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Kaminofen-Ventilator: Wann ist der Einsatz sinnvoll?

Veröffentlicht am 19.07.2018 15:49 | 4 Kommentare
Ein Kaminofen-Ventilator ist nicht immer nötig.
Sie besitzen ein geräumiges Wohnzimmer und einen Kamin? Das sind zwei gute Voraussetzungen für gemütliche Stunden. Wenn Sie die Feuerstelle versorgt haben, müssen Sie sich nur noch auf das Sofa setzen und die behagliche Wärme genießen. Leider dauert es eine Weile, bis die Wohlfühltemperaturen bei Ihnen ankommen. Gemäß den Gesetzen der Physik steigt die Warmluft nach oben, Richtung Zimmerdecke und verteilt sich von dort weiter. Ein Ofenventilator schafft Abhilfe: Er bläst die warme Luft in die richtige Richtung - zu Ihrem Sofa.
Einsatzgebiete
Wann ist ein Ofenventilator sinnvoll? Ofenventilatoren dienen nicht zur Belüftung des Ofens, sondern zur effizienteren Verteilung seiner warmen Luft im Aufstellraum und den angrenzenden Zimmern. Der Standort des Ofenventilators ist der Kamin. Von dort bläst er die Warmluft, bevor sie aufsteigt, in Ihre Räume hinein. Sinnvoll ist der Kaminventilator für alle Kaminofen-Besitzer, die Ihre Räumlichkeiten schnell erwärmen wollen. Wenn Ihr Kamin für die Beheizung großer Zimmer zuständig ist, führt kein Weg an einem Kamin-Ventilator vorbei. Allerdings funktioniert der Kaminofen-Ventilator nur auf Kaminen, deren Oberfläche heiß genug wird. Auf einem gemauerten Kaminsims oder auf specksteinverkleideten Öfen ist diese Ventilatorart fehl am Platze, denn die Wärmeisolierung widerspricht seinem Funktionsprinzip.
Funktionsweise
Wie funktioniert ein Kaminofen-Ventilator? Als Laie könnten Sie auf die Idee kommen, ein herkömmlicher Ventilator genüge zur Warmluftverteilung Ihres Ofens. Aber Achtung: Erstens ist es auf Ihrem Kaminsims viel zu heiß für herkömmliche Ventilatoren mit Plastikgehäuse und Kunststoffkabeln. Diese könnten schmelzen und zu irreparablen Schäden führen. Zudem überzeugt der Kaminventilator durch einige Vorteile: Er arbeitet geräuscharm; er erzeugt keinen ungemütlichen Luftstrom; er ist hitzeresistent; und er arbeitet stromlos. In der Regel beinhaltet der Ofenventilator als Antriebseinheit ein Peltier-Element. Damit zählt er zu den thermoelektrischen Ventilatoren. Die Bezeichnung "stromloser Ventilator" ist also nicht ganz richtig, denn die Kaminventilator-Flügel drehen sich durch Strom. Nur wird dieser Strom nicht extern zugeführt, sondern entsteht durch die Temperaturdifferenz von Ventilator-Unterteil und -Oberteil. Für diese Funktion braucht es eine Kamin-Oberflächenhitze von 70 Grad Celsius. Wenn die Ofenventilator-Unterseite diese Hitze aufgenommen hat, beginnen sich die Ventilatorenflügel zu drehen. Dabei kühlen sie gleichzeitig die Oberseite des Geräts, sodass die Temperaturdifferenz aufrechterhalten wird. Ein geniales Prinzip, das als einzige Ressource die Hitze aus der Ofenfeuerung benötigt.
Funktionsweise eines Kaminofen-Ventilators
  • Schnelle Wärmeverteilung im Raum, wirksame Heizkraft auch für große Räume: Die nach oben aufsteigende Warmluft wird sofort in die richtige Richtung abgelenkt.
  • Effizienteres Heizen dank der gezielten Warmluftverteilung: Sie müssen Ihren Ofen weniger stark anfeuern, denn der Ventilator für den Kaminofen lässt Sie durch seine Wärmelenkung die erzeugte Hitze intensiver spüren.
  • Verlässliche Technik ohne zusätzlichen Ressourcenverbrauch: Wenn die Einsatzbedingungen stimmen, können Sie sich auf Ihren Kaminofen-Ventilator verlassen; sein einfacher Aufbau macht ihn wenig störanfällig und leicht zu reparieren.
  • Ein stromloser Ventilator braucht eine heiße Ofenoberfläche. Holzöfen mit Kochplatten sind perfekt; ebenfalls Öfen mit Metalloberfläche; natur-/specksteineingefasste Öfen werden außen nicht heiß genug.
  • Der Kaminventilator-Betrieb ist mit einer (geringen) Geräuschentwicklung verbunden.
Der Ofenventilator muss eine große Auflagefläche besitzen, damit er möglichst viel Temperatur von der heißen Oberfläche aufnehmen kann. Vom Fuß des Ventilators muss eine Strebe zum Peltier-Element führen (auf diese Weise werden die hohen Temperaturen am besten übertragen). Über dem Peltier-Element sollte ein großflächiger Kühlkörper montiert sein, damit der energieerzeugende Temperaturunterschied gewährleistet ist. Je mehr Flügelblätter der Ofenventilator besitzt, desto besser wird die Luft auch bei niedrigen Drehzahlen verteilt. Prüfen Sie vor dem Kauf Ihres Kaminofen-Ventilators, ob die Ofenoberfläche heiß genug ist. 70 Grad Celsius sind das Minimum, um die Ventilatorenflügel in Bewegung zu setzen. Optimal arbeitet der Kamin-Ventilator bei 120 Grad Celsius.
Ofen Ventilator von Globe Fire
Richtige Platzierung
Wo muss man einen Ofenventilator aufstellen? Am besten funktioniert der Kaminofen-Ventilator auf einem Holzofen (mit oder ohne Kochplatte) und auf stahlverkleideten Öfen. Achten Sie auf einen sicheren Stand des Ventilators. Ofenventilatoren lieben heiße Oberflächen. Um Ihr Gerät richtig in Schwung zu bringen, platzieren Sie es am besten in der Nähe des Ofenrohrs (aber niemals unmittelbar am Rohr). Hier herrschen die höchsten Temperaturen für eine schnelle Rotation.
Einsatz eines Deckenventilators Ein Deckenventilator kann die Warmluft, die sich unter der Zimmerdecke sammelt, gleichmäßig innerhalb des Raums verteilen. Allerdings muss die Rotationsdosierung sehr fein erfolgen, damit keine unangenehme Zugluft entsteht.
Gezielte Luftführung Eine professionelle Lösung für die Warmluftverteilung besteht in der Installation einer Lüftungsanlage. Die Warmluft wird an der Decke über der Feuerstelle von einem Tellerventil angesaugt. Mittels eines Rohrventilators und Luftleisten/-rohre verteilen sich die warmen Luftströme auf die Nachbarräume. Manche Öfen bieten Ihnen aber auch den Anschluss einer Warmluftverteilungsanlage.
Nutzung von Strahlungswärme Strahlungswärme bedeutet, dass die Luft nur durch die Wärmeabstrahlung des Kaminofens erhitzt wird. Dies bedeutet aber genau wie beim Lagerfeuer: Nah am Ofen ist es am wärmsten. Je weiter man sich vom Ofen entfernt desto kühler wird auch die Luft. Hier ist also je nach Gusto ein Ventilator eine Überlegung wert.
Wärmeverteilung durch Konvektion Konvektion bezeichnet das physikalische Gesetz der aufsteigenden Warmluft. Sie steigt auf wird an der Decke des Zimmers leicht abgekühlt wodurch sie nach unten sinkt. Am Boden angekommen ist Sie kühl, wird wieder richtung Ofen gesogen und neu erwärmt. Ein Ofenventilator würde den Luftstrom rechtzeitig verwirbeln, so dass die Wärme früher in den unteren Luftschichten zu spüren ist.

