Kaminofen-Ventilator: Wann ist der Einsatz sinnvoll?

Sie besitzen ein geräumiges Wohnzimmer und einen Kamin? Das sind zwei gute Voraussetzungen für gemütliche Stunden. Wenn Sie die Feuerstelle versorgt haben, müssen Sie sich nur noch auf das Sofa setzen und die behagliche Wärme genießen. Leider dauert es eine Weile, bis die Wohlfühltemperaturen bei Ihnen ankommen. Gemäß den Gesetzen der Physik steigt die Warmluft nach oben, Richtung Zimmerdecke und verteilt sich von dort weiter. Ein Ofenventilator schafft Abhilfe: Er bläst die warme Luft in die richtige Richtung - zu Ihrem Sofa.

Wann ist ein Ofenventilator sinnvoll?

Ofenventilatoren dienen nicht zur Belüftung des Ofens, sondern zur effizienteren Verteilung seiner warmen Luft im Aufstellraum und den angrenzenden Zimmern. Der Standort des Ofenventilators ist der Kamin. Von dort bläst er die Warmluft, bevor sie aufsteigt, in Ihre Räume hinein. Sinnvoll ist der Kaminventilator für alle Kaminofen-Besitzer, die Ihre Räumlichkeiten schnell erwärmen wollen. Wenn Ihr Kamin für die Beheizung großer Zimmer zuständig ist, führt kein Weg an einem Kamin-Ventilator vorbei. Allerdings funktioniert der Kaminofen-Ventilator nur auf Kaminen, deren Oberfläche heiß genug wird. Auf einem gemauerten Kaminsims oder auf specksteinverkleideten Öfen ist diese Ventilatorart fehl am Platze, denn die Wärmeisolierung widerspricht seinem Funktionsprinzip.

Wie funktioniert ein Kaminofen-Ventilator?

Als Laie könnten Sie auf die Idee kommen, ein herkömmlicher Ventilator genüge zur Warmluftverteilung Ihres Ofens. Aber Achtung: Erstens ist es auf Ihrem Kaminsims viel zu heiß für herkömmliche Ventilatoren mit Plastikgehäuse und Kunststoffkabeln. Diese könnten schmelzen und zu irreparablen Schäden führen. Zudem überzeugt der Kaminventilator durch einige Vorteile: Er arbeitet geräuscharm; er erzeugt keinen ungemütlichen Luftstrom; er ist hitzeresistent; und er arbeitet stromlos. In der Regel beinhaltet der Ofenventilator als Antriebseinheit ein Peltier-Element. Damit zählt er zu den thermoelektrischen Ventilatoren. Die Bezeichnung "stromloser Ventilator" ist also nicht ganz richtig, denn die Kaminventilator-Flügel drehen sich durch Strom. Nur wird dieser Strom nicht extern zugeführt, sondern entsteht durch die Temperaturdifferenz von Ventilator-Unterteil und -Oberteil. Für diese Funktion braucht es eine Kamin-Oberflächenhitze von 70 Grad Celsius. Wenn die Ofenventilator-Unterseite diese Hitze aufgenommen hat, beginnen sich die Ventilatorenflügel zu drehen. Dabei kühlen sie gleichzeitig die Oberseite des Geräts, sodass die Temperaturdifferenz aufrecht erhalten wird. Ein geniales Prinzip, das als einzige Ressource die Hitze aus der Ofenfeuerung benötigt.



Vor- und Nachteile in der Übersicht

Die Kaminventilator-Vorteile resultierten aus dem einfachen, ressourcenfreundlichen Wirkprinzip des Geräts:

  • Schnelle Wärmeverteilung im Raum, wirksame Heizkraft auch für große Räume: Die nach oben aufsteigende Warmluft wird sofort in die richtige Richtung abgelenkt.
  • Effizienteres Heizen dank der gezielten Warmluftverteilung: Sie müssen Ihren Ofen weniger stark anfeuern, denn der Ventilator für den Kaminofen lässt Sie durch seine Wärmelenkung die erzeugte Hitze intensiver spüren.
  • Verlässliche Technik ohne zusätzlichen Ressourcenverbrauch: Wenn die Einsatzbedingungen stimmen, können Sie sich auf Ihren Kaminofen-Ventilator verlassen; sein einfacher Aufbau macht ihn wenig störanfällig und leicht zu reparieren.

Die Ofenventilator-Nachteile sind überschaubar und betreffen vor allen Dingen die Funktionsvoraussetzungen:

  1. Ein stromloser Ventilator braucht eine heiße Ofenoberfläche. Holzöfen mit Kochplatten sind perfekt; ebenfalls Öfen mit Metalloberfläche; natur-/specksteineingefasste Öfen werden außen nicht heiß genug.
  2. Der Kaminventilator-Betrieb ist mit einer (geringen) Geräuschentwicklung verbunden.

Kamin-Ventilator: Darauf sollten Sie beim Kauf achten!

