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Alles Wissenswerte zum Anschluss einer externen Luftzufuhr

Veröffentlicht am 22.09.2020 08:00 | 0 Kommentare
Kaminofen in einer Wohnstube daneben eine Darstellung eines Kaminofens mit einem externen Verbrennungsluft-Anschluss
Ein Kaminofen spendet gerade in der kalten Jahreszeit behagliche Wärme und wertet Wohnräume als Designelement auch optisch auf. Doch für den sicheren und gesetzeskonformen Betrieb sind einige Punkte zu beachten: So ist vor allem in modernen Wohnhäusern mit dichter Gebäudehülle eine Luftzufuhr von außen notwendig. Lesen Sie hier, welchen Sinn und Zweck eine externe Verbrennungsluftzufuhr hat und was Sie beim Anschluss beachten müssen, damit Ihr Ofen optimal funktioniert.

Inhalt:
Wozu externe Luftzufuhr?
Jeder Kaminofen braucht Sauerstoff - und damit eine ständige Luftzufuhr. Bei einem Haus in herkömmlicher Bauweise entnimmt der Kamin den Sauerstoff ganz einfach aus der Raumluft. Beim Lüften oder durch undichte Stellen in der Gebäudehülle strömt genügend Frischluft nach, um die Verluste auszugleichen.

Anders ist das bei Passiv- oder Niedrigenergiehäusern, die durch ihre gute Wärmeisolierung nahezu luftdicht sind. Hier würde im Haus ein gefährlicher Unterdruck entstehen, wenn der Kaminofen der Raumluft ständig Sauerstoff entzieht. Um zu verhindern, dass giftige Abgase wieder zurück in den Raum strömen könnten, braucht man einen Ofen mit externer Verbrennungsluft-Zufuhr.

Und auch aus einem zweiten Grund kann eine externe Verbrennungsluftzufuhr zum Kamin sinnvoll bzw. notwendig sein: Nämlich wenn Lüftungsanlagen oder Dunstabzugshauben ebenfalls Raumluft ansaugen. In diesen beiden Fällen schreibt die Feuerungsverordnung (FeuVo) einen sogenannten raumluftunabhängigen Kamin bzw. Kaminofen vor, der sich die Luft für die Verbrennung ausschließlich von außerhalb nimmt.
Achten Sie beim Kauf eines Kaminofens für Niedrigenergie- und Passivhäuser darauf, dass dieser eine Zulassung durch das Deutsche Institut für Bautechnik (DIBT) besitzt!
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Eine externe Luftzufuhr lässt sich bei einem Kamin auf verschiedene Art und Weise realisieren. Die häufigste Variante ist der Anschluss über ein Rohr durch die Außenwand, sodass der Ofen die Frischluft von draußen bezieht. Doch auch ein sogenannter Luft-Abgas-Schornstein (kurz LAS-Schornstein) mit zwei separaten Rohren für Zu- und Abluft kommt infrage. Alternativ ist eine externe Verbrennungsluftzufuhr auch über einen Anschluss zu einem anderen, gut gelüfteten Raum (z.B. einem Kellerraum) möglich.
Kaminofen vor Wand mit externem Verbrennungsluftanschluss
Was benötigt man?
Ein handelsüblicher Kaminofen besitzt normalerweise einen zentralen Rohrstutzen mit einem Durchmesser von 100 bis 125 mm. Der Anschluss zu einem nach außen führenden Rohr oder einem Frischluftzug im Schornstein kann über ein passendes Aluflexrohr mit rundem Querschnitt erfolgen.

Sie haben wenig Platz zum Verlegen von Rohrleitungen oder möchten ein freiliegendes Rohr im Raum vermeiden? Eine kompakte und platzsparende Alternative wäre ein Flachkanal mit rechteckigem Querschnitt. Über Flachkanäle lässt sich eine externe Luftzufuhr sehr platzsparend realisieren. Für den Anschluss zum runden Stutzen am Ofen benötigen Sie allerdings einen Adapter. Ein möglicher Nachteil von Flachkanälen ist die etwas geringere Durchsatzleistung im Vergleich zu Flexrohren, was in der Praxis aber meist kein Problem darstellt - im Zweifelsfall fragen Sie Ihren Schornsteinfeger oder unsere Ofenexperten.
Fachberater Maik Schmidt
Worauf achten?
Im Optimalfall sollte die Verbindung zwischen der Lufteintrittsöffnung bzw. Schornstein und dem Ofen möglichst kurz und geradlinig sein, um Druckverluste - und damit eine schlechtere Verbrennung im Kamin - zu vermeiden. Es empfiehlt sich außerdem, den Außenwand-Abschluss mit einem Laub- und Tierschutz zu versehen, sinnvoll sind passende Lüftungsgitter mit Lamellen oder Gitter. Je nachdem, auf welcher Haus-Seite sich die Lufteintrittsöffnung für die externe Verbrennungsluftzufuhr befindet, können auch spezielle Druckregler sinnvoll sein. Sonst kann es passieren, dass auf der windzugewandten Seite zu viel - oder auf der windabgewandten Seite zu wenig Luft zum Kaminofen strömt.
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