Kommentare

Hallo, das verstehe ich nicht. Wo wird bei diesem Ventilator (elektrischer) Strom produziert oder (elektrischer) Strom verbraucht? Der Ventilator benötigt Energie? Diese entsteht durch die Abwärme des Ofens?!? Gruß Michael

Antwort Redaktion ofenseite.com:

Guten Tag Michael,

vielen Dank für Ihre Nachricht. Die Funktionsweise des Ofenventilators erklären wir im Text: In der Regel beinhaltet der Ofenventilator als Antriebseinheit ein Peltier-Element. Damit zählt er zu den thermoelektrischen Ventilatoren. Die Bezeichnung "stromloser Ventilator" ist also nicht ganz richtig, denn die Kaminventilator-Flügel drehen sich durch Strom. Nur wird dieser Strom nicht extern zugeführt, sondern entsteht durch die Temperaturdifferenz von Ventilator-Unterteil und -Oberteil.

Viele Grüße, Ihr ofenseite-Team

Michael, 07.02.2021 12:46

Hallo, ihrer Aussage: …natur-/specksteineingefasste Öfen werden außen nicht heiß genug. muss ich widersprechen. Wir betreiben einen Hase Kaminofen mit oben liegender Specksteinplatte. Den Ventilator - einfaches Model aus dem Baumarkt - an den Rand gestellt genügt, selbst in unserem großvolumigen Wohnzimmer die Luft sehr optimal zu verteilen.

Antwort Redaktion ofenseite.com:

Guten Tag,

vielen Dank für Ihre Nachricht. Sicher gibt es auch natur-/specksteineingefasste Öfen, die eine entsprechende Oberflächentemperatur entwickeln, um den Ventilator anzutreiben. Wir wollten in diesem Fall nur darauf hinweisen, dass es nicht selbstverständlich ist. Wenn es bei Ihnen funktioniert, umso schöner.

Viele Grüße, Ihr ofenseite-Team

Gottfried, 25.11.2020 14:54

Funktioniert das System auch bei einem offenen Kamin?

Antwort Redaktion Ofenseite:

Vielen Dank für Ihre Frage zu unserem Blockbeitrag. Bei einem offenen Kamin, wie auch einem Einsatz, müsste ein Sims über dem Feuerraum sein, auf dem der Ventilator stehen kann. Der Ventilator bringt nur Leistung, wenn dort eine Oberflächentemperatur von min. 70°C herrscht. 

Roland Burkart, 03.01.2019 10:38

Darf man so etwas auch auf einen Kaminofeneinsatz (8kw)stellen?

Antwort Redaktion Ofenseite:

Ein stromloser Ventilator braucht eine heiße Ofenoberfläche. Bei einem Kamineinsatz entscheidet also das Material der Verkleidung darüber, ob er funktioniert. Damit er funktioniert braucht es eine Kamin-Oberflächenhitze von 70 Grad Celsius. Auf einem gemauerten Kaminsims oder auf specksteinverkleideten Öfen ist diese Ventilatorart fehl am Platze, denn die Wärmeisolierung widerspricht seinem Funktionsprinzip. Um die Temperatur auf Ihrem Kamineinsatz zu ermitteln, können Sie zum Beispiel ein Infrarot Oberflächenthermometer verwenden.

Kalle, 03.11.2018 21:43
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