Der perfekte Grillrost: Gusseisen oder Edelstahl oder emailliert?

Veröffentlicht am 08.06.2020 08:00 | 0 Kommentare
Grillrost aus Gusseisen und Edelstahl
Beim Grillen spielt der Grillrost als Teil der Ausstattung eine wichtige Rolle. Sie bekommen ihn in verschiedenen Ausführungen und Materialien. Möglich sind Grillroste aus Edelstahl, Gusseisen oder emailliertem Stahl. Dabei kommt es vor allem darauf an, was für Sie beim Grillen wichtig ist: einfaches Reinigen oder ein optimales Branding? Welcher Rost am besten zu Ihnen passt, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Bedeutung des Materials
Je nach Material unterscheidet sich die Leitfähigkeit und Hitzebeständigkeit des Rostes für den Grill. Kann man darauf scharf anbraten, sodass ein schönes Branding entsteht und bleibt der Rost lange heiß? Auch die Haltbarkeit des Grillrosts unterscheidet sich von Material zu Material: Wird er schnell rosten und hält er der massiven Hitze stand? Ein weiterer Punkt ist außerdem, wie es mit dem Klebeverhalten des Grillguts bestellt ist, wie sich die Materialbeschaffenheit auf den Geschmack auswirkt und ob sich der Rost für den Grill gut reinigen lässt.
Ein Gussrost verträgt sehr hohe Temperaturen, die Hitzeaufnahme und -abgabe an das Fleisch ist gleichmäßig. Die Speicherung der Hitze ist ebenfalls sehr gut. Wer kross gegrilltes Fleisch liebt und Wert auf ein typisches Branding mit einem appetitlichen Muster legt, erzielt damit sehr gute Ergebnisse. Die Form der Grillstäbe kann rund oder V-förmig sein. Die V-Form ermöglicht diverse Muster beim Branding, zudem ist die Wärmeabgabe an das Grillfleisch mit der breiteren Oberfläche sehr konzentriert und direkt. Für die Entwicklung kräftiger Röstaromen ist dieser Grillrosttyp also gut geeignet. Zu starke Bräunung kann aber den Geschmack negativ beeinflussen, dann schmeckt Fleisch rasch bitter. 


