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Kaminofen-Ventilator: Wann ist der Einsatz sinnvoll?

Veröffentlicht am 30.06.2022 11:45 | 6 Kommentare
Ein Kaminofen-Ventilator ist nicht immer nötig.

Sie besitzen ein geräumiges Wohnzimmer und einen Kamin? Das sind zwei gute Voraussetzungen für gemütliche Stunden. Wenn der Ofen brennt, müssen Sie sich nur noch auf das Sofa setzen und die behagliche Wärme genießen. Bis die angenehmen Temperaturen allerdings bei Ihnen ankommen, dauert es meist etwas. Denn aufgrund physikalischer Gesetze steigt die Warmluft zuerst nach oben und verteilt sich von dort weiter im Raum. Ein Ofenventilator schafft hier Abhilfe: Er bläst die warme Luft in die richtige Richtung.

Inhalt:


Wann ist ein Ofenventilator sinnvoll?


Kaminventilatoren belüften nicht den Ofen, sondern verteilen seine warme Luft im Aufstellraum. Dafür muss ein Ofenventilator immer auf dem Kamin stehen. Sinnvoll ist ein Kaminventilator für alle Ofen-Besitzer, die Ihre Räume schnell erwärmen wollen. Nutzen Sie Ihren Kamin zum Beheizen großer Zimmer, führt kein Weg an einem Kaminventilator vorbei.

Allerdings funktioniert dieser nur auf Öfen, deren Oberfläche heiß genug wird. Auf einem gemauerten Kaminsims oder auf Specksteinöfen ist diese Ventilatorart fehl am Platz, denn die Wärmeisolierung widerspricht seinem Funktionsprinzip.

Wie funktioniert ein Kaminofen-Ventilator?


Als Laie könnten Sie auf die Idee kommen, ein herkömmlicher Ventilator genüge zur Verteilung der heißen Luft. Aber Achtung: Auf Ihrem Kaminsims ist es viel zu heiß für Ventilatoren mit Plastikgehäuse und Kunststoffkabeln.

Diese schmelzen und führen zu irreparablen Schäden. Zudem überzeugt der Kaminventilator mit einigen Vorteilen. Er ist geräuscharm, erzeugt keinen ungemütlichen Luftstrom und ist hitzeresistent.

Rotation durch Peltier-Effekt

In der Regel wird ein Ofenventilator durch ein Peltier-Element angetrieben. Damit zählt er zu den thermoelektrischen Ventilatoren. Der Name "stromloser Ventilator" ist also nicht ganz richtig, denn die Kaminventilatoren-Flügel drehen sich durch Strom. Strom entsteht durch den Peltier-Effekt, der durch die Temperaturdifferenz zwischen Ventilator-Unterteil und -Oberteil entsteht.

Für diese Funktion braucht es eine Kamin-Oberflächenhitze von 80 Grad Celsius. Je höher die Oberflächentemperatur, desto besser die Leistung. Wenn die Ventilator-Unterseite diese Hitze aufnimmt, beginnen sich die Ventilatoren-Flügel zu drehen. Dabei kühlen sie gleichzeitig die Oberseite des Geräts, so dass die Temperaturdifferenz aufrecht erhalten wird. Ein geniales Prinzip, das als einzige Ressource die Hitze des Ofens benötigt.

Funktion des Kaminofen Ventilators
Warmluftverteilung ohne Ofenventilator

Warmluftverteilung ohne Ofenventilator

Warmluftverteilung mit Ofenventilator

Warmluftverteilung mit Ofenventilator

Vorteile

Die Vorteile hitzebetriebener Ofenventilatoren resultieren aus dem einfachen, umweltfreundlichen Wirkprinzip des Geräts

Schnelle Wärmeverteilung im Raum und wirksame Heizkraft auch für große Räume
Die nach oben aufsteigende Warmluft wird sofort in die richtige Richtung abgelenkt.

Effizienteres Heizen dank gezielter Warmluftverteilung
Der Ventilator für den Kaminofen lässt Sie durch seine Wärmelenkung die erzeugte Hitze intensiver spüren.

Verlässliche Technik ohne zusätzlichen Ressourcenverbrauch
Wenn die Einsatzbedingungen stimmen, können Sie sich auf Ihren Ofen-Ventilator verlassen. Sein einfacher Aufbau macht ihn wenig störanfällig und leicht zu reparieren.

Nachteile

Die Ofenventilator-Nachteile sind überschaubar und betreffen vor allen Dingen die Funktionsvoraussetzungen

Heiße Kaminoberfläche notwendig
Ein stromloser Kaminventilator braucht eine heiße Ofenoberfläche. Holzöfen mit Kochplatten sind perfekt; ebenfalls Öfen mit Metalloberfläche. Natursteingefasste Öfen werden außen nicht heiß genug.

Geräuschkulisse
Der Kaminventilator-Betrieb läuft nicht lautlos.

