Was tun gegen Holzwürmer im Brennholz?

Veröffentlicht am 17.02.2020 08:00 | 0 Kommentare
Würmer auf Holz
Es ist nicht nur dekorativ, sondern auch sinnvoll ein paar Scheite Brennholz in der Nähe des Kaminofens zu lagern, da Holz mit Raumtemperatur schneller brennt. Es kann jedoch vorkommen, dass kleine Insekten aus dem Holz krabbeln. Jetzt heißt es: keine Panik! Handelt es sich bei diesen Käfern wirklich um sogenannte Holzwürmer oder sind es ganz harmlose Holzbewohner? Welche Insekten sich gerne im Holz aufhalten und wie Sie damit umgehen können, erfahren Sie in diesem Beitrag.
Welcher Käfer ist im Brennholz?
Sobald sich im Holz kleine Löcher und Gänge zeigen, spricht der Volksmund vom Holzwurm oder Hausbock. Jedoch ist es nicht nur dieses Insekt, das in und von Holz lebt. Gleich mehrere Käferarten legen ihre Eier in Totholz oder Bäumen ab. In der Regel handelt es sich dabei um Varianten des Bockkäfers, deren Larven sich durch das Brennmaterial für den Kaminofen fressen und die typischen Spuren hinterlassen.
  1. Der blaue Scheibenbock wird ungefähr 1,5 cm lang und ist schnell an seiner dunkelblauen Färbung zu erkennen. Vor allem die langen Hinterbeine zeichnen ihn aus.
  2. Der ca. 1,5 cm große Variable Schönbock taucht in Farben wie Gelb, Braun oder Violett auf. Seine Hinterbeine sind nicht so ausgeprägt und weniger lang, dafür hat er aber deutlich längere Fühler.
  3. Der Rothaarbock wird nur 1,2 cm lang und ist knallrot gefärbt, mit einer an weichen Samt erinnernden Oberfläche.
  4. Der Leiterbock ist schnell an seiner gelbschwarzen Färbung und den langen Fühlern sowie dem stabförmigen Körperbau zu erkennen.
  5. Der dunkelschenklige Kurzdeckenbock ist bräunlich bis grau gefärbt und verfügt ebenfalls über außergewöhnlich lange Fühler.
  6. Der Widder- bzw Wespenbock erinnert, wie der Name schon sagt, äußerlich an eine Wespe, um Feinde abzuschrecken.
  7. Der gewöhnliche Nagekäfer: der 2,5 bis 5 mm große braune Käfer versteckt seinen Kopf unter einem Halsschild. Dieser Käfer ist ein "echter" Holzwurm, der bei umfangreichem Befall erheblichen Schaden anrichten kann.
  8. Der Hausbockkäfer: die Larven dieses Holzschädlings lieben altes trockenes Holz.
  9. Der braune Splintholzkäfer: der eingeschleppte Schädling aus Südostasien wird maximal 8 mm groß und kann in verschiedenen Brauntönen vorkommen.
Käfer die am häufigsten im Brennholz vorkommen
Ob der Holzwurm im Brennholz ist - also die Larven von holzfressenden Insekten oder ausgewachsene Käfer -, erkennen Sie äußerlich gut an kleinen Löchern im Brennmaterial. Die entstehen immer dann, wenn der Holzwurm "an die Oberfläche" möchte. Solche Löcher bedeuten auf jeden Fall, dass entweder jetzt ein Holzwurm im Holz sitzt oder in der Vergangenheit dort gewesen ist. Natürlich können Sie nun nicht stundenlang an einem Stück Brennmaterial sitzen und warten, ob sich irgendwo ein neues Loch bildet, um zu wissen, ob der Befall aktuell ist. Testen können Sie dies, indem Sie nach Holzmehl Ausschau halten. Da dieses jedoch auch nur in sehr kleinen Dosierungen vorhanden ist, können Sie sich etwa mit ein wenig Folie helfen: Platzieren Sie diese unter dem Möbelstück oder dem Brennholz, in dem Sie einen Holzwurm vermuten. Lassen Sie Folie und Holzscheite dann für einige Tage oder Wochen unberührt. Erkennen Sie im Anschluss kleine Ansammlungen von Holzmehl, ist im wahrsten Sinne des Wortes der Wurm drin. Ob es aber wirklich so schlimm ist, wenn Ihr Brennmaterial von einem Schädling befallen ist, erfahren Sie im nächsten Abschnitt.
Totes Holz mit kleinen Löchern
Gefahr für Bauholz?
Prinzipiell geht nur von einer Handvoll der Käfer, die gerne in der Nähe von Holz leben, auch eine Bedrohung für die Bausubstanz - etwa bei Häusern aus massivem Holz - oder das Mobiliar aus. Praktisch sieht die Sache jedoch so aus, dass die meisten der oben genannten Käufer allesamt feuchtes, frisches Holz bevorzugen. Sie könnten diese Käfer also zum Beispiel mit einschleppen, wenn Sie Holz aus dem Wald holen. Im Haus selbst wird es ihnen jedoch viel zu trocken sein, sodass sie ganz von selbst den Weg zurück in die freie Natur suchen werden. Gefahren für Möbel & Co. bestehen bei diesen Tieren also normalerweise nicht.
Ausnahmen bestehen beim bereits erwähnten Hausbock sowie diversen Nagekäfern wie dem Gemeinen Nagekäfer und dem braunen Splintholzkäfer. Diese Trockenholzinsekten mögen es trocken und warm und können über Monate und Jahre Häuser und Möbel praktisch vollständig zerstören. Dies gilt jedoch nur, wenn das Holz eine Restfeuchte von über 10 % hat. Ist Ihr Haus also dauerhaft gut beheizt und das Holz richtig trocken, verringert sich die Gefahr des Befalls. Trockenes Holz, das kühl gelagert ist, bietet über die Zeit gute Lebensbedingungen für die Käfer. Vorbeugend können Sie Ihre Möbel aber mit diversen Präparaten vor dem Holzwurm oder mit wasserdichtem Lack gegen Wassereintritt schützen.
Anobium punctatum-Gemeiner Nagekäfer
Käfer im Brennholz loswerden
Finden sich Käfer im Brennholz, die als ungefährlich für trockenes Holz eingestuft werden, müssen Sie in der Regel nichts tun, denn diese werden sich nicht bei Ihnen einnisten. Den Käfern zuliebe könnten Sie sie jedoch einfangen und ins Freie bringen.

Bei Verdacht auf Holzschädlinge im Brennholz oder tatsächlichem Befall sollten Sie auf den Einsatz chemischer Mittelchen verzichten. Erstens würden Sie mit Kanonen auf Spatzen schießen, denn es werden sich maximale einige wenige Käfer in der Holzsubstanz finden lassen. Zweitens würden Sie Ihr eigenes Brennmaterial mit chemischen Zutaten anreichern, was Sie natürlich nicht wollen und was darüber hinaus bei der Verbrennung auch schnell umweltschädlich werden kann. Besser ist es ein paar Eicheln zum Brennholz zu legen. Die Larven lieben diese und werden umsiedeln, die Eicheln sollten Sie dann ins Freie befördern. 
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