Ein Kaminventilator ist ein thermoelektrischer Ventilator. Er nutzt mit seinem Peltier-Element jene Energie, die durch den Temperaturunterschied zwischen heißer und kühler Zone entsteht. Eine Alternative zu dieser Funktionsart stellt der Stirling-Motor dar. Diese Motorart erzeugt durch die Ausdehnung der warmen Luft mechanische Energie. Im Vergleich zum thermoelektrischen Ventilator ist die stirling-angetriebene Bauweise eine Gerätevariante, die wirklich ohne Strom läuft. Allerdings gelten solche Geräte als staubempfindlich und unzuverlässig (sie laufen trotz hinreichend warmer Stellfläche nicht immer selbsttätig an). Bevorzugen Sie also beim Kauf Ihres Ofenventilators Geräte mit Peltier-Element

Der Ofenventilator muss eine große Auflagefläche besitzen, damit er möglichst viel Temperatur von der heißen Oberfläche aufnehmen kann. Vom Fuß des Ventilators muss eine Strebe zum Peltier-Element führen (auf diese Weise werden die hohen Temperaturen am besten übertragen). Über dem Peltier-Element muss ein großflächiger Kühlkörper montiert sein, damit der energieerzeugende Temperaturunterschied gewährleistet ist. Je mehr Flügelblätter der Ofenventilator besitzt, desto besser wird die Luft auch bei niedrigen Drehzahlen verteilt. Prüfen Sie vor dem Kauf Ihres Kaminofen-Ventilators, ob die Ofenoberfläche heiß genug ist. 70 Grad Celsius sind das Minimum, um die Ventilatorenflügel in Bewegung zu setzen. Optimal arbeitet der Kamin-Ventilator bei 120 Grad Celsius. Inzwischen ist ein Modell entwickelt worden, das seine Arbeit schon bei 50 Grad Oberflächentemperatur aufnimmt. Die meisten Kaminventilator-Modelle werden in Schwarz angeboten. Das hat seinen guten Grund: Im Ofenumfeld kommt es schnell zu Verunreinigungen durch Ruß. Die Farbwahl Schwarz reduziert Reinigungsarbeiten.

So finden Sie den besten Standort für den Ventilator

Am besten funktioniert der Kaminofen-Ventilator auf einem Holzofen (mit oder ohne Kochplatte) und auf stahlverkleideten Öfen. Achten Sie auf einen sicheren Stand des Ventilators. Ofenventilatoren lieben heiße Oberflächen. Um Ihr Gerät richtig in Schwung zu bringen, platzieren Sie es am besten in der Nähe des Ofenrohrs (aber niemals unmittelbar am Rohr). Hier herrschen die höchsten Temperaturen für eine schnelle Rotation.

Welche Alternativen existieren zum Ventilator für den Kaminofen?

Einsatz eines Deckenventilators: Ein Deckenventilator kann die Warmluft, die sich unter der Zimmerdecke sammelt, gleichmäßig innerhalb des Raums verteilen. Allerdings muss die Rotationsdosierung sehr fein erfolgen, damit keine unangenehme Zugluft entsteht.

Gezielte Luftführung: Eine professionelle Lösung für die Warmluftverteilung besteht in der Installation einer Lüftungsanlage. Die Warmluft wird an der Decke über der Feuerstelle von einem Tellerventil angesaugt. Mittels eines Rohrventilators und Luftleisten/-rohre verteilen sich die warmen Luftströme auf die Nachbarräume.



Mit Lüftungsrohren lässt sich die warme Luft gezielt lenken!





Nutzung von Strahlungswärme: Eine dritte Möglichkeit zur gleichmäßigen Wärmeverteilung innerhalb Ihrer Räume liegt in der Nutzung von Kaminen mit Strahlungswärme. Um das Prinzip der Strahlungswärme zu verstehen, muss es von der Konvektionswärme abgegrenzt werden. Konvektion bezeichnet das physikalische Gesetz der aufsteigenden Warmluft. Der Ofenventilator hat dabei die Aufgabe, den Luftstrom rechtzeitig zu verwirbeln. Gute Luftzirkulation ist Grundvoraussetzung für eine angenehme Konvektionswärme. Ansonsten entstehen ungleichmäßig verteilte Warm- und Kaltschichten und ein instabiles Raumklima.

Öfen mit Strahlungswärme verfügen über einen großen Wärmespeicher: Er gibt die gespeicherten hohen Temperaturen als Strahlungswärme ab. Diese Wärmeart wirkt nicht auf die Raumluft, sondern auf alle festen Körper - also auf Möbelstücke, Wände und auch Menschen. Strahlungswärme wird als besonders wohltuend empfunden und von der Medizin als Mittel gegen Schmerzen, Entzündungen sowie zur Vitalisierung geschätzt.

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Veröffentlicht am 19.07.2018 15:49 | 2 Kommentare

Kommentare

Funktioniert das System auch bei einem offenen Kamin?

Antwort Redaktion Ofenseite:

Vielen Dank für Ihre Frage zu unserem Blockbeitrag. Bei einem offenen Kamin, wie auch einem Einsatz, müsste ein Sims über dem Feuerraum sein, auf dem der Ventilator stehen kann. Der Ventilator bringt nur Leistung, wenn dort eine Oberflächentemperatur von min. 70°C herrscht. 

Roland Burkart, 03.01.2019 10:38

Darf man so etwas auch auf einen Kaminofeneinsatz (8kw)stellen?

Antwort Redaktion Ofenseite:

Ein stromloser Ventilator braucht eine heiße Ofenoberfläche. Bei einem Kamineinsatz entscheidet also das Material der Verkleidung darüber, ob er funktioniert. Damit er funktioniert braucht es eine Kamin-Oberflächenhitze von 70 Grad Celsius. Auf einem gemauerten Kaminsims oder auf specksteinverkleideten Öfen ist diese Ventilatorart fehl am Platze, denn die Wärmeisolierung widerspricht seinem Funktionsprinzip. Um die Temperatur auf Ihrem Kamineinsatz zu ermitteln, können Sie zum Beispiel ein Infrarot Oberflächenthermometer verwenden.

Kalle, 03.11.2018 21:43

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