplatten eingesetzt werden, da die Biegetoleranz maximal acht Millimeter beträgt.
Steinplatten bieten eine hohe Druckbelastbarkeit. Zudem gelten sie als optisch attraktive Varianten. Gerade Schiefer, Serpentin und Granit passen von der Optik her als Bodenplatte erstklassig zu vielen Öfen mit Steinverkleidung und betonen mit ihrer strukturierten Oberfläche die Rustikalität und Gemütlichkeit.
Funkenschutzplatten aus pulverbeschichtetem Stahl überzeugen mit Robustheit und Stabilität. Als gehämmerte Funkenschutzbleche oder zum Beispiel mit gebürsteten Oberflächen lassen sich Platten aus Stahl perfekt in den Ofen-Bereich integrieren. Ähnlich wie Stein sorgen auch sie zusätzlich zu Ihrem Ofen für ein besonders rustikales Flair. 
Form
Funkenschutzbleche bzw. -platten sind in den unterschiedlichsten Formen erhältlich. Für einen frei stehenden, viereckig ausgerichteten Kamin eignen sich zum Beispiel Funkenschutzplatten in Format eines Rechtecks, eines Sechsecks oder Quadrats. Befindet sich der Ofen dagegen an oder in der Wand stellen Rundbögen, Korkbögen und Segmentbögen eine gute Wahl dar. Auch ein Fünfeck, ein Halbkreis oder ein Kreisabschnitt sind hier möglich.
Ist Ihr Kaminofen im Grundriss her dagegen eher rund, bieten sich Funkenschutzplatten in Tropfen- oder moderner Elipsenform an. Bei frei stehenden Varianten macht auch eine kreisförmige Schutzplatte eine gute Figur. Für einen eckig platzierten Kaminofen empfiehlt sich demgegenüber beispielsweise eine Platte in Form eines Viertelkreises. Zudem stehen Ihnen für Ihren Ofen bzw. Kaminofen noch spezielle Formen, wie etwa die einfache Schräge und die gebrochene Schräge, zur Verfügung. Ob der jeweilige Mindestabstand eingehalten wird, beurteilt Ihr Schornsteinfeger bei einer Besichtigung.
verschiedne Formen von Kamin-Bodenplatten
Wenn Sie keinen großen Aufwand betreiben möchten, können Sie die Platte einfach auf den Bodenbelag legen. Das hat aber auch Nachteile. Gerade bei Platten aus Glas wird Schmutz nämlich schnell sichtbar, da er sich unter den Platten gerne ansammelt. Besser ist es, wenn Sie eine Dichtlippe anbringen. Dabei gehen Sie folgendermaßen vor:

  • Markieren Sie die zukünftige Position Ihrer Funkenschutzplatte am Boden und legen Sie sich die Platte mit der Unterseite nach oben zurecht
  • Befestigen Sie die Dichtlippe mit der Klebekante am äußeren Rand der Funkenschutzplatte und schneiden Sie sie gegebenenfalls an den Ecken schräg ein, damit sie dort nicht überlappt oder sich wellt 
  • Ziehen Sie die Schutzfolie ab, drehen Sie die Bodenplatte um. Die Dichtlippe schließt den Spalt zum Boden ab und gleicht Unebenheiten problemlos aus.
Die meisten Kaminofen-Platten liegen direkt auf dem Untergrund auf. Es ist aber auch möglich, die Funkenschutzplatte im Boden einzulassen. Das ist allerdings vergleichsweise aufwendig und kostet mehr. 
Animation: Dichtlippe anbringen
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