Hat ein Gaskamin Nachteile gegenüber anderen Öfen?

Veröffentlicht am 05.03.2020 08:00 | 0 Kommentare
Pro und Contraliste neben Gaskamin
Als alternative oder zusätzliche Wärmequelle im Wohnbereich erfreuen sich Kamine und Kaminöfen weiterhin steigender Beliebtheit. Die meisten von ihnen werden mit Brennholz befeuert. Doch auch die Nachfrage nach Kaminen, bei denen die Flammen mit Ethanol oder Gas gespeist werden, hat zugelegt. Für alle, die mit dem Kauf eines Gaskamins liebäugeln, sprechen wir im Folgenden offen dessen Vor- und Nachteile an. Kann der Gaskamin entscheidend gegen den bewährten Kaminofen punkten? Bilden Sie sich Ihre eigene Meinung zu dem Thema!

Der Gaskamin
In Ländern wie Großbritannien seit jeher beliebt, hat sich der Gaskamin jetzt auch auf dem deutschen Markt etabliert. Er wird einfach wie ein Gasherd oder eine Gasheizung an das Erdgasnetz angeschlossen. Zudem werden auch Geräte angeboten, die mit Propan aus Gasflaschen betrieben werden. Ein solches Modell ermöglicht den Genuss brennholzfreien Flammenspiels sogar an Standorten ohne Anschluss an das Gasnetz.
  • funktioniert ohne Holz
  • verbreitet gemütliche Atmosphäre
  • kein Schornstein notwendig
  • geringer Reinigungsaufwand
  • saubere Verbrennung
 
  • kein nachhaltiger Brennstoff
  • geringer Wirkungsgrad
  • hohe Kosten
  • Abgasleitung notwendig
  • typische Holzfeuereffekte werden künstlich erzeugt
  • Gasflasche oder Gasleitung nötig
Vorteile
Gaskamine haben als Alternative ein paar Vorteile gegenüber KaminöfenKamineinsätzen und Pelletöfen:

Alternative zu Holz

Der Brennstoff eines Kamins dieser Art ist Gas, welches entweder aus einer Leitung oder einer Flasche kommt. Demnach müssen Sie nicht für Brennholz sorgen und benötigen keinen Lagerplatz für Holz - oftmals in Stadthäusern und Wohnungen mit begrenztem Platz und ohne Garten ein Vorteil. Außerdem entfällt das Nachlegen von Brennholz während des Betriebs.

Schöne Atmosphäre

Gaskamine sorgen mithilfe moderner Technik für Romantik und Gemütlichkeit. Dank ausgefeilter Technologie sind Flammenspiel und Farbe der Flamme bei Gaskaminen inzwischen optisch nah am Feuer eines Kaminofens. Durch die lodernden Flammen entsteht eine anheimelnde Atmosphäre, wie sie von Kaminfans geschätzt wird. Zum Teil können Sie das Feuer im Gaskamin schon per App regeln.

Kein Schornstein

Manche Kaminofenträume scheitern an dem notwendigen, aber nicht vorhandenen Schornstein. Anders als bei Pellet- oder Holzöfen ist für den Betrieb von Gaskaminen kein richtiger Schornstein vorgeschrieben. Über passende Abgasrohrsysteme kann die Abluft auch alternativ abgeleitet werden, zum Beispiel über einen Auslass an einer Fassadenwand

Reinigungsarm

Gas verbrennt im Gegensatz zu Brennholz rückstandsfrei. Da also keine Asche oder Brennstoffreste zurückbleiben, fällt die bei einem Holzofen notwendige Reinigung bei einem Gaskamin weg. Das gilt für Erdgas genauso wie für Flüssiggas.

