Lass die Sonne ins Haus: Heizen mit Solar

Veröffentlicht am 02.01.2020 08:00 | 0 Kommentare
Solarkollektor mit Heizthermostat
Heizen mit Sonnenkollektoren? Kein Problem: Mithilfe der Sonnenenergie können Sie recht einfach bei Warmwasserbereitung & Co. Geld sparen und der Umwelt helfen. Wir verraten Ihnen jetzt, warum sich eine Solaranlage zur Heizungsunterstützung rentiert und welche Vorteile Sie sich davon versprechen können!

Inhalt:
Sollte man die Heizung mit Solarthermie oder Photovoltaik unterstützen? Vorweg sei gesagt, dass Sie die Sonnenenergie mit Solarthermie und Photovoltaik nutzen können, um Energie zu gewinnen und so etwa bei der Warmwasserbereitung und/oder bei der Heizungsunterstützung zu helfen. Aber: Bei Photovoltaik-Anlagen leiden Sie unter dem nicht unerheblichen Nachteil, dass diese eine enorme Fläche benötigen. Der Kollektor der Solaranlage allein wird also entweder sehr teuer oder reicht auf Ihrem Dach ganz einfach nicht aus, um Sie mit der nötigen Energie zur Heizungsunterstützung zu versorgen.

Photovoltaik kann zwar sehr gut Strom liefern, aber für die Heizung bleibt dann nur noch ein Bruchteil übrig. Denn die Erwärmung des Heiz- oder Brauchwassers mit Strom ist schlicht ineffizient. Nicht selten kann damit nur noch etwa ein Zwanzigstel bis ein Zwölftel des gesamten Hausbedarfs gedeckt werden. Ergo: Geht es vorrangig um Wärme im Haus und nicht um Stromgewinnung, sind Sie mit einer Solarthermieanlage besser beraten.
Wohnhaus mit Solarthermie und Photovoltaik
Das sind die Vorteile einer Heizung mit Solarthermie:

  • Langfristig betrachtet sorgen diese Systeme dafür, dass Sie günstiger heizen können im Vergleich zu Öl, Gas & Co. Fossile Energieträger sind im direkten Vergleich zu ineffizient - wenngleich zu Beginn die hohen Kosten der Solarthermie den Preisvorteil noch auffressen.
  • Energie wird nicht "verschwendet". Vor allem in Kombination mit einer Wärmepumpe, die sich Wärme direkt aus dem Umfeld des Hauses holt, kann Solarthermie die gewonnene Wärme in einem Speicher  auffangen - für schlechte Zeiten sozusagen.
  • Es handelt sich ganz einfach um die nachhaltige Methode, zu heizen. Sollten Sie wirklich eine Solaranlage mit einer Pumpe oder einer Holzheizung koppeln, können Sie einen beachtlichen Anteil der Heizungsunterstützung komplett aus nachhaltigen Quellen speisen.
Die hohen Einstiegskosten könnten vielleicht als Nachteil der Technologie zählen - aber da sich diese Anlagen langfristig eben doch rentieren, sollte diese Investition zu verkraften sein.
Sonne Tanken auf Ortsschild
Welche Heizung kann mit Solarthermie unterstützt werden? Generell spricht nichts dagegen, mithilfe von Solarthermie alle bekannten Brennwertsysteme zu unterstützen - also die typische Öl- oder Gasheizung. Je nach Verbrauch und Situation gewinnen Sie unter Umständen sogar so viel Energie, dass die Brennwertsysteme gar nicht mehr anspringen. Das Thema Solarthermie bietet die Möglichkeit komplett auf nachhaltige Energie umzusteigen. Dann wäre etwa die Anschaffung eines wasserführenden Kamins oder eines Pelletofens mit Wassertasche eine Option. Auch ein Holzvergaser oder eine Pelletheizung sind sinnvoll, da dann die komplette Heizung über Sonnenenergie und den nachwachsenden Rohstoff Holz versorgt wird.

Wie bereits kurz erwähnt, können Sie diese Anlagen auch gut in Kombination mit einer Wärmepumpe verwenden. Diese Geräte gewinnen bis zu 75 % der Umweltwärme, die in Luft, Erde und Grundwasser steckt und speisen damit das Haus. In einem Speicher wird diese Wärme dann vorgehalten - und dort ist auch genügend Platz für Warmwasser, das Sie via Solartechnik erwärmen können.
Solarthermie mit wasserführendem Kaminofen
Klar ist: Wollen Sie mit der Solaranlage eine Heizungsunterstützung realisieren, ist das aufwändiger als bei der reinen Brauchwasserbereitung. Grundsätzlich gibt es vier Faktoren, die Sie vor der geplanten Dimensionierung in Betracht nehmen müssen:

  • Der Bedarf (wie viel Solarenergie muss ich generieren?)
  • Die Anzahl der Personen im Haushalt
  • Die Wohnfläche, die geheizt werden soll
  • Der Standort, an dem sich das Haus befindet.
Taschenrechner, Stift und Papier
Ein Rechenbeispiel hilft: Nehmen wir an, Sie möchten 120 Quadratmeter Wohnfläche in einem Haushalt mit vier Personen versorgen. Pro Person gilt als Faustregel, dass der Kollektor eine Fläche von drei Quadratmetern haben sollte (bei Vakuum-Röhrenkollektoren). Außerdem gilt ein Speichervolumen von 150 bis 200 Liter Warmwasser als ideal. Mit anderen Worten: Bei vier Personen müssen Sie mit einer Fläche von etwa zwölf Quadratmetern für den Kollektor rechnen, außerdem sollte der Speicher gute 800 Liter vorhalten können. Kann Ihre Solaranlage diese Werte vorlegen, können Sie damit in allen Lebenslagen gut (und günstig) heizen.
Die Frage danach, was eine Heizung mit Solar kosten wird, hängt zwar vom Verbraucher und seinen Entscheidungen ab, aber zu Beginn sind die Kosten für Solarthermie natürlich nicht unerheblich: Rechnen Sie mit etwa 4.000 bis 5.000 Euro in der soeben genannten Dimensionierung, wenn es nur um Warmwasser geht, und gute 8.000 bis 9.000 Euro, wenn auch die Heizungsunterstützung inbegriffen sein soll. Wirklich teuer wird es in Kombination mit der Wärmepumpe, die dann - je nach Art - noch einmal 10.000 bis 20.000 Euro kosten wird.

Diese Beträge mögen abschreckend wirken, jedoch dürfen Sie nicht vergessen, dass Sie jährlich auch wieder viel Geld sparen, das Sie nicht an einen örtlichen Energieversorger abtreten müssen. Abhängig von Ihrem Verbrauch, den exakten Kosten und weiteren Faktoren können Sie dann relativ einfach ausrechnen, wann sich die Solarthermieanlage für Sie amortisieren wird.
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