Für andauernden Genuß: Dutch Oven einbrennen und reinigen

Veröffentlicht am 14.08.2020 08:00 | 0 Kommentare
Dutch Oven im Feuer
Ein Dutch Oven ist ein Topf aus Gusseisen, der über offenem Feuer, auf glühenden Kohlen auf dem Grill aber auch in der Küche eingesetzt werden kann. Wenn Sie mit dem Erwerb eines solchen urigen Alleskönners mit Deckel liebäugeln, dann denken Sie daran, dass es zwei Dinge sind, die einem Dutch Oven ein langes Leben sichern: Das korrekte Einbrennen und die richtige Reinigung und Pflege. Wir sagen, wie es geht und geben praktische Tipps für sicheres Gelingen. 

Inhalt:
Dutch Oven einbrennen
Warum einen Dutch Oven einbrennen? Patina ist das Zauberwort. Der Dutch Oven besteht aus Gusseisen ohne Beschichtung. Damit bei der Zubereitung nicht alles festbäckt, sollte in dem Topf eine Schutzschicht entstehen, die Patina. Neues, unpatiniertes Kochgeschirr muss daher eingebrannt werden. So entsteht eine erste schützende Schicht, die sich bei weiterer sachgemäßer Nutzung des Dutch Oven verstärkt und für dauerhaften Genuss sorgt. Sie verhindert das Anhaften von Gargut und das Festsetzen von starken Aromen und Gerüchen an der nicht ganz glatten Metalloberfläche. 
Bei einem neuen Dutch Oven sollte das Einbrennen vor dem ersten Gebrauch geschehen. Es sei denn, der Feuertopf kommt schon eingebrannt aus dem Werk. Die Gebrauchsanleitung des Herstellers sagt Ihnen, ob das der Fall ist. Außerdem sollte die Einbrennprozedur wiederholt werden, wenn die Patina zerstört wurde. Dies kann durch unsachgemäße Reinigung, durch Einsatz von Metallbesteck oder durch Rost bei falscher Lagerung geschehen.
Wie oft sollte der Dutch Oven eingebrannt werden? In der Regel reicht es den Gusstopf einmalig einzubrennen, wenn die Schutzschicht später nicht verletzt wird.
Wie lange soll man den Dutch Oven einbrennen? Der reine Einbrennprozess dauert etwa 1 Stunde plus Auskühlzeit.
Auf die Frage, womit man einen Dutch Oven einbrennen sollte, gibt es eine einfache Antwort: Fett und Hitze. Die Frage nach der Art des Fettes ist da umstrittener, aber es sollte auf jeden Fall ein Pflanzenöl sein, das hoch erhitzt werden kann. Also etwa Sonnenblumen- oder Rapsöl, ungeeignet ist Olivenöl. Außerdem bieten manche Hersteller auch spezielle Einbrennpasten an, die nicht ranzig werden. Aber auch Trennspray für Backofen-Formen oder Grill ist gut geeignet. Die nötige Hitze kann man im Backofen in der Küche erzeugen, mit glühenden Holzkohlebriketts an einer Outdoor Feuerstelle oder in einem Kugelgrill. Gegen die Benutzung eines Backofens spricht allerdings die Rauchentwicklung. Die kann Rauchmelder auslösen und die Nachbarschaft in Aufregung versetzen. Einbrennen unter freiem Himmel ist meist die bessere Option.
Erdbeerkuchen aus dem Dutch Oven
1. Dutch Oven vorbereiten
Wenn Sie Ihren Dutch Oven vor dem ersten Gebrauch einbrennen, dann müssen Sie in der Regel zunächst die Rostschutzschicht auf dem Gusseisen entfernen. Hier können Sie das erste und letzte Mal Spülmittel benutzen. Spülen Sie den Topf danach mit klarem Wasser aus. Achten Sie aber auf die Angaben des Herstellers, was er zur Entfernung des Rostschutzes rät. Kommt der Gusseisen-Topf ohne Schutzschicht, sollten Sie ihn trotzdem gründlich mit klarem Wasser reinigen und anschließend mit einem flusenfreien Tuch abtrocknen. Ist der Topf sauber und trocken, pinseln Sie ihn und den Deckel innen und außen mit Pflanzenöl ein oder sprühen Sie beides alternativ mit Trennmittel ein. Währenddessen können Sie den Grill/ Backofen auf 220 Grad vorheizen oder die Kohlen in der Feuerstelle zum Glühen bringen.
