Doppelter Gewinn durch die BAFA Förderung für Solar-Anlagen

Veröffentlicht am 21.11.2019 08:00 | 0 Kommentare
Kaum ein Thema ist medial so präsent wie erneuerbare Energien: Die Abkehr von der Verbrennung fossiler Rohstoffe ist beschlossene Sache, die Errichtung und Erneuerung von alternativen Anlagen zur Stromerzeugung sowie für Warmwasserbereitung und Heizung wird gezielt gefördert. Welche Anreizprogramme Sie zur Errichtung oder Erweiterung Ihrer Solaranlage - und hier insbesondere einer Solarthermieanlage - in Anspruch nehmen können, erfahren Sie im Folgenden.

Inhalt:
Was wird gefördert?
Bei der Frage nach der Förderung einer Solaranlage muss zunächst einmal die Frage nach dem WAS beantwortet werden: Was soll gefördert werden? Einerseits wird die alternative Produktion von Energie und deren Einspeisung in das Strom- oder Wärmenetz unterstützt, andererseits aber auch die Errichtung und Erweiterung der dazu notwendigen Anlagen. Dabei wird unterschieden zwischen Photovoltaik und Solarthermie, erstere wird nicht vom BAFA gefördert.
Die Förderung für Solaranlagen zur Stromerzeugung bezieht sich nicht auf die Errichtung, sondern auf die Produktion. Eins ist Fakt: Ohne die Vergütung der alternativ erzeugten und ins Stromnetz eingespeisten Energie, hätte sich in Deutschland wohl kein derartiger Photovoltaik-Boom und damit eine hohe Nachfrage für die Wirtschaft entwickelt. Auch wenn die Vergütungssätze im Laufe der Jahre in Abhängigkeit vom Strommarkt abgesenkt wurden, können Sie davon nach wie vor profitieren. Sie erhalten diese Vergütung für 20 Jahre garantiert, sodass Sie den mit Ihrer Solaranlage erzeugten Strom, den Sie nicht selbst verbrauchen, rentabel ins öffentliche Netz abgeben können. Die konkrete Höhe der Vergütung ist von der Dimension der Solaranlage und vom Zeitpunkt der Inbetriebnahme abhängig. Die Bundesnetzagentur gibt die Vergütungssätze jeweils drei Monate im Voraus bekannt. Hier die aktuellen Sätze für Anlagen, die im April 2019 in Betrieb gehen: (kWp = Kilowatt Peak, bezeichnet die Leistung einer Photovoltaikanlage unter genormten Bedingungen)
Zeichnung von Haus mit Geldmünzen im Schornstein
Anlagengröße < 10 kWp < 40 kWp < 100 kWp
Cent je kWh 11,11 ct 10,81 ct 8,50 ct
Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) ist hingegen Ihr Ansprechpartner, wenn Sie eine zu errichtende oder zu erweiternde Solarthermieanlage fördern lassen wollen. Unterschieden wurde hier bisher in Basis- und Zusatzförderungen. Diese Unterscheidung entfiel zu Beginn des Jahres 2020. Nun werden Anlagen gleichermaßen gefördert, die der

  • Warmwasserbereitung
  • Raumheizung
  • Warmwasserbereitung und Heizung kombiniert
  • Wärmenetz- bzw. Kältenetzeinspeisung

dienen. Das BAFA-Programm kann sowohl von Privatpersonen, Selbstständigen, kommunalen Körperschaften als auch gemeinnützigen Organisationen in Anspruch genommen werden.
Wie viel wird gefördert?
Ab dem 01.01.2020

Seit dem 01.01.2020 sind bei den Förderungen des Amtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle einige Änderungen in Kraft getreten. Auch bei der Solarthermie hat sich viel geändert, denn die Bereiche Basis-, Innovations- und Zusatzförderung gehören der Vergangenheit an. Dafür unterstützt das BAFA die Errichtung einer Solarthermieanlage mit bis zu 30 % der förderfähigen Kosten


