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Wie funktioniert ein Holzvergaserkessel?

Veröffentlicht am 16.06.2021 16:45 | 0 Kommentare
Querschnitt eines Holzvergaserkessels
In unserer modernen Zeit wurde in den letzten Jahrzehnten ein wenig Abstand vom Holz genommen. Öl und Gas wurde der Vorrang beim Heizen gegeben. 

Bedingt durch die hohen Preise der fossilen Brennstoffe ist Brennholz als nützliche und vor allem nachwachsende Ressource wieder im Bewusstsein der Menschen angekommen. 

Wir geben Ihnen in diesem Artikel eine Übersicht zu Funktionsweise, Vorteilen und weiteren Eigenschaften der Holzheizung!

Inhalt:
Was ist ein Holzvergaser?
Der Holzvergaser ist eine Heizung, die, wie der Name schon sagt, die Wärme nicht aus Öl und Erdgas gewinnt, sondern aus Holz. Das Holz wird vergast und das Gas wiederum verbrannt. 

Durch Energieübertragung auf Wasser wird so die Heizung bedient. Es gibt also große Unterschiede zu anderen Heizungen auf Holzbasis, wie Kaminöfen, Pelletöfen oder Pelletkessel. Es handelt sich dabei nämlich um einen Sturzbrandofen. 

Am wichtigsten ist die zweite Brennkammer, die in anderen Varianten nicht existiert. Die erste Kammer kümmert sich nur um die Trocknung und die Erhitzung des Holzes, bis Holzgas entsteht: Dieses Gas tritt direkt aus dem Holz aus. Wozu das gut ist, erfahren Sie im übernächsten Abschnitt.

 Jetzt wissen Sie jedoch, woher der Holzvergaser seinen Namen hat.
Der Holzvergaserkessel ist von oben nach unten gesehen mit folgenden Komponenten ausgestattet:

  1. Steuerung mit Bedienelementen und Display: Mit der Regelung bestimmen Sie den Verbrennungsprozess und legen etwa die Temperatur im Holzvergaserkessel fest. Sie kann jedoch auch weitaus mehr Funktionen haben, was jedoch herstellerabhängig ist.
  2. Hinter der oberen Tür (der Fülltür) verbirgt sich der erste Brennraum. Hier wird der Vergaser mit dem geeigneten Brennmaterial bestückt und die Holzvergasung findet hier statt.
  3. Brennerplatte oder der Düsenrost: Dieses Bauteil trennt die obere und die untere Kammer. Mittig ist hier ein Spalt, der Düsenschlitz, durch den die Gase und kleine Verbrennungsreste nach unten gelangen.
  4. Unterhalb der Brennerplatte liegt der Brennraum. Er wird von der Aschetür verschlossen. Es existieren, wie bereits erwähnt, zwei Brennkammern. Die eine kümmert sich um die Ausgasung des Holzes, in der anderen wird das entstandene Gas dann verbrannt.
  5. Wichtiges Bauteil: Das Gebläse. Dessen Aufgabe ist es, das Gas in die zweite Brennkammer der Holzheizung zu leiten.
  6. Luftzufuhr: Genauso wie bei anderen Holzheizungen gibt es auch hier eine Primär- und Sekundärluftzufuhr. Sie erfüllen unterschiedliche Aufgaben und belüften nicht dieselbe Brennkammer.
  7. Wasserführung: Die Wärmeenergie wird auf Wasser übertragen, dass dann im Pufferspeicher gespeichert und für den Heizkreislauf genutzt wird.
Aufbau eines Holzvergaserkessels
Wie funktioniert ein Holzvergaser?
Die Verbrennung des trockenen Holzes funktioniert bei einem Holzvergaserkessel in mehreren Stufen. In der oberen Brennkammer findet die Vorverbrennung statt. Das Brennholz wird getrocknet und so erhitzt, dass Holzgas austritt. Man spricht hier von Trocknung, Pyrolyse und Vorverbrennung. 

Durch das Gebläse wird das Gas nun durch den Düsenschlitz in die Wirbelbrennkammer geleitet. Dort treten Temperaturen von bis zu 1.100 °C auf. Das ist notwendig, um auch sehr schwer entzündliche Bestandteile des Holzes zu verbrennen. In der letzten Stufe der Verbrennung erfolgt die Nachverbrennung der Holzgase. Sie werden dort praktisch vollständig verbrannt. 

Die Hitze wird sofort freigegeben oder in einen Pufferspeicher weitergeleitet.
Die hohe Leistung im Holzvergaser und damit verbunden auch die Wärme kommen somit nicht direkt aus dem Brennstoff selbst, sondern zum großen Teil aus den Gasen, die bei der Verbrennung entstehen. 

Mit einer solchen Holzheizung haben Sie ein sehr effizientes System, das fast emissionsfrei arbeitet.
Unverzichtbar: ein Speicher
Ab einer gewissen kW-Zahl ist ein Pufferspeicher für den Holzvergaserkessel praktisch Pflicht. Aber auch generell ist es von Vorteil, ein Modell mit einem Speicher zu erwerben. Bei einem Holzvergaser handelt es sich meist um Speicher auf Wasserbasis. 

Pro kW nennt man einen Wert von etwa 40 bis 50 Litern Wasser, die in einem Tank die Energie aus dem Gas speichern können. Der Sinn eines Speichers erklärt sich, wenn man sich die Funktionsweise genauer ansieht. 

Anders als bei Öl oder Gas steht die Wärme hier nicht auf Abruf bereit. Energie bekommen Sie nur dann, wenn auch Brennmaterial verheizt wird. Möchten Sie es schön warm haben, müssen Sie also Scheitholz einlegen. 

Um dieses Problem teilweise zu umgehen, gibt es Speicher. Im Wasser wird, ähnlich wie in einer Thermoskanne, die Hitze über einen langen Zeitraum vorgehalten. Wenn Sie sie dann brauchen, können Sie sie einfach nutzen. Je größer der Speicher, desto mehr Hitze können Sie vorhalten. 

Dabei darf der Pufferspeicher aber auch nicht zu groß sein, denn der Holzvergaser muss ihn schließlich auch auf Temperatur bringen können.
Vor- und Nachteile
Hier fassen wir die Vor- und Nachteile dieser Heizungsvariante noch einmal übersichtlich für Sie zusammen. Abhängig von Ihren persönlichen Umständen und Vorlieben kann es sein, dass die Nachteile für Sie kaum relevant sind.
Welche Vorteile hat ein Holzvergaser?
  • Annähernd emissionsfreier Abbrand des Brennstoffes
  • Sehr hoher Wirkungsgrad für jeden Holzvergaser
  • Langfristige Energie durch Speicher garantiert
  • Preiswerte Alternative zu Öl und Gas im Haushalt
  • Institute wie KfW oder BAFA gewähren Förderung für Installation
Welche Nachteile hat ein Holzvergaser?
  • Recht hoher Platzbedarf für den Brennstoff
  • Keine automatischen Lösungen: Brennholz muss immer manuell nachgereicht werden 
  • Höherer Wartungsaufwand als bei Öl und Gas

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