Illustration: Dutch Oven wird mit Wasser apgespült und mit Öl eingerieben
2. Dutch Oven Einbrennen
Haben Grill oder Backofen die richtige Temperatur erreicht werden Topf und Deckel nebeneinander auf den Rost gestellt und die Grillabdeckung/Ofentür geschlossen. Nach einer halben Stunde Topf und Deckel umdrehen und weitere 30 Minuten der Hitze aussetzen, dann langsam abkühlen lassen. Wenn beides nicht gleichzeitig passt, brennen Sie sie nacheinander ein. Wollen Sie den Dutch Oven in einer Feuerstelle mit glühenden Kohlen einbrennen stellen Sie den Topf auf glühende Kohlen, verschließen Sie ihn mit dem Deckel, auf den Sie wiederum glühende Kohlen legen.
Illustration: Dutch Oven wird auf dem Grill eingebrannt
Achtung: Tragen Sie beim Einbrennen auf jeden Fall Handschuhe, sonst kann es zu starken Verbrennungen kommen.
3. Nachbehandlung
Ist der Dutch Oven ausgekühlt, kontrollieren Sie die Beschaffenheit der Patina. Falls sich keine durchgehende Schutzschicht gebildet hat oder noch Rost oder Rückstande an der Oberfläche haften, wiederholen Sie die ganze Einbrennprozedur noch einmal. Ansonsten den ausgekühlten Oven samt Deckel mit Pflanzenöl einreiben, überschüssiges Öl mit einem Lappen aufnehmen. Nun ist der Topf fertig für den Gebrauch oder das Einlagern.
Illustration: eingebrannter Dutch Oven wird nochmal nachbehandelt
Achtung: Beim Einbrennen sollten Sie die allgemeinen Sicherheitsbestimmungen für offenes Feuer beachten.
Heißes Wasser reicht zum Säubern des Feuertopfs, verwenden Sie niemals Spülmittel. Ausnahme: Falls der Hersteller dies zum Entfernen der Rostschutzschicht vor dem ersten Einbrennen empfiehlt. Widerspenstige Rückstände im Topf und am Deckel sollten mit Spülbürste oder Spültuch entfernt werden. Benutzen Sie keine Metallwerkzeuge, die die Patina zerstören könnten. Bei hartnäckigen Resten und Krusten können Sie auf einen Kunststoffschaber oder einen Ringreiniger zurückgreifen. Letzterer besteht zwar aus Metallringen, hat aber keine Ecken und Kanten, die zu Beschädigungen der Oberfläche führen könnten.
Kunstoffschaber in Gusstopf
Dutch Oven pflegen
Nach der Reinigung mit heißem Wasser folgt die Pflege. Trocknen Sie die Oberflächen mit einem Tuch gut ab. Dann bestreichen Sie sie dünn, aber vollständig mit Pflanzenöl, Pflegepaste oder -spray. Alle Pflanzenöle, die hohe Temperaturen aushalten, können Sie hierzu verwenden. Achten Sie darauf, dass sich keine Öllachen bilden und stehenbleiben. Dieses Öl kann während der Lagerung bis zum nächsten Gebrauch des Topfs ranzig werden und sollte mit einem Lappen entfernt werden. Auch wenn er durch die Ölschicht geschützt ist, sollte der Feuertopf nicht in feuchter Umgebung gelagert werden, in der Rostbildung begünstigt wird. Bei längerer Lagerung sollte zwischen Deckel und Topfrand ein Spalt offen bleiben, damit Luft zirkulieren kann. Mit einem kleinen Keil aus Holz oder Pappe unter dem Deckel ist das leicht zu bewerkstelligen.
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