Kamin-Ventilator: Darauf sollten Sie beim Kauf achten!


Ein Kaminventilator ist ein thermoelektrischer Ventilator. Er nutzt mit dem Peltier-Effekt jene Energie, die durch die Differenz zwischen heißer und kühler Zone entsteht. Um möglichst viel Temperatur von der Oberfläche des Kamins aufnehmen zu können, benötigen Ventilatoren eine große Auflagefläche.

Damit das Peltier Element arbeiten kann, muss dieses mit dem Lüfter-Fuß verbunden werden. Der darüber befindliche Kühlkörper gewährleistet die Entstehung des Temperaturunterschiedes, welcher zur Stromerzeugung benötigt wird. Je mehr Rotorblätter der Ofenventilator besitzt, desto besser verteilt sich die Luft auch bei niedrigen Drehzahlen.

Funktion des Kaminofen Ventilators

Stirling-Motor als Alternative

Eine Alternative zu dieser Funktionsart stellt der Stirling-Motor dar. Diese Motorart erzeugt durch die warme Luft mechanische Energie. Im Vergleich zum thermoelektrischen Kaminventilator ist die stirling-angetriebene Bauweise eine Gerätevariante, die wirklich ohne Strom läuft.

Allerdings gilt ein solcher stromloser Kaminofen-Ventilator als staubempfindlich und unzuverlässig (sie laufen trotz hinreichend warmer Stellfläche nicht immer selbsttätig an). Bevorzugen Sie also beim Kauf Ihres Ofenventilators Geräte mit Peltier-Element.

Tipp

Prüfen Sie vor dem Kauf Ihres Kaminofen-Ventilators, ob die Oberfläche Ihres Kamins heiß genug wird. 80 Grad Celsius sind das Minimum, um die Rotorblätter der Ventilatoren in Bewegung zu setzen. Optimal arbeitet der Kaminventilator bei 150 Grad Celsius.

So finden Sie den besten Standort für den Ventilator


Wo sollte man einen Ofenventilator aufstellen? Am besten funktioniert der Kaminventilator auf Gussöfen (mit oder ohne Kochplatte) und auf stahlverkleideten Öfen. Achten Sie auf einen sicheren Stand des Ventilators. Ofenventilatoren lieben heiße Oberflächen. Um Ihr Gerät richtig in Schwung zu bringen, platzieren Sie es in der Nähe des Ofenrohrs (nicht unmittelbar am Rohr!). Hier herrschen die höchsten Temperaturen für eine schnelle Rotation.

Funktion des Kaminofen Ventilators

Einsatz eines Deckenventilators

Ein Deckenventilator kann die warme Luft, die sich unter der Zimmerdecke sammelt, gleichmäßig innerhalb des ganzen Raums verteilen. Allerdings muss die Einstellung der Rotation sehr fein erfolgen, damit keine unangenehme Zugluft entsteht.

Gezielte Luftführung

Eine professionelle Lösung für die Warmluftverteilung besteht in der Installation einer Lüftungsanlage. Ein Tellerventil saugt die warme Luft an der Decke über der Feuerstelle an. Mittels eines Rohrventilators und Luftleisten/-rohre verteilen sich die warmen Luftströme.

Nutzung von Strahlungswärme

Strahlungswärme bedeutet, dass nur die Wärmeabstrahlung des Kaminofens die Luft erhitzt. Dies bedeutet aber genau wie beim Lagerfeuer: Nah am Ofen ist es am wärmsten. Je weiter Sie sich vom Ofen entfernen, desto kühler wird auch die Luft. Hier ist also ein Ventilator eine Überlegung wert.

Wärmeverteilung durch Konvektion

Konvektion bezeichnet das physikalische Gesetz der aufsteigenden Warmluft. Warme Luft steigt auf und kühlt an der Zimmerdecke ab, wodurch sie nach unten sinkt. Am Boden wird sie wieder Richtung Ofen gesogen und neu erwärmt - es entsteht eine Luftzirkulation. 

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Kommentare

Besten Dank für Ihre schnelle Antwort. In der Tat hat noch nie etwas gegen das Entstauben von Gegenständen gesprochen ;-). Gemeint war in diesem Fall: Das Entstauben im Sinne von Reinigen der Mechanik, etwa der des Propellers, weil ein Gegenstand auf dem Ofen ja besonders viel Staub ausgesetzt ist, der sich auch innen festsetzt, wo man nicht einfach abstauben kann. Die Bedienungsanleitungen meiner Geräte sind leider nicht sehr aussagekräftig; ich habe aber den Propeller bereits problemlos abmontieren können. Ich möchte deshalb meine Frage nochmal neu präzisieren: Können Sie mir sagen, ob ein Kamin-Ventilator grundsätzlich nach einiger Zeit eine Wartung oder Reinigung haben sollte, bei der z.Bsp. das Lager des Propellers neu geölt wird?