Steak auf Gussrost
Für erfahrene Grill-Meister ist ein Gussrost oft die erste Wahl. Er kann sowohl für Holzkohlegrills, als auch für Elektro- oder Gasgrills eingesetzt werden. Allerdings braucht Gusseisen deutlich mehr Pflege als ein Edelstahlrost. Vor der ersten Verwendung muss der Grillrost gründlich eingebrannt werden. Eine Behandlung mit einem neutralen Speiseöl ist beim Einbrennen sowie bei jedem Grilleinsatz sinnvoll, das verhindert auch, dass das Grillgut anklebt. Nach dem Grillen darf ein gusseiserner Rost nicht mit Wasser und Spülmittel gereinigt werden. Stattdessen brennen Sie ihn bei einer hohen Temperatur frei und säubern ihn mit einer Grillbürste von Rückständen. 
  • intensive Hitzeabgabe für ein attraktives Branding
  • sehr gute Hitzespeicherung
  • Roste mit V-Stäben sind beidseitig verwendbar
  • für direktes Grillen geeignet
  • Reinigung nur mit Wasser
  • Einbrennen vor der ersten Verwendung erforderlich
  • für indirektes Grillen nur bedingt geeignet
  • nicht vollständig bruchsicher
  • bei mangelnder Pflege nicht rostfest
  • hohes Gewicht
Auch Edelstahlroste vertragen hohe Temperaturen und sind unempfindlich gegenüber einem schnellen Temperaturwechsel. Das Material ist lebensmittelecht und allergenfrei. Die Fähigkeit, Wärme zu speichern und an das Fleisch abzugeben, ist ein wenig schwächer ausgeprägt als bei einem Gussrost. Der Grillvorgang an sich dauert geringfügig länger. Ein Edelstahl Grillrost ist bruchsicher und sehr pflegeleicht. Mit Wasser, Scheuermilch, Spülmittel und einer Bürste ist die Reinigung des Rostes schnell erledigt. Rostfreier V2AStahl ist ein ideales Material für Grillroste, die auf Gasgrill, Elektrogrill und Holzkohlegrill zum Einsatz kommen. Achten Sie beim Kauf auf die Verarbeitung: Sind die Schweißstellen sauber, ist der Stahl poliert oder hat der Rost scharfe Verbindungsstellen und Kanten? Zudem sollten die einzelnen Stäbe nicht zu dünn sein.
Fisch auf Edelstahlrost
Vorsicht bei verchromten Exemplaren, solche Roste sehen auf den ersten Blick gut aus, können sich aber leicht verbiegen. In der Verchromung kann Nickel enthalten sein, worauf Allergiker empfindlich reagieren. Beschichtungen können abplatzen, dann neigt der billigere Stahl unter der Verchromung zum Rosten.
  • hochwertiger Edelstahl ist rostfrei
  • sehr langlebig und bruchsicher
  • verträgt hohe Temperaturen
  • einfache Reinigung
  • typisches Gusseisenbranding wird nicht erreicht
  • geringer Hitzespeicherung
  • geringere Leitfähigkeit
  • höherer Anschaffungspreis
Emaillierte Grillroste
Gusseisenroste gibt es auch in emaillierten Ausführungen. Die Beschichtung aus Emaille soll die gute Wärmeleitfähigkeit eines Gusseisenrosts mit der einfachen Reinigung eines Edelstahlrosts kombinieren und ist deshalb für Grillanfänger gut geeignet. Ein solcher Grillrost ist rostfrei, solange die Emailleschicht intakt ist. Schon kleinere Kratzer können dazu führen, dass die Beschichtung Risse bekommt und abblättert. Deshalb sollte ein emaillierter Grillrost nicht mit einer Metallbürste gereinigt werden.
  • günstiger Anschaffungspreis
  • leichte Reinigung 
  • Grillgut klebt nicht an
  • dünnere Stäbe
  • Branding nur erschwert möglich
  • rostanfällig bei beschädigter Beschichtung
Fazit
Wenn Sie großen Wert auf ein sichtbares Branding legen - also das typische Grillmuster auf dem Steak sehen wollen - ist ein Gussrost erste Wahl. Besser reinigen lässt sich dagegen ein Edelstahlrost. Nehmen Sie bei einem beschichteten Rost kein Billigmodell, damit Sie sicher sein können, dass nichts abplatzt. Beim Grillen entstehen sehr hohe Temperaturen, sodass der Grillrost, ob emailliert oder nicht, auf jeden Fall eine gute Qualität haben sollte! Edelstahl hat den Vorteil der leichten Reinigung, zudem kann V2AStahl nicht rosten und ist extrem lange haltbar. 


Geschmacklich gibt es eher geringe Unterschiede. Die Kombination Holzkohle und Gusseisenrost ergibt einen recht kräftigen Geschmack, während ein Edelstahlrost eher für neutralere Geschmacksergebnisse zuständig ist. Aber natürlich sind hier auch die Fleischart und die spezielle Würzung entscheidend. Grundsätzlich können Sie für jede Art von Grill, für den Gasgrill ebenso wie für den Holzkohlegrill, alle Materialvarianten verwenden. 

Für Anfänger ist ein Edelstahl Grillrost die bessere Wahl. Indirektes Grillen gelingt besser, und wer häufig Fisch oder Gemüse auf den Grill legt, ist damit auf der sicheren Seite. Fortgeschrittene und Grill-Meister verwenden sehr gern einen Gussrost, vor allem dann, wenn der Grillrost aus Gusseisen dreieckige Stäbe hat. Geschmacklich sind beide Grillrost-Arten überzeugend. 
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