Pellet ist nicht gleich Pellet: Was Sie zur Holzpellets-Norm wissen sollten

Veröffentlicht am 06.05.2020 08:00 | 0 Kommentare
Pellets unter der Lupe
Öfen und Heizkessel für Holzpellets werden im Rahmen der Förderung des Heizens mit erneuerbarer Energie staatlich gefördert. Das macht sie zu einer auch finanziell interessanten Alternative auf dem Heizungsmarkt. Aber was sind eigentlich Pellets, wie werden sie hergestellt und wie kann man ihre Qualität beurteilen? Gibt es ein Qualitäts-Zertifikat? Im Folgenden beantworten wir diese wichtigen Verbraucherfragen, damit Sie die richtige Wahl bei Ihren Holzpellets treffen können.
Woraus bestehen Pellets?
Die kleinen Presslinge für den Pelletofen bestehen aus Holzabfällen und werden ohne Zusatz von Chemikalien hergestellt. Durch die Verbrennung von Pellets können Sägemehl, Holzspäne und andere Holzreste energetisch recycelt werden. Das geschieht CO2 neutral, denn der Naturstoff Holz gibt bei der Verbrennung nur so viel Kohlenstoffdioxid zurück in die Atmosphäre, wie für sein Wachstum gebraucht beziehungsweise entnommen wurde. Holzpellets kann man also, ebenso wie Scheitholz für den Kaminofen, als nachhaltigen Brennstoff bezeichnen. Das Holz in den Pellets geht durch einen Verarbeitungsprozess, es wird getrocknet, gemischt, zerkleinert und in Form gepresst. Durch diesen Prozess können die Eigenschaften der Endprodukte in gewissem Rahmen verändert und auch untereinander angeglichen werden. 
Alle Holzpellets sind zylinderförmig, haben jedoch unterschiedliche Längen und Durchmesser. Auch in der Farbe können sie sich unterscheiden. Das kann auf unterschiedliche Holzarten oder Unterschiede bei der Trocknung und Lagerung der Ausgangsstoffe hindeuten. Diese äußerlich wahrnehmbaren Unterschiede beeinflussen natürlich auch einen wichtigen "inneren" Wert: den Brennwert der Pellets. Ist etwa der Anteil an Hartholzresten in der Pelletmasse hoch, dann erhöht das den Brennwert und man kann von einer besseren Pellet Qualität sprechen.
Gibt es eine Holzpellets-Norm?
Um Verbrauchern, Händlern von Holzpellets und Ofenherstellern objektive Richtlinien für Pellets an die Hand zu geben, wurden Normen eingeführt. Auf diesen Normen bauen Zertifizierungen auf. Die für private Heizungsanlagen maßgeblichen Zertifizierungssysteme DINplus und ENplus richten sich beide nach der europäischen Richtlinie EN ISO 17225-2 von 2014. Hersteller von Pelletöfen beziehen sich in ihren Betriebsanleitungen meist auf diese Normen beziehungsweise auf die Holzpellets mit entsprechendem Zertifikat, um die Funktionalität der Geräte aus ihrer Produktion zu sichern.
Die schon länger existierende Norm für Pellets DIN plus wurde zunächst an die Anforderung der Euro-Richtlinie EN14961-2 von 2011 angepasst. 2014 erfolgte die Anpassung an die neue ISO 17225-2. Neben Größenvorgaben für die Pellets - wichtig für Auslegung der Brennstoffzuführung und der Brennkammer im Ofen - werden Vorgaben gemacht, wie hoch der Anteil von Wasser und Asche sowie von Stickstoff, Schwefel und Chlor in den Holzpellets sein darf. Letztere beeinflussen die Abgaswerte. Um Schlackenbildung zu verhindern, wird auch festgelegt, wie hoch die Ascheerweichungstemperatur sein muss.
Diese Norm für Holzpellets wurde 2010 eingeführt und 2014 ebenfalls an die Anforderung der ISO 17225-2 angeglichen. Sie ist in sich unterteilt in die 3 Qualitätsklassen ENplus A1, ENplus A2 und ENplus B. Geräte in privaten Haushalten sollten in der Regel mit der Qualität A1, Kessel mit höherer Leistung gegebenenfalls mit der Holzpellets-Qualität A2 betrieben werden. Im Folgenden eine Gegenüberstellung der wichtigsten Kriterien von DINplus und ENplus. Sie zeigt, wie hoch die Anforderung an die Holzpellets unter den Normen ist.
alte Norm DIN 51731 DIN plus ENplus A1 ENplus A2
Durchmesser (mm) 4 ≤ ⌀ ≤ 10 4 ≤ ⌀ ≤ 10 6 (+/-1) 6 (+/-1) oder 8 (+/-1)
Länge (mm) < 50 mm ≤ 5 x ⌀ 3,15 bis 40 3,15 bis 40
Schüttdichte (kg/m³) / / ≥ 600 ≥ 600
Heizwert (MJ/kg) 17,5-19,5 ≥ 18 ≥ 16,5 ≥ 16,0
Wassergehalt (%) < 12 ≤ 10 ≤ 10 ≤ 10
Feinanteil (%) / / ≤ 1 ≤ 1
mech. Festigkeit (%) / ≥ 97,5 ≥ 98 ≥ 97,5
Aschegehalt (%) <1,5 ≤ 0,7 ≤ 0,7 ≤ 1,2
Ascheerweichung (°C) / / ≥ 1200 ≥ 1100
Chlorgehalt (%) ≤ 0,03 ≤ 0,02 ≤ 0,02 ≤ 0,02
Schwefelgehalt (%) ≤ 0,08 ≤ 0,04 ≤ 0,04 ≤ 0,05
Stickstoffgehalt (%) <0,3 ≤ 0,3 ≤ 0,3 ≤ 0,5
Warum sind Pellets genormt?
Mit der Normung wurde ein einheitlicher Qualitätsmaßstab für Pellets geschaffen. Verbraucher wissen, was sie kaufen. Ofenhersteller können Empfehlungen hinsichtlich der genormten Brennstoffe aussprechen, die sich in ihren Anlagen als sicher und effizient erwiesen haben. Werden Pellets verfeuert, deren Qualität gering ist und die nicht der vom Heizungshersteller geforderten Norm entsprechen, kann das negative Auswirkungen auf die Heizleistung haben. Außerdem kann der Ofen stark rußen, es kann zu Schlackenbildung kommen, die zu einem Ausfall der Anlage führt. Auch erhöhte Emissionen von Feinstaub und anderen unerwünschten Stoffen können die Folge sein.
Worauf achten beim Kauf
Beim Kauf von Holzpellets sollten Sie darauf achten, dass diese den Normen entsprechen, die der Hersteller Ihrer Pelletheizung für den sicheren Betrieb empfiehlt. Prüfen Sie, ob Ihr Pellethersteller eine entsprechende Zertifizierung erhalten hat. Das können Sie am Zeichen DIN plus und einer vergebenen Registernummer erkennen beziehungsweise am ENplus Logo und der vergebenen ENplus-ID.
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