Im Vergleich: Gemauerter Kamin vs. Fertigkaminofen

Veröffentlicht am 26.02.2020 08:00 | 0 Kommentare
Speicherofen in modernem Design
Heizen mit Holz liegt nicht nur im Trend, sondern ist auch eine gute Entscheidung: Das Brennmaterial ist ein nachwachsender Rohstoff, die Wärmeerzeugung ist hoch und energieeffizient und - bei entsprechender Technik - umweltschonend. Doch welcher Ofentyp ist der richtige für Sie: ein gemauerter Kamin in Form eines Kachelofens bzw. Grundofens oder ein fertiger Kaminofen? Wie sich diese Feuerstätten abgesehen von ihrer Optik unterscheiden, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Der gemauerte Kamin
Bei einem gemauerten Kamin handelt es sich um eine Feuerstätte, die von mineralischen Materialien umgeben, also gemauert ist. Hier unterscheidet man hauptsächlich zwischen einem Kachelofen und einem Grundofen. Von außen sind diese Varianten heutzutage kaum sicher zu unterscheiden. Ein Kachelofen der früher auf den ersten Blick als solcher zu erkennen war, kann heute in ganz unterschiedlich Form gefunden werden. Die traditionellen Kacheln sind oft modernen Anputzen gewichen, Sichtscheiben werden immer häufiger ein wichtiger Bestandteil. Aber auch ein Grundofen lässt sich äußerlich nicht mehr eindeutig von einem Kachelofen unterscheiden, denn die Unterschiede liegen in der Technik, die unter der Verkleidung liegt.
Der Kachelofen funktioniert als sogenannter Warmluftofen. Hinter der Verkleidung aus Kacheln oder anderen Materialien befindet sich ein Heizeinsatz an dessen Rauchabzug ein Nachheizaggregat gesetzt ist. So wird nicht nur die Wärme in der Brennkammer ausgenutzt, sondern auch noch die der Abgase. Der Raum wird demnach zum einen durch Warmluft erwärmt, die über Gitter oder Luftschächte aus dem Ofen geleitet wird. Der andere Teil der Wärme wird im Nachheizkasten gespeichert und nur langsam wieder abgegeben. Das bedeutet, dass die Wärme einen Moment länger braucht um sich im Raum zu verteilen, als bei einem freistehenden Kaminofen, dafür wird sie aber auch nach Erlöschen des Feuers noch länger spürbar sein.
Querschnitt eines Kachelofens mit Nachheizaggregat
Tipp: Dank neuer Einsätze für alte Kachelöfen, erfüllen nun auch diese die Anforderungen der BImSchV.
Das Prinzip eines Grundofens ist ähnlich, nur wird die Wärme hier aus dem mit Schamotte ausgekleideten Brennraum in sogenannte Nachheizzüge geleitet. Diese Züge bestehen ebenfalls aus Schamotte oder einem ähnlichen Baustoff und speichern die noch im Abgas vorhanden Wärme über einen langen Zeitraum. Da ein Hauptteil der Bauteile eines solchen Speicherofens aus mineralischen Materialien besteht, sind große Grundöfen immer auch an handwerkliche Leistungen geknüpft und benötigen ausreichend Platz. Inzwischen gibt es aber auch Grundöfen, die als Bausatz gekauft werden können, weniger Platz benötigen und selbst zusammengebaut werden können.
Querschnitt eines Grundofens mit Nachheizzügen
Kaminofen/Schwedenofen gemauerter Kamin
kostengünstiger preisintensiv
geringer Aufwand beim Aufbau aufwändig im Aufbau
schnelle Wärmeabgabe lange Wärmewirkung
kein Wärmespeicher hoher Wärmespeicher
schneller Austausch möglich nicht austauschbar
Die Kosten im Vergleich
Die erforderliche Heizleistung bei einem Kaminofen und bei einem Grundofen richtet sich nach der Raumgröße und danach, wie die Dämmung beschaffen ist. Man rechnet pro Quadratmeter zu beheizender Raumfläche mit einer Leistung ab 0,1 kW. Der Kaminofen ist die kostengünstigste Variante. Sie bekommen einen guten Kaminofen schon ab einigen hundert Euro. Die Anschlusskosten sind ebenfalls günstig, der Kaminofen muss nur an den Schornstein angeschlossen werden. Bei einem Grundofen, der als Baukastensystem verkauft wird, können Sie mit Anschaffungskosten ab etwa 2.500 Euro rechnen. Bei komplett individuell geplant und gemauerten Kaminen gehen die Preise ab 5000 Euro aufwärts. Einen Warmluft-Kachelofen können Sie hingegen schon ab 3000 Euro in Auftrag geben. Natürlich können Sie die mit einberechneten Handwerkerleistungen auch selbst übernehmen und so Kosten sparen.
Welcher Ofen ist besser?
Was ist besser ein Kachelofen/Grundofen oder ein Kaminofen? Pauschalaussagen, welcher Kamin besser ist, sind schwierig. Die Wahl beim Heizkamin sollte sich immer individuell an Ihren persönlichen Bedürfnissen und Gewohnheiten sowie den Gegebenheiten in Ihrem Haus orientieren. Wenn Sie den Kamin als Dauerheizung und eventuell sogar als Alleinheizung nutzen, ist ein Grundofen mit viel Strahlungswärme die bessere Wahl. Sie haben damit wenig Arbeit. Nach mehreren Stunden müssen Sie Brennmaterial nachlegen, ansonsten heizt dieser Kaminofen-Typ praktisch selbstständig. Wer dagegen nur an kühlen Abenden schnell ein warmes Wohnzimmer möchte, ist mit einem Schwedenofen besser beraten. Die schnelle Wärmeentwicklung ist sofort spürbar.
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