Saubere Verbrennung

Bei Gaskaminen fallen in der Regel weniger Emissionen als bei herkömmlichen Kaminen an. Besonders beim Feinstaubausstoß zeigt sich der Gaskamin von seiner sauberen Seite, die entstehende Feinstaubbelastung im Aufstellraum ist gering.
Nachteile
Wenn Sie sich einen Gaskamin zulegen möchten, dann sollte Sie sich auch mit folgenden Nachteilen befassen:

Nachhaltigkeit

Erdgas ist wie Erdöl und Kohle ein fossiler Brennstoff. Nachteil dieser Energieträger ist, dass ihre Verbrennung den Anteil von Kohlendioxid in der Atmosphäre steigen lässt und einen Treibhauseffekt verstärkt. Holz dagegen ist ein nachwachsender Rohstoff, bei dessen Verbrennung im Ofen nur so viel Kohlendioxid frei wird, wie zuvor während des Baumwachstums aus der Atmosphäre entnommen wurde. 

Wirkungsgrad

Wenn Sie Ihren Kamin weniger der Optik wegen, sondern vor allem zum Heizen nutzen wollen, dann sollten Sie unbedingt auf dessen Wirkungsgrad achten. Der gibt an, wie viel der zugeführten Energie in nutzbare Wärme umgewandelt werden kann. Die gängigen Gaskamine liegen im Wirkungsgrad und in der Leistung deutlich hinter Öfen zurück, die Scheitholz oder Holzpellets verbrennen, das heißt, dass auch die Heizleistung geringer ist.

Kosten

Die Anschaffungskosten für einen Gaskamin sind verhältnismäßig hoch, sie liegen um etwa 30 Prozent höher als bei einem herkömmlichen Ofen mit vergleichbarer Heizleistung. Die Betriebskosten sind vor allem vom Gaspreis abhängig. Im Gegensatz dazu kann man beim herkömmlichen Kaminofen gezielt beim Brennstoff sparen, etwa durch günstigen Einkauf des Brennholzes oder eigene Holzernte.

Abgasleitung

Als Vorteil eines Gaskamins hatten wir angeführt, dass nicht unbedingt ein Schornstein für den Betrieb notwendig sei. Dabei sollte man aber im Kopf behalten, dass sehr wohl eine Abgasleitung benötigt und installiert werden muss. Je nach Standort kann das einiges an Aufwand und zusätzlichen Kosten bedeuten, weshalb Sie auch vorab überlegen müssen, ob die Realisierung im Wohnbereich überhaupt möglich ist. 
Atmosphäre

Auch wenn das Flammenbild in modernen Gasgeräten sehr nahe an das eines Holzfeuers herankommt, bleibt doch ein Nachteil bestehen: das leise Knistern und der Funkenflug brennender Holzscheite fehlt den Glasflammen. Bei manchen Gaskaminen werden diese Effekte zwar künstlich erzeugt, doch ob man das mag, ist letztlich Geschmackssache.

Brennstoff

Der Erdgaskamin benötigt einen Anschluss an das Gasnetz. Falls in Ihrer Straße eine Gasleitung liegt, Sie aber noch keinen Hausanschluss besitzen, so können Sie mit etwa 2500 Euro Kosten für den Anschluss rechnen. Läuft der Kamin mit Propangas, so dürfen Sie in Deutschland maximal eine 11 kg Flasche Flüssiggas in der Wohnung aufbewahren und anschließen. Diese Menge Gas reicht zum Heizen für etwa 25 Stunden aus.
Holzscheite in Flammen
Einsatzbereich
Jeder hier aufgeführte Vor- und Nachteil kann unterschiedliches Gewicht bei Ihrer Kaufentscheidung haben. Entscheidend sind letztlich die konkrete Wohnsituation sowie Ihre persönlichen Vorlieben und Bedürfnisse. Generell kann man aber sagen, dass sich Gaskamine gut eignen für den Einsatz in Stadtwohnungen mit wenig Raum für die Lagerung von Brennholz oder für Menschen die einen Kaminofen ohne Holz suchen. Auch bei Aufstellorten ohne direkten Schornsteinanschluss kann der Gaskamin eine gute Alternative sein. Wer jedoch nachhaltig heizen möchte, problemlos an Brennholz kommt oder das Flair eines Holzfeuers unvergleichbar findet, sollte sich für einen Kaminofen entscheiden. Auch wenn es primär darum geht, mit dem Kamin effektiv den Wohnraum zu heizen, sticht der Holzofen den Gaskamin noch immer klar aus.
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