Bis zum 31.12.2019
Wie viel das BAFA für das Heizen mit Sonnenenergie zahlte, richtete sich bis zum 31.12.2019 nach Art und Größe der Solarthermieanlage. Anlagen die nur für die Warmwasseraufbereitung genutzt wurden, wurden mit 50 Euro je m² Bruttokollektorfläche gefördert, mindestens jedoch mit 500 Euro je Solarthermieanlage. Dabei musste die Bruttokollektorfläche mindestens 3 und maximal 40 m² betragen. Anlagen für die alleinige Heizungsunterstützung, als Heizung in Kombination mit Brauchwasserbereitung oder mit Einspeisung ins Wärmenetz wurden mit 140 Euro je m² Bruttokollektorfläche unterstützt, wenigstens wurden jedoch 2.000 Euro für die Anlage gezahlt. Auch hier war die Anlage wieder auf eine Größe von 40 m² beschränkt. Zudem konnte beim BAFA eine Förderung für die Erweiterung einer bereits vorhandenen Solarthermieanlage beantragt werden. Diese betrug 50 Euro pro zusätzlichem m² Bruttokollektorfläche und war nur für eine Fläche von mindestens 4 und maximal 40 m² beanspruchbar.
Das BAFA gibt allgemeine technische Voraussetzungen für eine Förderung von Solarthermie vor und unterscheidet dann noch einmal für die Installation bei Gebäudebestand oder einem Neubau. Die technischen Voraussetzungen beziehen sich neben den Nutzungsbereichen der Anlage auf das Solar Keymark, ein europäisches Zertifizierungszeichen, das der Anlage zugesprochen wird. Außerdem muss der berechnete jährliche Kollektorertrag min. 525 kWh/m² betragen.

Für ein Gebäude in dem seit mindestens zwei Jahren eine andere Heizanlage genutzt wird, sogenannter Gebäudebestand, wird die minimale Größe der Kollektorflächen vorgegeben: Bei der Nutzung für Raumheizung oder Kälteerzeugung und Flachkollektoren muss die Fläche mindestens 9 m² und bei Vakuumröhrenkollektoren mindestens 7 m² betragen. Das System muss dabei mit einem Speicher ausgestattet sein, der bei Flachkollektoren wenigstens 40 l/m² und bei Röhrenkollektoren min. 50 l/m² an Volumen vorsieht. Für Luftkollektoren ist keine Mindestfläche vorgegeben und kein Speicher von Nöten.
Liste der Voraussetzung
Wird die Solarthermie nur für die Warmwasserbereitung genutzt, muss die Kollektorfläche bei 3 m² oder höher liegen und für die Mindestfläche ein Puffervolumen von 200 l bereitstehen. 
Welche Art von Speicher für Sie am besten geeignet ist, hängt davon ab, was Sie mit Ihrer Solaranlage bedienen wollen, Heizung oder Brauchwasser.
Im Neubau gibt es höhere Anforderungen für die BAFA-Förderung. Zum einen wird Solarthermie nur dann gefördert, wenn die Bruttokollektorfläche ab 20 m² aufwärts beträgt. Zum anderen muss ein neugebautes Wohngebäude über mindestens drei Wohneinheiten verfügen, unbewohnte Nutzgebäude müssen eine beheizbare Mindestfläche von 500 m² haben oder es muss sich um ein sogenanntes Solaraktivhaus handeln, bei welchem der Deckungsgrad 50 % beträgt.
Weitere Optionen
Mit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) steht Ihnen ein weiterer Ansprechpartner zur Verfügung: Die KfW-Bank kann Ihnen nicht nur die Errichtung, Erweiterung und den Kauf von Solaranlagen mit zinsgünstigen Darlehen erleichtern, sondern auch von damit zusammenhängenden Batteriespeichersystemen. In Frage kommen hier die Programme Erneuerbare Energien 270 und 275. Über BAFA Förderung und KfW hinaus fördern auch die Bundesländer und Kommunen sowie einige private Energieerzeuger das Thema Photovoltaik. Es lohnt sich also, sich ausführlich mit Solarenergie zu befassen, um zu erfahren welche Förderung bei Solaranlagen für Sie in Frage kommt.
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