Antwort Redaktion ofenseite.com:

Hallo noch einmal liebe(r) Michi,

da diese Art Ventilator mehr oder weniger mechanisch funktioniert, sollten eine Reinigung und auch das Ölen des Propellers möglich sein. Hauptsache, nach dem Zusammenbau ist jedes Teil wieder an seinem Platz. Unser Rat: benutzen Sie Kugellageröl, welches für hohe Temperaturen geeignet ist.

Viel Erfolg wünscht

Ihr ofenseite-Team

Michi, 14.01.2022 17:14

Guten Tag, ich habe zwei Kaminofen-Ventilatoren, die sehr gute Dienste tun. Im Laufe der Jahre habe ich aber den Eindruck, dass sie schwerfälliger anlaufen bzw. sich überhaupt die Flügel nur noch schwerer drehen. Wie kann ich den Ventilator pflegen? Muss ich ihn entstauben? Kann ich die Flügel abnehmen, um das Lager zu reinigen?

Antwort Redaktion ofenseite.com:

Hallo Michi,

zunächst einmal spricht überhaupt nichts gegen das Entstauben von Gegenständen;o) Da wir aber nicht wissen, welches Ventilatormodell Sie besitzen, müssen wir Sie auf die Bedienungsanleitung verweisen. Diese verrät Ihnen, ob Sie den Ventilator zur weiteren Reinigung demontieren können.

Viele Grüße, Ihr ofenseite-Team

Michi, 11.01.2022 12:22

Hallo, das verstehe ich nicht. Wo wird bei diesem Ventilator (elektrischer) Strom produziert oder (elektrischer) Strom verbraucht? Der Ventilator benötigt Energie? Diese entsteht durch die Abwärme des Ofens?!? Gruß Michael

Antwort Redaktion ofenseite.com:

Guten Tag Michael,

vielen Dank für Ihre Nachricht. Die Funktionsweise des Ofenventilators erklären wir im Text: In der Regel beinhaltet der Ofenventilator als Antriebseinheit ein Peltier-Element. Damit zählt er zu den thermoelektrischen Ventilatoren. Die Bezeichnung "stromloser Ventilator" ist also nicht ganz richtig, denn die Kaminventilator-Flügel drehen sich durch Strom. Nur wird dieser Strom nicht extern zugeführt, sondern entsteht durch die Temperaturdifferenz von Ventilator-Unterteil und -Oberteil.

Viele Grüße, Ihr ofenseite-Team

Michael, 07.02.2021 12:46

Hallo, ihrer Aussage: …natur-/specksteineingefasste Öfen werden außen nicht heiß genug. muss ich widersprechen. Wir betreiben einen Hase Kaminofen mit oben liegender Specksteinplatte. Den Ventilator - einfaches Model aus dem Baumarkt - an den Rand gestellt genügt, selbst in unserem großvolumigen Wohnzimmer die Luft sehr optimal zu verteilen.

Antwort Redaktion ofenseite.com:

Guten Tag,

vielen Dank für Ihre Nachricht. Sicher gibt es auch natur-/specksteineingefasste Öfen, die eine entsprechende Oberflächentemperatur entwickeln, um den Ventilator anzutreiben. Wir wollten in diesem Fall nur darauf hinweisen, dass es nicht selbstverständlich ist. Wenn es bei Ihnen funktioniert, umso schöner.

Viele Grüße, Ihr ofenseite-Team

Gottfried, 25.11.2020 14:54

Funktioniert das System auch bei einem offenen Kamin?

Antwort Redaktion Ofenseite:

Vielen Dank für Ihre Frage zu unserem Blockbeitrag. Bei einem offenen Kamin, wie auch einem Einsatz, müsste ein Sims über dem Feuerraum sein, auf dem der Ventilator stehen kann. Der Ventilator bringt nur Leistung, wenn dort eine Oberflächentemperatur von min. 70°C herrscht. 

Roland Burkart, 03.01.2019 10:38

Darf man so etwas auch auf einen Kaminofeneinsatz (8kw)stellen?

Antwort Redaktion Ofenseite:

Ein stromloser Ventilator braucht eine heiße Ofenoberfläche. Bei einem Kamineinsatz entscheidet also das Material der Verkleidung darüber, ob er funktioniert. Damit er funktioniert braucht es eine Kamin-Oberflächenhitze von 70 Grad Celsius. Auf einem gemauerten Kaminsims oder auf specksteinverkleideten Öfen ist diese Ventilatorart fehl am Platze, denn die Wärmeisolierung widerspricht seinem Funktionsprinzip. Um die Temperatur auf Ihrem Kamineinsatz zu ermitteln, können Sie zum Beispiel ein Infrarot Oberflächenthermometer verwenden.

Kalle, 03.11.2018 21:43
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