Abgasnormen, worauf muss ich achten?

Abgasnormen, worauf muss ich achten?

BImSchV Stufe 2Vor der Anschaffung eines Kaminofens gibt es noch einige Sachen zu beachten. Dabei kommt es vor allem darauf an, dass Ihr favorisiertes Heizgerät die Abgasnormen erfüllt, die in Ihrem Wohnort gelten. Dabei gibt es je nach Land, in dem Sie wohnen, unterschiedlich strenge Normen, die an die Emission von Schadstoffen durch den Ofen gestellt werden. Mitunter gibt es sogar innerhalb eines Landes in bestimmten Regionen unterschiedliche Abgasnormen. Welche Normen zum Schutz der Umwelt vor schädlichen Abgasen in Deutschland, Österreich und der Schweiz gelten, wird in diesem Artikel dargestellt.

1. BImSchV als grundlegende Abgasnorm in Deutschland

Zum Schutz der Atmosphäre vor schädlichen Stoffen wie Kohlenstoffmonoxid (kurz: CO) und Feinstaub wurde in Deutschland im Jahr 2009 eine Novelle der 1. BImSchV verabschiedet. Dabei wurden die maximal zulässigen Grenzwerte für die Emission von Schadstoffen festgelegt und in zwei Stufen unterteilt. Seit dem 1. Januar 2015 ist die zweite Stufe in Kraft, die sehr viel strengere Vorschriften für Neuanlagen vorschreibt.

Städtische Verordnungen in Aachen, München und Regensburg

Zusätzlich zu den Anforderungen der 1. BImSchV existieren in den deutschen Städten Aachen, München und Regensburg gesonderte Vorschriften über die Emission von Schadstoffen. Wollen Sie sich in diesen Städten ein Heizgerät anschaffen, müssen Sie sich an diese spezifischen Normen halten, die ausschließlich im jeweiligen Stadtgebiet bindend sind.

In Aachen trat die Festbrennstoffverordnung (FBStVO) im Jahr 2010 in Kraft und legt seitdem die Grenzwerte für die Schadstoffemission von feststoffbetriebenen Öfen (z.B. Scheitholz, Pellets, Briketts, usw.) im Stadtgebiet fest. Dabei gilt, dass Einzelraumfeuerungsanlagen mit einer Leistung zwischen 4 und 15 kW, die mit festen Brennstoffen wie Holz, Pellets, Steinkohle oder Braunkohle beschickt werden, höchstens 40 mg/m³ Feinstaub und 1250 mg/m³ CO emittieren dürfen. Für ältere Anlagen, die vor dem 9. Oktober 2010 installiert wurden, gelten Höchstwerte von 75 mg/m³ Staub und 2000 mg/m³ CO. Solche Anlagen müssen jedoch bis zum 31. Dezember 2014 mit einem Filter ausgestattet oder stillgelegt werden.

Auch in München gelten seit Herbst 2011 dieselben Höchstwerte wie in Aachen für neue Anlagen, die feste Brennstoffe nutzen und als Unterstützung zur Zentralheizung genutzt werden. Für Pelletöfen ist der Feinstaub-Grenzwert mit maximal 20 mg/m³ noch geringer. Die Münchner Brennstoffverordnung sieht zudem einen Grenzwert für die Emission von Stickoxiden vor, der bei 200 mg/m³ liegt.

Regensburg änderte seine Abgasnormen im Dezember 2010. Ähnlich wie in München wurde hier ein Grenzwert für Stickoxide von 200 mg/m³ eingeführt. Die höchste zulässige Menge an emittiertem CO liegt bei 1500 mg/m³. Bei der Feinstaubemission werden Feuerstätten mit und ohne Wärmetauscher unterschieden. Für Öfen mit Wärmetauscher wurde ein Emissions-Grenzwert von Feinstaub von 50 mg/m³ festgelegt, während Öfen ohne Wärmetauscher höchstens 75 mg/m³ Feinstaub emittieren dürfen. Für Zentralheizungsanlagen wie Vergaserkessel gelten noch strengere Regeln. Diese dürfen höchstens 250 mg/m³ CO, 50 mg/m³ Feinstaub und 200 mg/m³ Stickoxide emittieren.

Abgasnormen in Österreich: Die 15A-Vereinbarung

In Österreich gilt die bundesweite 15A-Vereinbarung, die im kompletten Land die Grenzwerte von Schadstoffemissionen festlegt. Bevor das Heizgerät eine Betriebserlaubnis erhält, muss es die festgelegten Grenzwerte unterschreiten. Neben den Grenzwerten zu CO, Feinstaub und Stickoxiden legt die 15A-Vereinbarung zusätzlich Höchstwerte zu Kohlenwasserstoffen fest. Öfen, Kamine und Herde, die per Hand bestückt werden, müssen sich an folgende Grenzwerte halten: Sie dürfen höchstens 1100 mg/MJ CO, 35 mg/MJ Feinstaub, 150 mg/MJ Stickoxide und 50 mg/MJ Kohlenwasserstoffe. Für automatisch beschickte Heizanlagen wie Pelletöfen gelten folgende Vorschriften: höchstens 500 mg/MJ CO, 25 mg/MJ Feinstaub, 100 mg/MJ Stickoxide und 30 mg/MJ Kohlenwasserstoffe. Außerdem wird von den Heizgeräten erwartet, dass sie einen Mindestwirkungsgrad von 80 % nicht unterschreiten.

Abgasnormen in der Schweiz: Die Luftreinhalte-Verordnung LRV

2007 wurde in der Schweiz die Luftreinhalte-Verordnung beschlossen, die ab dem 1. Januar 2008 in Kraft ist und die Emissionsgrenzwerte für die Schweiz regelt. Seit dem 1. Januar 2011 gelten – insbesondere was den Feinstaub anbelangt – verschärfte Vorschriften. Die LRV unterteilt die Heizgeräte in fünf Gruppen und legt individuelle Grenzwerte für jede Gruppe fest. Für Raumheizer gelten die Grenzwerte 1500 mg/m³ CO und 75 mg/m³ Feinstaub. Herde dürfen höchstens 3000 mg/m³ CO und 90 mg/m³ Staub emittieren. Zentralheizungsherde besitzen die Höchstwerte von 3000 mg/m³ und 120 mg/m³ Staub, während Kamineinsätze bzw. Kachelöfen nicht mehr als 1500 mg/m³ CO und 75 mg/m³ Staub ausstoßen dürfen. Für Pelletöfen wurden die Grenzwerte auf 500 mg/m³ CO und 40 mg/m³ Feinstaub festgelegt.

Hier gelangen Sie zum Artikel: Änderung der Grenzwerte durch neuen Art.15a B-VG für Österreich und wichtige Informationen für Kachelofenbauer (2015)


Kommentar eingeben