Holzvergaser mit Solar: die effiziente Kombination

Veröffentlicht am 08.04.2020 08:00 | 0 Kommentare
Holzvergaserkessel und  Vacuumröhrenkollektor
Sie wollen effizient heizen? Dann prüfen Sie doch die Kombination aus Holzvergaserkessel und Solaranlage als Heizung. Die Kosteneinsparung kann sehr hoch ausfallen und den Zugriff auf fossile Brennstoffe gänzlich absenken. Der Weg dorthin ist allerdings mit anfangs recht umfangreichen Kosten gepflastert, die sich jedoch rasch wieder amortisieren und durch Förderung gesenkt werden können. Alles, was Sie zu dieser Anlagenkombination wissen müssen, verraten wir Ihnen hier!

Inhalt:


Warum diese Kombination?
Generell gilt: Erneuerbare Energien sind gefragt wie nie zuvor. Holz ist ein nachwachsender Rohstoff und die Sonnenenergie wird auch sobald nicht versiegen. Um die Vorteile der Holz-Hybridheizung aus Holzvergaser und Solar hervorzuheben, muss zunächst unterschieden werden, ob der Kessel mit Photovoltaik oder mit Solarthermie kombiniert werden soll. Der Einsatz von Photovoltaik zur Wärmegewinnung ist nicht sonderlich effizient, aber für Strom durchaus sinnvoll. Gerade in Kombination mit einer Holzheizung, kann die Photovoltaik den Energieverbrauch des Kessels mit Sonnenenergie abdecken.

Hier soll es jedoch um die Kombination von Holzvergaser und Solarthermie gehen. In diesem Fall können Sie zusätzliche Wärmeenergie von der Sonne gewinnen. Wird die Solarthermie als Heizungsunterstützung genutzt, sparen Sie Brennholz für das Heizen und/oder die Brauchwassererwärmung. Gerade wenn der Holzvergaserkessel heizt und Brauchwasser bereitet, ist der Einsatz einer Solarthermieanlage sinnvoll. Denn dann kann die Heizung im Sommer aus bleiben und die Sonnenenergie in einen Pufferspeicher geleitet und bis zur Nutzung dort gespeichert werden.
Für wen lohnt sich das?
Ein Holzvergaser ist zunächst einmal immer dann eine gute Entscheidung, wenn Sie einfach oder günstig (oder beides) an Holz für die Heizung kommen können. Vielleicht besitzen Sie selbst ein großes Grundstück mit Baumbestand oder sind mit einem Waldbesitzer bekannt, der Ihnen Brennholz zu einem guten Preis verkauft. Je preiswerter Sie das Holz beschaffen können, desto besser fällt am Ende die ökonomische Effizienz der Anlage aus. Aber auch Menschen, die weg von fossilen Brennstoffen wollen, liegen mit einem Holzvergaser nicht verkehrt. Bei Solar hingegen sollten Sie vor allem zuschlagen, wenn Sie die Fläche für Kollektoren auf dem Hausdach, der Garage oder der Scheune haben und im Sommer möglichst auf die Holzheizung verzichten wollen.
Planungshinweise
Bevor Sie sich einen Holzvergaser mit Solaranlage anschaffen, sollten Sie einige Punkte beachten:

  • Ist genügend Platz für die Installation einer solchen Anlagenkombination vorhanden?
  • Können die gesetzlichen Bestimmungen (BImSchV) für den Betrieb der Feuerstätte im Haus erfüllt werden?
  • Wurden alle wichtigen Komponenten in die Planung miteinbezogen?
  • Wurden die Anträge für die Förderung rechtzeitig eingereicht?

Holen Sie bei der Planung auf jeden Fall den Bezirksschornsteinfeger ins Boot, denn nur er kann Ihnen die Betriebserlaubnis für den Holzvergaser geben und sollte deswegen die Örtlichkeiten und die geplante Abgasführung schon vor der Durchführung des Projektes abnicken.
Um die Kombination aus Holzvergaserkessel und Solarthermie Realität werden zu lassen, brauchen Sie natürlich die zwei wichtigsten Anschaffungen: den Holzvergaserkessel und die Solarkollektoren. Hier stehen also Investitionen in den passenden Kessel sowie, abhängig von der Art der Solarenergie, die entsprechenden Komponenten für die Solaranlage im Raum.

Zusätzlich brauchen Sie diverse Pumpen, Regelungen und - am allerwichtigsten - einen Pufferspeicher. Ohne den würde ein Großteil der gesammelten Energie wirkungslos wieder verpuffen. Mit einem ausreichend dimensionierten Speicher hingegen lagern Sie die gesammelte Wärme zwischen und können sie bei Bedarf wieder abrufen. Damit Sie keine wichtige Komponente vergessen, lohnt sich oftmals die Anschaffung eines Komplettpakets.
Komplettset für eine Heizung mit Holzvergaser
Bei der Berechnung der Kosten für die genannten Komponenten werden Sie merken, dass Holzvergaser und Solarthermie natürlich eine beträchtliche Investition sind, vor allem bei einer Solaranlage mit viel kW. Dennoch sollten Sie bedenken:

  • Die hohen Einstiegskosten werden sich im Laufe der Zeit amortisieren. Je länger Sie die neue Heizvariante im Einsatz haben, desto mehr Pluspunkte werden Sie im Vergleich zu fossilen Brennstoffen sammeln.
  • Sie erhalten in der Regel einen Zuschuss vom Staat, so können Sie die Kosten um einige tausend Euro drücken.

Wie viel die Anlage am Ende genau kostet, lässt sich pauschal natürlich nur sehr schwer sagen. Rechnen Sie mit Kosten zwischen 20.000 und 30.000 Euro.
Der Staat fördert den Ausbau von erneuerbaren Energien und das auch im privaten Bereich. Dadurch können Sie einen Teil der Kosten für Holzvergaser und Solaranlage einsparen. Das BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) vergibt beispielsweise für gelistete Holzvergaserkessel 35 % der förderfähigen Kosten und gibt nochmal 10 % obendrauf, wenn der neue Kessel eine alte Ölheizung ersetzt. Bei Solarthermieanlagen sind Fördersätze bis zu 30 % möglich. Damit Sie von der Förderung profitieren können, sollten Sie die Voraussetzungen genau studieren und sich um die Förderung kümmern bevor Sie die Heizung in Auftrag geben, bzw. einbauen.
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